Sultanine 11.01.2013, 12:30 Uhr 34 20

Everything will be okay in the end

if it's not okay, it's not the end.

Das Leben steckt voller erster Male, jedes Lebensjahrzehnt ist voll davon und es hört scheinbar niemals damit auf. Den Lebensrucksack aufgeschnallt im sterilen Kreißsaal, krabbelt, quäkt und strauchelt Mensch ins Leben.

Immer wieder krabbelt, quäkt und strauchelt Unsereins durchs Leben, so fühlt es sich zumindest an. Ich dachte, dass es irgendwann einen Punkt gibt, an dem hat man vieles schon gehört, gesehen und getan. Das meiste wurde auch schon gedacht, habe ich mal gelesen. Aber wieso muss sich das Leben ständig so anfühlen, als wäre ich als kleines, quäkendes Menschlein immer wieder auf Reset gesschaltet und alles schnellt auf den Punkt Null zurück? Wieso erlebe ich ständig, dass ich aus diesem Kreis, der sich Leben nennt, nicht ausbrechen kann? Ich versuche ständig, dem Leben, dem grausamen vor allem, zu entgehen. Es lacht mich stattdessen aus und sagt mir, dass ich da auch gleich versuchen könne, meinen eigenen Schatten zu fangen. Das Leben unter Kontrolle bringen ist in den Dreißigern ein echtes Problem. Da beginnen ganz neue Schwierigkeiten. Pubertätsscherereien, Ausbildung und beruflichen Einstieg irgendwie hinter sich gebracht, beginnt das was sich eigentlich Erwachsensein schimpft. Da ist es kein Thema, dass der Typ vom Vorabend nicht zurückruft und die beste Freundin nicht mehr mit einem spricht, weil man sie zwei Tage lang nicht angerufen hat. Im Nachhinein entpuppte die sich auch als blöde ausnutzende Zicke, aber mal davon abgesehen. Ne ne, da fängt plötzlich das an, womit ich niemals gerechnet habe. Es wird schnell und windig auf dem Karussel. Da stehen neue Entscheidungen und Herausforderungen vor der Tür, bitten nicht nett und freundlich um Einlass, sondern treten einem die beschissene Haustür ein. Nehmen Platz, ach was, nehmen die ganze Bude auseinder, so dass ich gar nicht mehr weiß, wo oben, unten und Schrägstrich ich ein Ich / DU / ER / SIE oder ES bin. Probleme mit so großem Ausmaß, wie ich sie noch nie zuvor erlebt habe.

Nahestehende Personen nach langer Krankheit an Gevatter Tod zu verlieren zum Beispiel, seine eigene Karriere planen, beruflich weiterkommen wollen, eine Familie gründen. Vielleicht möchte man irgendwann ja auch mal von seinem Halsabschneider von Vermieter unabhängig werden und einfach ausziehen aus der verdammt kalten und überteuerten Hundehütte und sich ne eigene bauen oder kaufen, möglichst warm und behaglich. Ja ja. gutbürgerliche Scheiße eben, au man wer hätte das gedacht? Ich schäme mich gleich! Wo bin ich nur hingekommen, ach ja, mitten ins Leben. Dabei werden die Ansprüche auch nich kleiner. Das Einsatzkommando der Dreißiger hält aktiven Einmarsch, fragt nicht nach eigener Bereitschaft sich dem stellen zu können. Die ewigen Fragen wie es weiter geht zerreissen förmlich das Menschendasein und zwingen es in eine neue Form. Formen und anpassen. Eigentlich nicht gerade meine Lieblingsworte. Ich will unabhängig sein und mein Leben bestimmen. Ich habe gedacht, dass ich mich Sachzwängen immer irgendwie geschickt entziehen kann, alles auf einmal haben kann, das Leben wie ein Jongleur nehmen, mal den einen Ball hier den anderen da, tada! Komm, das kannste vergessen, total abhaken, das gibbet nicht hier unten.

Wie wieder Fuß fassen, vom Graben auf den bescheuerten Weg zurück, Felsen kleinkloppen und weitergehen? Nicht vom Glauben abfallen?

Macht mich fertig und hinterlässt mich durchgeschüttelt und fragend.

Was passiert, wenn man vom Leben überrollt wird? Was bleibt denn übrig, wenn sich die Wogen geglättet und man wieder in den Schlaf findet, sich mühsam wieder zusammengepuzzelt hat?

Wenn sich der Geisteszustand von absolut irre und wahnsinnig, zu normal wahnsinnig normalisiert hat, offenbart sich der Blick ins Tal.

Und jetzt? Wie weiter? Noch mal runter? Ich bin doch nicht wahnsinnig?! Doch, bin ich! Mensch ist so.


Entweder ich werde mich verkriechen, blind werden für alles und zugrunde gehen. Ein lebender Sterbender werden, der sein Dasein fristet. Das Herz und die Augen zumachen für den Weg, denn wohl oder übel muss ich wieder runter ins Tal, um erneut hochzuklettern. Quäkend, heulend, strampelnd, aber irgendwie überlebend. Oder ich packe es an. Ich schöpfe Mut und zwinge mich weiter zu gehen, mich dabei als kleines Häufchen Etwas mitzunehmen, es zu pämpern und zu füttern, damit Es selbst dann beizeiten wieder aufstehen und laufen kann. Das wird dann wieder einmal das erste Mal sein, dass Es auf wackeligen Beinen steht und Angst hat. Aber Es wird die Welt mit anderen Augen betrachten und ein Ich werden.

