Ein Blick zurück
Wer mit sauberem Gewand aus einer Schlammschlacht kommt, hat sich zwischendrin umgezogen.
In unserem aufgeklärten Zeitalter wissen wir, dass zwei Menschen nicht füreinander bestimmt sind, Sex eine Geschichte vom Recht des Stärkeren ist, Gefühle nur chemische Reaktionen von Substanzen in unserem Hirn sind und jeder seine Suche nach Erfüllung alleine zu bestreiten hat, weil es kein Patentrezept gibt. Wer im Sandkasten nicht lernt, demjenigen, der einen mit Sand beschmeißt, die Schippe überzuziehen, hat verloren und geht im Sandsturm verloren.
Ich will kein Verlierer sein, nur weil ich nach Glück und Liebe an unglücklichen und lieblosen Orten suche. Ich will geben mit der Gewissheit mir keine Gedanken machen zu müssen, was ich zurück bekomme. Ich will nicht an die Ewigkeit denken, wenn ich an Liebe denke, sondern an den Moment.
Ich möchte nach vorne blicken in offene weite Landschaften anstatt Archivarin in einem unbezwingbaren Dschungel von Erinnerungen zu sein. Ich will selbst-bewusst sein und mich selbst schätzen, dass ich einen Schatz in mir sehe, den ich niemals aufgebe.
Die Heimat hat uns alle kaputt gemacht. Und wir haben mitgemacht. Der Spaß an der Zerstörung hat unsere Jugend geprägt, aus den Scherben kitten sich seltsame Personen zusammen. Auf jeden Rausch folgt ein Kater.




Kommentare
Weise Worte.
05.12.2011, 01:21 von Konfuse_Muse