Als ein kleines süßes Baby wird man ohne eigenes Verschulden in diese Welt hineingesetzt. Ein ganzes Leben vor sich. Behütet wird man groß, kriegt das eine oder andere Trauma ab dank verantwortungsbewusster und nachsichtiger Eltern und mit 20 fliegt man aus dem Elternhaus hinaus um die eigene Identität zu suchen oder vielleicht auch nur zu festigen.
Das macht man dann 10 Jahre lang bis man in das Alter kommt, in dem man von einer kranken Gesellschaft in Modelle des Lebens gezwängt wird, die an sich sinnlos und überflüssig sind (Ehe, noch mehr hilflose Kinder in die Welt setzen, Haus bauen usw.) Da geht es also los mit dem Hamster auf dem Rad und dem langen Rennen um das Konto zu füllen und einen Status in einem Umfeld zu ergattern, auf den man scheißen könnte.
30 Jahre später mit mindestens einer Scheidung, oder vielleicht auch nur einer unglücklich festgefahrenen Ehe, einer abgelösten Hypothek für das schöne Reihenhaus und schlechter Haut steht man da und fragt sich nach dem Sinn von allem?
Bestenfalls hat man dann eine Krankheit, mit der man sich die nächsten 20 Jahre bis in den Grab rumplagt und diverse Beerdigungen von Freunde und Familie zu überstehen. So und dann ist das auch aus. Game over. Irgendwann ist man nämlich auch selbst schon dran.
In der Zwischenzeit ist man gereist, hat gut gegessen und getrunken, hat Hunderte von Orgasmen und vielleicht ist man ja mit viel Glück berühmt geworden. Ja super. Und dann??
Ich gebe zu, die Frage nach dem Sinn des Lebens ist etwas abgedroschen und obwohl sie es ist, ich habe für mich keine Antwort gefunden. Ich hätte auf meine Geburt verzichten können. Das Leben ist ein selbstgemachtes Problem. Selbstgemachte Probleme braucht kein Mensch.
Tags: Sinnlosigkeit
Kommentare
Ähm, omg! Eine wirkliche tolle Diskussion hier. Danke für alle ermutigenden Worte und nachdenklichen Perspektiven. Zu meinem Artikel: meine Absicht, ist es nicht über alles zu jammern usw. sondern wirklich rein aus der Vogelperspektive betrachtet, finde ich die Frage nach dem Sinn von allem erwähnenswert und offensichtlich gibt es hier die verschiedensten Meinungen dazu. Ganz unabhängig davon, ob ich in einer Krise stecke oder nicht, frage ich mich ja nicht nach dem konkreten Sinn meines Lebens sondern vielmehr allgemein. Ich finde es schade, dass ein einfach nachdenklicher Ansatz auch Kommentare auslöst, die Bücher über Jammern oder Ähnliches empfehlen. Würde ich das Leben so furchtbar finden, würde ich sicher nicht mehr leben geschweige denn darüber schreiben, aber man lernt nur wenn man Fragen stellt. Durch Fragen, Reflektieren und Ausprobieren kann man seine Einstellung und Verhalten adjustieren und verbessern. Man kann sich austauschen (deswegen veröffentliche so etwas auch). Ich hab keinen Bock über eine metaphorische heile Welt zu schreiben, wenn mir gerade nicht danach ist. Ich schreibe nicht um zu gefallen, sondern um anzuregen und Anregungen zu finden. Jedoch ist die Feindseligkeit mancher Zeitgenossen hier herrlich und spricht für sich. :-) Schönes Wochenende!!
19.05.2012, 00:11 von BasiHasiDer Kopf ist rund damit das Denken die Richtung ändern kann (Francis Picabia)
18.05.2012, 17:11 von Onkel_Festeroder um es noch anders auszudrücken. weil ich gerade in Zitatlaune bin:
Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben- aber es hat ganz genau nur soviel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind. (Hermann Hesse)
ich plapper nur die schlauen Worte von Francis und Hermann nach :-)
19.05.2012, 23:21 von Onkel_FesterSowas check ich nicht.
18.05.2012, 15:20 von forstDieses "Geburt - Schule - Arbeit - Tod - Alles-voll-doof" - Geschwafel. Man is doch zu nix verpflichtet. Jeder Mensch darf fast ohne Einschränkungen das machen, was ihn selbst zufrieden stellt. Wenn dich wirklich stören würde, was du oben kritisch bemerkst, dann wärste schon lang zu Potte gekommen.
oder unter der Erde.