Die Welt wird sich verändert haben. Und ich weiß, dass es irgendwie gut war. Und dass es irgendwie gut werden wird. Denn so war es immer schon.

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34 Antworten

Kommentare

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  • 0

    kein guter text, wirkt wie nen selbstgespräch vorm spiegel... der inhalt zwischen den zeilen zwar okay, nur die wörter in der falschen reihenfolge, bitte noch mal überarbeiten, dann wird es bestimmt besser...

    sorry

    14.01.2013, 13:51 von ilanz
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  • 0

    "Das Leben unter Kontrolle bringen ist in den Dreißigern ein echtes Problem"

    Eine von vielen Grässlichkeiten aus diesem Text.

    14.01.2013, 08:19 von frl_smilla
    • 0

      Sei doch nich so, im(am)(an dem) Ende denkt noch jemand, du hättest dein Leben nicht unter Kontrolle.

      14.01.2013, 10:19 von quatzat
    • 0

      ich fand den text sehr amüsant. hab aber auch im vorletzten absatz "sein dasein fistet" gelesen.

      16.01.2013, 13:27 von misspringle
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  • 0

    Auch wenn ich Dir inhaltlich durchaus an der ein oder anderen Stelle zustimmen kann (ich find die 30er übrigens auch sauanstrengend), den Text mag ich überhaupt nicht.


    Das ist stellenweise so unglaublich gesülzt und dick aufgetragen und jammerig, dass es nervt.

    Sorry, aber ich hoffe echt Du bist mit Deiner Sinnkrise bald durch.

    14.01.2013, 07:33 von Pixie_Destructo
    • 1

      also ich mag meine sinnkrise, sie ist mir ein weiser begleiter.
      sich in krisen fallen lassen tut ganz gut. von zeit zu zeit ist es wohl notwendig, sülzerei und dick auftragerei auch. wer's nicht mag, lässts sein. stört mich nicht.
      das sag ich jetzt mal ganz patzig und frisch und frei.

      15.01.2013, 18:39 von Sultanine
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 2

    Mmh, der Text ist ja sehr persoenlich, und ich wuensche Dir, dass Du Antworten findest, ohne das gefuehl, um alles kaempfen zu muessen.

    Ich bin selbst Mitte Dreissig, fuehle mich aber von dem Text ueberhaupt nicht betroffen / angesprochen. Gerade letzte Woche dachte ich noch, dass es so schoen ist, in den Dreissigern zu sein und nicht mehr ein Teenie oder in den Zwanwigern, wo die innere Unsicherheit noch so viel beherrschte.
    Aus Vergangenem viel gelernt habe ich doch das gefuehl, das groessere Selbstvertrauen, vielleicht auch einfach das groessere Wissen um mich, wie ich bin, was mir wichtig ist, hilft, mit diesen Premieren im Leben umzugehen.

    Es ist kein Kampf mehr, fuer mich, sondern einfach das Leben.

    13.01.2013, 04:23 von miss_mel
    • 0

      das ist schöen zu lesen und ich hoffe, dass ich das auch bald sagen kann! danke dir für deine zeit!

      13.01.2013, 13:31 von Sultanine
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  • 5

    Die Frage ist am Ende immer: „Bist du noch ganz bei Trost“?

    Wie naiv muss man sein, wie weise und intelligent darf man nicht sein, um an Illusionen zu glauben, die Trost schaffen. 

    12.01.2013, 17:51 von schauby
    • 1

      und genau aus diesem grund, lese ich texte mir solchen überschriften erst gar nicht...

      12.01.2013, 21:01 von Gluecksaktivistin
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  • 1

    there is birth an death of individuals
    but there is no end


    12.01.2013, 17:50 von schauby
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  • 1

    "Das
    Leben steckt voller erster Male, jedes Lebensjahrzehnt ist voll davon
    und es hört scheinbar niemals damit auf.
    Yep.

    "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    12.01.2013, 12:09 von ichundalldieanderen
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  • 0

    "so dass ich gar nicht mehr weiß, wo oben, unten und Schrägstrich ich ein Ich / DU / ER / SIE oder ES bin. " grammatikalisch hat das irgendwie nicht gepasst? Und auch sonst kam mir vieles so vor, wie einfach aufgeschrieben und nicht nochmal durchgelesen, glaube nicht, dass der umganssprachliche Ton da der ausschlaggebende Punkt ist...

    11.01.2013, 23:32 von MissesBiscuit
    • 0

      Mh, ich weiß nichts so genau was du mit deinem Kommentar sagen möchtest, ehrlich gesagt. Aber dank dir für deine Zeit!

      12.01.2013, 09:03 von Sultanine
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  • 1

    Wie wieder Fuß fassen, vom Graben auf den bescheuerten Weg zurück, Felsen kleinkloppen und weitergehen? Nicht vom Glauben abfallen?


    ich weiß, was du meinst...

    11.01.2013, 21:49 von the_dandelion
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