Parallele2.0 10.07.2014, 20:49 Uhr 5 4

Das Herz einem Fremden zuspielen

Zwar liebst du mich, aber kennst mich nich'.

Liebe lässt sich nicht in Strichlisten messen oder in Worte fassen, denn sie liegt zwischen den Zeilen und in den Augen der Menschen, die sie empfinden. Jetzt stehen wir uns gegenüber und deine Liebe lässt sich nicht mehr übersehen. Du schenkst sie mir, scheinbar einfach so.

Am liebsten würde ich fluchen wie ein Rohrspatz, dich anschreien und dir an allem die Schuld geben, weil ich so unheimlich wütend bin! Wie kannst du nur das wertvollste, was ein Mensch geben kann, dein Herz, einfach so verschenken?! Gleichzeitig will ich mir aber auch die Augen rot weinen, weil dein Herz kein Volleyball ist und ich es nicht so einfach wie es mir zugeworfen wurde, wieder zurückwerfen kann. Abgesehen davon tust du mir deswegen unheimlich leid, denn mir graut es vor dem Tag, an dem du mir länger als sonst in die Augen schaust und leise ein schüchternes ,,Ich liebe dich“ stammelst und ich nichts Anderes als ein knappes ,,Danke“ zurückgeben kann, obwohl ich genau weiss, dass das wohl in keinem Universum die richtige Antwort wäre.

Bis dahin werden wir aber wahrscheinlich wie gewohnt verfahren: Du schaust mir nach und starrst mich an, während ich so tue, als ob ich das nicht merke.                                                                                       In den Nachrichten sprechen sie dauernd von der NSA, aber erst jetzt beginne ich zu verstehen, was Überwachung wirklich bedeutet: Deine verliebten Augen können scheinbar gar nicht genug von meinem Antlitz bekommen, während natürlich inzwischen schon deine Freunde informiert sind, um mich zu beobachten, bis ins Mark jede einzelne meiner Bewegungen zu analysieren, damit sie dir von etwas berichten können, was dir Mut und Zuversicht bringt. Ansonsten wirst du wohl nie wie oben beschrieben vor mir stehen.

Wenn ich wegen einer ernstzunehmenden Panikattacke kaum noch Luft bekomme, währenddessen bei dir bin, scheinst du dir Hoffnungen zu machen. Kein Wunder bei meinem roten Gesicht, der Schnappatmung, der Art wie ich mich verkrampfe, um mich wenigstens ein bisschen zur Beherrschung zu zwingen. Ich mache alles, damit du das nicht mitkriegst, da du dir ja auch so schon zu viele Hoffnungen machst, aber es sieht einfach so aus, als würde ich nur peinlich berührt mein Gesicht nicht zeigen wollen. 

Dann sitzt du da und grinst wie ein Idiot. Allerdings bist du eigentlich gar kein Idiot. Im Gegenteil. Du bist einer der intelligentesten Menschen, die ich kenne und dabei sogar noch zum Tränen Lachen lustig, aber einst war ich genauso wie du. Hab mein Herz umher geworfen und es des Öfteren wie einen Volleyball wieder zurückbekommen. Ich war achtlos und warf es nach einem mir völlig Fremden, der es zertrümmerte und nie wirklich zurückgab.              

Als ich dich letztens bei einem Gespräch mit deinen Freunden unterbrach, waren deine Freunde für dich kaum noch existent. Sofort hast du deinen Kopf in meine Richtung gerissen und mir hoffnungsvoll sowie flehentlich in die Augen geschaut, doch seit dem Erscheinen des Fremden in meinem Leben kann ich nicht mehr lieben und so sehr wir es uns auch wünschen mögen, du bist keine Ausnahme.                             

So drohe ich unter meiner Pflicht, dir nicht wehzutun, zusammenzubrechen, denn mit deinem Herz gibst du mir die Verantwortung, es nicht zu zerstückeln. Diesmal bin ich die Fremde und du die achtlose Person. Trotz deiner Liebe zu mir, kennst du nämlich nicht mehr als meinen Namen. Das ist wohl keine gute Basis, weil sich nicht einmal genau sagen lässt, ob du dich tatsächlich in mich oder in die graue Maus, die zu sein scheine, verliebt hast. Du weisst gar nichts über mich, aber das kann ich nur zurückgeben…

 Ich weiss nicht, was genau deine Freunde dir erzählen.                      Ich weiss nicht, was genau du für mich empfindest.                                Ich weiss nur, dass sich bei dem Gedanken an dich, in mir nichts            regt…                                                                                             

Das tut mir leid.


Tags: Zurückweisung, entschuldigung
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5 Antworten

Kommentare

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  • 1

    wow. 

    Man kann den anderen fast verstehen ...

    11.07.2014, 12:34 von tcs
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  • 1

    Ein sehr verständlicher Artikel, aber so ist die Liebe nun mal. Der Kerl sieht nur das Gute und Sschöne an Dir, und dass er vielleicht nicht gar so verkehrt liegt zeigt dieser Text auch, finde ich.

    11.07.2014, 12:09 von Cyro
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      Jau, die NSA hat die gazte Welt ganz doll lieb,  die können gatr nicht genug Datne von allen Menschen weltweit bekommen. Aber nicht nur die USA, Die Briten auch, doch Putin zieht nach, und auch wir Deutsche wwollen da jetzt mitmischen. Kein Wunder, dass die USA erstaunt fragen, warum wiue was gegen Us.Spione im Verdeidugungsmisiterium und im BND haben .... "Spoinage macht doch jeder" lautete der Spruch gestern.
      Jau, wir haben uns alle wirklich ganz doll iieb, das Interesse füreinander ist unendlich.


      11.07.2014, 12:06 von Cyro

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