xskiba 25.01.2014, 18:35 Uhr 0 1

Ein Freitagabend im Januar

Jedes mal, wenn ich ausgehe, treffe ich auf gebrochene Menschen, verletzte Menschen, denen es schwer fällt, positiv zu denken. Und ich beobachte sie.

Eine Zigarette bedeutet so viel. Sie bedeutet Freiheit, Entlastung, sie steht für Ruhe und Routine. Es ist kalt draußen, vorhin hat es ein wenig geregnet, die schwarzen Straßen glitzern unter den vergilbten Laternen. Die Finger frieren, der Körper zittert vor Kälte, dennoch wird geredet, gelacht, geraucht. Man kann den Rauch der Zigaretten nicht vom trüben Atem unterschieden. Die Füße frieren, man pustet Wärme in seine Jacke, die Nase droht vor Kälte abzusterben. Dennoch stehen alle hier unter der Laterne, vor der Haustür, und reden, einige bringen keine klaren Gedankengänge mehr von sich, der Alkohol schwebt wie eine schwere Wolke über jeden und bringt jeden dazu, Dinge zu tun, die er im nüchternen Zustand nie tun würde. Man sagt: „Ich mag dich.“, man hört: „Wie lustig das damals war.“ und verfällt in Melancholie. Aus tobendem Gelächter wird klägliches, einsames Schweigen und man fragt sich, wieso man sich gerade jetzt, gerade in diesem Moment hier befindet, fragt sich, was bis jetzt passiert ist und welche Dinge uns bis hier hin geführt haben. Sind wir leicht zu prägen? Ist es einfach, uns zu beeinflussen? Wo werden Charakter, Persönlichkeit von Erfahrungen und Geschichten getrennt? Fließt alles gleichsam hinunter? „Alles fließt.“

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