vexierbild 30.11.-0001, 00:00 Uhr 1 10

Die Pranken der Angst

Und langsam, ganz langsam, fast so unbeweglich, dass du es selbst nicht bemerkst, werden die Tentakeln eins mit dir

Wenn ich dich so betrachte und das tue ich eigentlich viel zu selten, dann sehe ich Angst und Zweifel.

Du hast Angst vor deinem Versagen, Angst zu verlieren und dann nicht zu wissen, was zu tun ist.

Diese Angst bekommt, je mehr du sie fürchtest, Arme und Hände mit Krallen, meterlange Tentakeln, die dich umschlingen und sich fest zuschnüren.
Die Krallen bohren sich in deine Haut, aber du, du sagst nichts, du wehrst dich nicht einmal. Du bist viel zu benommen und so sehr eingenommen von diesem Angstmonster, dass ein Entkommen unmöglich ist.

Also bleibst du stumm.

Und langsam, ganz langsam, fast so unbeweglich, dass du es selbst nicht bemerkst, werden die Tentakeln eins mit dir. Jetzt gibt es nicht mehr dich und das Angstmonster, sondern nun sind wir an dem Punkt, an dem du selbst zu diesem Biest geworden bist.


Wenn man versucht, deine Angst zu ergründen, wird man schnell feststellen, dass sie ziemlich undurchsichtig ist und du viel von deinem Können verstehst, sie in der hintersten Ecke von dir zu verstecken, in der Hoffnung, niemand merkt, dass sie sich schon längst in dir ausgebreitet hat.

Das schaffst du nur, weil die Angst dir eine so perfekt geschaffene Maske gegeben hat, die nichts und niemanden dahinter blicken lässt.

Doch verlasse dich nicht zu sehr darauf, denn hin und wieder, hier und da, blitzt du hervor, zumindest das, was noch von dir übrig ist, das, was noch nicht zu einer hässlichen Fratze der Angst geworden ist.

Und genau diese kleinen Teile von dir, nennen wir sie Zuversicht, Mut und Tatendrang, sind die Einzigen, die dich noch befreien können.

Stell dir vor, wie es ist, wieder neben deiner Angst zu stehen, mit einem gewissen Abstand.
Du betrachtest das widerliche Biest aus ein bis zwei handbreit Entfernung und kannst dir sagen: ''Das bin ich nicht mehr!''

Es ist noch da, wird dir hinterher trotten und manchmal wird es dich noch in seine Klauen bekommen und versuchen dich festzuhalten.

Aber es ist nicht mehr Du.

Fragst Du dich, wer ich bin? Wer es wagt, dir endlich einmal die Wahrheit zu sagen?
Ich bin deine Kraft und deine Hoffnung.
Ich bin die, die immer auf deiner Seite sein wird und die den Glauben an dich niemals aufgibt.
Ich bin noch da, mich hast du noch nicht erstickt, denn anscheinend hast du mich unterschätzt.

Und auch, wenn deine Angst versucht dich zu lähmen, indem sie dich betäubt und starr macht und du in deiner Gutmütigkeit noch glaubst, sie streichelt dich und fängt dich auf, auch dann halte ich dagegen.

Ich weiß, auch, wenn ich in diesem Moment nur ein winzig kleiner Teil von dir bin: Ich werde wachsen und wir werden wieder stark sein und irgendwann, das verspreche ich, irgendwann zwingen wir das Angstmonster in die Knie.


Tags: Angst, Monster, Furcht, Hilfe, Können, Alltag, Selbstzweifel, Selbstdarstellung
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1 Antworten

Kommentare

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    Großartig !

    17.03.2013, 21:16 von venezialaura
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