18.05.2012, 15:21 von Jackie_GreyExakt.
18.05.2012, 15:23 von forstUh, meine Quelle hab ich nich angegeben.
der Mittelfinger nach einigen Jahren dein bester Freund geworden ist!
Haha.
18.05.2012, 14:48 von Jackie_GreyEs hat ja auch keinen Sinn...
18.05.2012, 14:17 von sailorIch hätt da auch noch'n Buch...
Es gibt ein weiteres Buch, das viele Weisheiten enthält, nach denen man leben kann. Und nein, es ist nicht die Bibel.
17.05.2012, 19:48 von wordmageIch frag mich echt, wann die den dritten Teil der Bibel rausbringen. Die Story issn bisschen Twilightig gewesen, aber lässt sich ganz lustig drin schmökern.
18.05.2012, 15:12 von forstes gibt ein buch über die heilsamkeit des jammerns habe ich gehört. es soll drei finger dick sein.
17.05.2012, 15:34 von mo_chroiund auch ein ziemlich gutes über "ich lasse meine schlechte laune an andere aus, weil ich einen schlechten tag habe - sachliche kritik für dummies" :-)
17.05.2012, 15:43 von BasiHasidavon hab ich auch gehört :)
17.05.2012, 15:47 von mo_chroiaber das meinte ich gar nicht wertend. das soll es wirklich geben. ich war erstaunt, davon zu hören. jammern klingt negativ, ist es ja aber eigentlich nicht, es ist nur eine ausdrucksweise, und es hat wirklich einen effektiven grund. fand ich erstaunlich. man erlaubt sich ja so wenig selbst, mal alles raus zu lassen.
ich weiß nicht, wurde mir von einer psychoanalytikerin erzählt. aber vielleicht war das auch nur ein witz. ich kann das immer nicht auseinander halten.
18.05.2012, 14:28 von mo_chroiHirschhauses Buch gehört in die Tonne.
18.05.2012, 15:13 von Jackie_GreyMan könnte die Frage noch weiterspinnen: brauchen wir überhaupt Menschen? Nein... Sie sind aber da... Durch Gotteshand, durch die Natur, durch die Evulotion nach dem Urknall, durch was auch immer... Der Homo Sapiens ist beständig auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und damit nach Glück, ist aber nicht in der Lage, es als Dauerzustand zu etablieren. Folglich wird sich das Problem nicht lösen lassen...Denn der Zwang unsrer Gesellschaft, glücklich zu sein, ist größer denn je... Glück im Sinne von vorformulierten Lebensmodellen. Auch Glück durch ungewöhliche Lebenswege. Aber eben bitte Glück! Wenn nicht, bist du gescheitert. Natürlich ohne Sinn in deinem Leben.
17.05.2012, 15:12 von MissUschiWelches Problem denn überhaupt?
18.05.2012, 14:19 von sailor"Brauchen wir überhaupt Menschen?" is ne echt merkwürdige Frage. Das merk ich mir für den nächsten Smalltalk.
18.05.2012, 15:09 von forst"Hey, sag ma, brauchst du dich eigentlich?"
das wird lustig!
18.05.2012, 16:17 von nnoaaIs hier heute eigentlich Klassentreffen vom Existenzialismus-Leistungskurs...?
18.05.2012, 16:33 von sailorAbi or not Abi, that is the question.
18.05.2012, 17:14 von forst@forst "Hey, sag ma, brauchst du dich eigentlich?"
Lies mal aufmerksam. Sie schrieb: "Ich hätte auf meine Geburt verzichten können."
Ich finde eigentlich, dass das eine Menge aussagt. Komisch, dass sich alle nur lustig drüber machen. Ich habe so etwas auch schon gedacht. Mir ist es nicht fremd, das Leben in Frage zu stellen. Was das alles soll und so...
Die Protagonistin steckt doch tief in einer Sinnkrise. So etwas darf doch durchaus mal gedacht werden. Vielleicht geht es ihr einfach richtig beschissen und dreckig.
18.05.2012, 20:24 von Jackie_GreyIch meinte das auch völlig ironiefrei. Ich finde es scher merkwürdig, dass die Natur ein Lebewesen erschaffen hat, dass sich über den Sinn der eigenen Existenz Gedanken macht. Ich hab erst vor ein paar Tagen gedacht, ob man das als Fehler im System deuten kann.
