Herzmist 20.04.2012, 21:55 Uhr 1 1

„Die Gedanken hängen fest in alten Endlosschleifen“

Titel ist ein Zitat aus dem Lied von Juli "Immer wenn es dunkel wird".

Kennen wir nicht alle die Tage, in denen wir uns wünschen, wir könnten die Zeit zurückdrehen? Vielleicht nur um ein paar Stunden, z.B um die Fehler, die wir morgens in der Klausur gemacht haben zu beheben und somit ein besseres Ergebnis zu erzielen. Das wäre oft wirklich hilfreich.

Manchmal wünschen wir uns aber auch weiter zurück in die Vergangenheit. Würden gerne Jahre zurückreisen, an bestimmte Orte, zu bestimmten Leuten oder in ganz bestimmte Momente. Meistens handelt es sich dabei nicht um schlechte Erinnerungen oder Sachen, die wir verbessern wollten. Nein, oft sind es die Zeiten, die wir gerne wieder hätten, in denen wir besonders glücklich waren. Es sind es Erinnerungen, die sich in unser Gehirn eingebrannt haben. Solche, die ein wohliges Gefühl in unserem Innersten erzeugen, wenn wir daran denken. Menschen, Orte, Situationen, die es geschafft haben, nicht von unserem ganzen Alltagsmüll an den wir denken, verdrängt zu werden.

Genau an diese Erinnerungen klammern wir uns gerade dann, wenn es uns nicht so gut geht. Würden dann wieder mal lieber in der Vergangenheit leben, wo alles noch anders und in unseren Augen oftmals besser war. So verschließen wir die Augen vor dem hier und jetzt und träumen uns in unsere eigene Welt. Aber sind es nicht gerade diese Erinnerungen, die unser Leben erfüllen? Warum sonst erzählen die Alten immer von Früher? Und warum kann man sich mit dem Alter besser an seine Kindheit oder Jugend erinnern, als an dass was man vor einer Stunde gemacht hat?

Die Vergangenheit ist sicher, die kann uns niemand mehr wegnehmen. Leider, oder zum Glück, kommt immer darauf an wie man es sieht, können wir sie auch nicht mehr verändern.

Unsere Zukunft hingegen ist noch unsicher. Wie geht es weiter? Wie wird sich die Welt verändern? Regiert bald facebook die Welt, werden wir womöglich bald alle durch Roboter ersetzt werden, wird es noch mal einen Krieg geben?

Und wie wird sich unsere eigene kleine Welt verändern? Bekommen wir den Job, den wir auch wirklich wollen? Werden wir selbst Eltern? Haben wir genügend Geld? Leben wir in der Stadt oder auf dem Land? Alleine oder mit Partner? In einem Haus oder in einer Einzimmerwohnung? Was wird mit den Freunden aus unserer Schulzeit? Wie wird der Kontakt zu unseren Eltern aussehen?

Zeit über die Zukunft nachzudenken und darüber wie weit wir diese selbst beeinflussen können.

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1 Antworten

Kommentare

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    Vielleicht wäre nachdenken einen Option, wenn es nicht so wehtuen würde.

    04.05.2012, 09:01 von HamburgsMaedchen
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  • Wie siehst du das, Jonas?

    Jeden Mittwoch interviewen wir NEON-Fotografen oder Illustratoren. Auf unsere 10 Fragen dürfen sie uns nur mit Bildern antworten.

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    Viel zu viele Menschen denken, dass der Islam eine brutale, rückständige Religion sei. Das dürfen wir nicht zulassen, sagt unser Autor in der aktuellen Ausgabe.

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