Ein Kostenloses Update bitte!
„Öhm Entschuldigung, mein Leben macht gerade einen Umweg könnten Sie mir bitte sagen wo ich lang muss? Nicht? Naja danke, dann suche ich eben weiter.“
Ich bin kein Fan von Veränderungen. Eigentlich war ich immer einer, der insgeheim gerne zur Schule gegangen ist. So eine gewisse tägliche Routine, alle Freunde um dich herum und einfach Spaß haben. Am Wochenende weggehen und noch mehr Spaß haben. Aber jetzt hauen alle ab und man fühlt sich irgendwie zurückgelassen. Aber das Schlimmste ist das allgemeine Rechtfertigen, jeden Tag ein Update liefern über mein Leben und was ich grade so tolles mache. Das hat schon vor dem Abi angefangen, mit so Sprüchen wie: „ Und, was machst du nach dem Abi so?“, ging dann weiter zum „und was machst du nach dem Zivi?“ und letztendlich zum „und was machst du jetzt so?“.
Alle wollen das wissen, ob bei EDEKA an der Kasse, auf dem Stufentreffen letztes Wochenende, dem Geburtstag wo man Leute trifft, die man eben wirklich nur einmal im Jahr auf einem Geburtstag trifft. Man nimmt sich ein Bier und Zack sagt man: „Na, was treibste so?“. Könnte man vielleicht als sehr smallen Smalltalk bezeichnen, zuhören tut nämlich keiner, wenn du deine Lebensgeschichte runter ratterst. Man fragt aus Höflichkeit, um Interesse zu heucheln, hört dann allerding weg. Im Endeffekt weiß man dann nicht ob der Gegenüber jetzt Erziehungswissenschaften oder Anthropologie der Textilien studiert. Ich hab‘s nur noch satt, die Oberflächlichkeit der Gespräche, das gespielte Interesse und die ständige Fragerei, die das Rechtfertigen mit sich zieht.
Es sind oft die Freunde der Eltern die ein Update verlangen, Menschen die man nicht unbedingt gut kennt. Vielleicht sogar Leute die an deinem Wohl nicht unbedingt interessiert sind, sondern vergleichen wollen. Die Muttis vergleichen ihre Kinder - wer studiert, wer macht eine Ausbildung? Die Väter in der Pokerrunde Reden darüber was aus den Kindern wohl wird. Es wird geklatscht und getratscht und schon wissen die Nachbarn 2 Häuser weiter schon vor dir selbst, dass du deine Ausbildung gekündigt hast und alles hinschmeißt. Es wird kurz autobiographisch. Ja ich gebe öffentlich zu, ich habe meine Ausbildung abgebrochen. Betonung liegt auf Ich habe abgebrochen, mir wurde nicht gekündigt (schon irgendwie ein Unterschied)! Die Ausbildung war einfach nicht das Richtige für mich. Bei mir lief immer alles nach Plan: Schule, recht gutes Abi mit einer zusätzlichen schulischen Ausbildung (Warum nicht?), schön Zivildienst, ja ähm auf einmal wird’s etwas holprig auf der Straße.
Max Herre singt: „Das Leben geht nicht immer gerade aus!“. Treffender geht es nicht. Und wenn ich das Akzeptiere, dann sollten das doch bitte auch die anderen.
Ich habe halt mal ein paar kurze Umwege genommen, und wie soll ich Irgendjemanden einen Weg erklären den ich selbst nicht verstehe und den ich selbst noch erforschen muss! Wenn ich mehr weiß werde ich natürlich einen Routenplaner einrichten.





Kommentare
kommt mir ziemlich bekannt vor.
04.03.2010, 20:15 von tabeeeaich sag immer "keine Ahnung" wenn mich jemand fragt, was ich nach der schule machen will, dann wars das mit dem small talk.