18.05.2012, 20:32 von forstIch befürworte sogar, dass die Protagonistin das denkt, ich finde gut, was sie denkt. Ich möchte sie aber ermutigen, die Gedanken die sie oben zeichnet einen Schritt weiterzuführen. Der Weg aus der Sinnkrise, aus der Beschissenheit und Dreckigkeit heraus ist das entsprechende Handeln, darauf warte ich.
"Ich hab erst vor ein paar Tagen gedacht, ob man das als Fehler im System deuten kann." Ja - vielleicht ist das wirklich ein Fehler. Denn wir Menschen wissen ja auch recht bald, dass wir eines Tages wieder sterben werden und alle unsere Lieben entweder vor oder nach uns. So sehr ich das schrecklich finde, so sehr glaube ich, dass es Sinn macht. Denn nur so kann das Leben kostbar sein. Wenn wir z.B. unsterblich wären, würden wir unsere Leben noch mehr vertrödeln, als wir es ohnehin schon tun.
Mir wäre es auch lieber, ich wäre eine geliebte Katze, müsste mich um nix kümmern, würde in den Tag leben, ohne mir Gedanken machen zu müssen. Jeden einzelnen Tag leben und genießen wie er kommt. Unser Denken und Reflektieren über unser Sein, macht uns das Leben manchmal schon ganz schön schwer.
Mancher Mensch kann auch nicht entsprechend handeln, um der Beschissenheit zu entfliehen, weil ihn vielleicht eine schwere Krankheit ans Bett fesselt. Nur so als Beispiel. Man ist eben nicht seines Glückes Schmied, was so viele behaupten. Man ist dem Leben und den Lebensumständen auch manchmal schutzlos ausgeliefert. Ich denke nur an den verunglückten jungen Mann von Wetten Das. Wie soll der bitteschön aus seiner Beschissenheit ausbrechen?
18.05.2012, 20:47 von Jackie_GreyIch wünschte der Mensch würde sich mehr mit seiner Endlichkeit befassen.
@ Jackie_Grey ich glaube auch nicht das ein schwerer Schicksalsschlag sei es nun in Form einer Krankheit oder was auch immer, das Empfinden von Glück, Zufriedenheit oder Sinnhaftigkeit ausschließt.Aber ich gebe forst recht das man da kein allgemeines Urteil bilden kann und das auch sicherlich von der inneren Einstellung der Personen abhängig ist.
18.05.2012, 21:58 von Onkel_Fester@forst "Tot bist du erst, wenn du dieFähigkeit verlierst, die Welt zu verändern."
Das sind hohe Ziele. Na dann bin ich bestimmt schon tot. Ach, das klingt alles so wunderbar. Und wie veränderste die Welt und womit? Also ich versuch's immer mit Nächstenliebe. Kann aber nicht feststellen, dass das die Welt verändert hätte.
Müsste wohl eher heissen, tot biste erst, wenn du keine Lust mehr hast, die Welt zu verändern.
18.05.2012, 23:29 von Jackie_Grey:)
19.05.2012, 02:18 von forstVielleicht ist der auch zu allgemein und platt gefasst. Ich denke, die Welt an sich jetzt global oder manchmal gar schon national kann man schwierig alleine verändern. Das sind alles so langwierige Prozesse. Nächstenliebe und eine offene Haltung reicht in meinen Augen schon. Im direkten Umfeld, im Alltag. Man muss da ansetzen wo die Hände hinkommen, alles andere ist ungesund und auf Dauer nur frustrierend. Und auch wenn man das nicht immer schafft, wenn die Linie stimmt ist doch super.
»Kann aber nicht feststellen, dass das die Welt verändert hätte.«
19.05.2012, 11:14 von sailorJackie, meine Welt hast du schon verändert...
Und im Allgemeinen: Das die Welt sich nicht schlagartig von heute auf Morgen allüberall in ein Paradies auf Erden verwandelt, heißt nicht, daß eine Veränderung zum 'Besseren' (was immer das jetzt auch sein mag) unmöglich ist.
Jeder, was er kann.
Lieber Sailor, mir verschlägt's gerade die Sprache. Dein Kompliment trifft mich mitten ins Herz. Schön, dass es Dich gibt.
19.05.2012, 12:25 von Jackie_Grey