Das Streben nach Leben...
Warum nicht einfach immer Kind bleiben – so wie die verlorenen Jungen bei Peter Pan, wo nur die Piraten erwachsen sind?
§Wäre es manchmal nicht einfach noch mal schön, wieder Kind zu sein? Keine Sorgen zu haben, zu wissen, wo man hingehört, wo man hingehen kann? Ist es nicht so, dass die Sorgen immer mehr werden, je älter man wird? Ist das gut so? Warum nicht einfach immer Kind bleiben – so wie die verlorenen Jungen bei Peter Pan, wo nur die Piraten erwachsen sind? Wäre das Leben denn sonst langweilig? Das kann ich mir bei bestem Willen einfach nicht vorstellen. Wer war schon nicht gerne Kind? Derjenige würde lügen, wenn er so was behaupten würde.
Schicksalsschläge gehören aber nun mal zum Leben dazu, da kann man nichts dran ändern, aber vor allem kann man nichts dagegen tun. Die Folge gewisser Schicksalsschläge ist gezwungenermaßen das Erwachsenwerden. Je mehr einem zustößt, desto mehr lernt man vom Leben dazu. Je mehr Fehler begangen werden, desto mehr lernt man es beim nächsten Mal besser zu machen – ist es nicht so? Aber gehört es auch dazu, Fehler zu machen und andere damit in Mitleidenschaft zu ziehen? Wo bleibt die Gerechtigkeit, wenn man aus seinen eigenen Fehlern lernt, aber die Opfer dieses Fehlers auf der Strecke bleiben? Meint es Gott nur gut mit einem, wenn er jemandem die unterschiedlichsten Schicksalsschläge alle auf einmal widerfahren lässt? Muss alles Mögliche schief gehen, muss man sich vor Augen führen, dass jetzt nichts schlimmeres mehr passieren kann, damit man dazu gezwungen ist, zu denken, dass es nur noch Bergauf gehen kann? Und warum müssen in eben solchen Lebensphasen, wo einfach alles mal eben schief läuft, was schief laufen kann, warum müssen gerade dann die unangenehmsten Wahrheiten ans Licht kommen? Warum muss immer alles zusammenkommen?
Meine kleine Geschichte soll ein gutes Beispiel dafür darstellen; auch wenn ich noch nicht an diesem Punkt angelangt bin, auf alle diese Fragen antworten zu können, so bin ich davon überzeugt, dass es sich in meinem Leben irgendwann wieder so drehen wird, dass ich auch auf diese Fragen eine Antwort weiß. Das Schlüsselwort lautet Hoffnung. Man kann auf die unsinnigsten Dinge hoffen, solange es die Hoffnung ist, die einen am Leben erhält, spielt es doch absolut keine Rolle, wie unsinnig diese Hoffnung auch sein mag. Man macht sich lieber etwas selber vor, wenn das die Art ist, damit es einem besser geht, als dass man konfrontiert mit der Realität im Selbstmitleid ertrinkt – ist es nicht so? Die Hoffnung, dass es irgendwann besser wird, lässt einen irgendwie weitermachen. Jeder muss für sich den besten Weg finden, muss herausfinden, was in solchen Zeiten am geeignetsten zu sein scheint. Die Hoffnung, dass man irgendwann voll Stolz auf die schlechte Zeit zurückblicken kann, sich sagen kann: „Ich hab das gemeistert! Das habe ich alles alleine durchgestanden.“, diese Hoffnung erhält einen am Leben, irgendwie. Was heißt schon alleine; natürlich gibt es so was wie Mitleid, natürlich sind Freunde für einen da, natürlich ist man nie wirklich allein. Und doch ist das Wort „allein“ ein recht weitläufiger Begriff. Schließlich muss man durch manche Phasen selber durch, da kann niemand helfen; man kann nur irgendwie versuchen dem leidenden Menschen es irgendwie so einfach wie möglich zu machen sich von der Realität abzulenken., damit die Zeit, die ja angeblich alle Wunden heilen soll, möglichst schnell vergeht. Aber letztlich muss man da alleine durch und in eben solchen Zeiten zeigt sich auch, wer wirklich für einen da ist, was Freundschaft wirklich bedeutet. Es muss immer erst was passieren, damit man merkt, was es eigentlich heißt zu leben. Bevor es zu diesem Moment kommt, in dem All-Das-Böse geschieht, lebt man irgendwie vor sich her, denkt, es sei alles in Ordnung, wahrscheinlich denkt man nicht einmal darüber nach, weil man es einfach weiß – also lebt man einfach so dahin, bis es einen einholt. Nicht jeder Mensch ist gleich – das wäre ja auch sonst langweilig – aber Menschen scheinen auch immer für manch eine Überraschung gut zu sein; und es gibt im Leben gute und schlechte Überraschungen. Das wird nie ausbleiben, es sei denn man besitzt die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen oder in die Zukunft zu blicken – alles Wunschdenken, unmöglich, also hier fehl am Platz. Wenn man also davon ausgeht, man befinde sich in der Obhut des Lebens, das gerade einfach nur gut zu laufen scheint, trifft es einen wie ein Schlag, wenn das Drum rum in sich zusammenzufallen droht. Man fragt sich, ob einem irgendeine Schuld trifft, was man dafür kann, dass es so gekommen ist, wo doch alles gut war. Und wie man sich dann auf den Boden der Tatsachen befindet, auf dem Fundament der Realität angelangt ist, so muss man sich einfach damit abfinden, dass das Leben eben nicht nur gute Überraschungen für einen parat hält. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – es gibt Situationen im Leben, an die man sich leicht und gerne gewöhnen kann und möchte, aber ebenso gibt es Situationen und Tatsachen, an die man sich am liebsten niemals gewöhnen möchte, denn solche Situationen und Tatsachen bedeuten immer auch ein Verlust. Man kann vieles im Leben verlieren; manch einer verliert sein Geld, andere verlieren vielleicht ihren Lieblingskulli, aber ebenso kann man auch geliebte Menschen verlieren, oder Freunde, von denen man dachte, sie seien für einen da. Man kann aber auch so manches finden; der eine findet Geld, erfreut sich daran, dass es jemand verloren haben könnte, aber weil es ja jeder verloren haben könnte, behält man es lieber selbst, weil man sich viel zu schnell und viel zu gerne an den Gedanken gewöhnt, dass man nicht viel dafür tun musste, und die neue Situation sich einfach besser anfühlt. Aber wer denkt schon so viel nach, wenn er irgendwo Geld findet, das ist hier doch schon viel zu weit ausgeführt. Wer weiß, ob das Geld nicht jemand verloren hat, der es wirklich nötig hatte, zum Überleben zum Beispiel. Und genauso lässt es sich auch auf den Verlust oder Gewinn von Menschen übertragen. Es gibt immer Verlierer und Gewinner – aber man darf die Hoffnung an Gerechtigkeit niemals aufgeben! Und an dieser Stelle wünscht man sich doch einfach, man wäre wieder Kind, oder nicht? Wenn ein Kind 50ct auf dem Boden findet, denkt es sicherlich nicht, wer es verloren haben könnte. Dieses Kind weiß noch nichts von den Sorgen dieser Welt, und hebt natürlich diese 50ct auf (wer würde sie nicht aufheben?). Aber vielleicht ist Geld hier auch kein gutes Beispiel – entweder man hat es oder man hat es nicht; das Ganze auf uns Menschen zu projizieren wäre nicht gerade recht freundlich – Freunde hat man oder nicht? Das Leben steckt wie schon erwähnt voller Überraschungen; Freunde findet man nicht, nicht dann, wenn man sie durch irgendwelche Schicksalsschläge wieder verliert. Also ist es doch so, dass man sie hat oder nicht? Ich dreh mich im Kreis, ich komm hier nicht weiter, es scheint also schon irgendwo ein Problem zu sein, oder?
Vor allem wird man nie wissen, wann es soweit ist. Eben weil das Kindsein vorbei ist und man weiß, dass es immer und überall Probleme und Sorgen geben wird, weiß man nicht, ob es sich jemals ändern wird – sind dann die sogenannten Lebensmottos dazu da zu trösten? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg? Alle guten Dinge sind drei? Lebe deinen Traum? Oder ist das wieder der unheimliche Versuch, sich einzureden, dass alles gut wird, die Hoffnung nicht aufzugeben – wobei man doch aber weiß, dass es eigentlich niemals besser werden kann. Es wird immer die unerwarteten, bösen Überraschungen im Leben geben, es wird immer unangenehme Wahrheiten geben, vor allem aber wird es immer und überall Sorgen geben – daran kann man einfach nichts ändern. Aufgabe des eigenen Lebens ist es also, sich Ziele zu setzen, die man auf die für sich gewählten Wege erreichen möchte, die Hoffnung niemals aufzugeben und sich von bösen Überraschungen und unangenehmen Wahrheiten niemals unterkriegen zu lassen. Sozusagen nach dem einzig wahren Lebensmotto zu gehen: Das wird wieder. Oder: Es kann nur besser werden. Noch besser: Wo böses ist, kann gutes nicht weit sein. Vielleicht irgendwie noch anders formuliert oder so, aber letztlich steckt immer dasselbe dahinter.
Was hat das kleine Wörtchen „nur“ eigentlich für eine Bedeutung? Liest man einen Text oder eine Geschichte oder irgendwas so bewusst durch, dass man nur auf dieses kleine Wörtchen achtet… steckt einiges an Wahrheit drin. Es steht immer nur (!) im Kontext mit Dingen, die besser wären – zumindest, wenn es irgendwie ernst gemeint ist. Ist das schon mal jemandem aufgefallen?! Wer gibt schon zu ein „Nur-Mensch“ zu sein…
The Show must go on - anyway.





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