SteveStitches 10.11.2013, 07:54 Uhr 6 3

Daddy und Sohn Ike

Bildertext für lichterklette

zu nah der Sonne

 

Dan, 43, ist ein sehr begabter Programmierer, er entwirft für die NSA Spionageprogramme und Programme die die eigenen Dateien verbergen und verschlüsseln.

Auf einem Gala-Diner in Washington wurde er von Michelle Obama angesprochen, ihr einen verborgenen Chat-Room einzurichten. Dort traf sie sich mit einem Kerl der sich el Toro nannte, der Stier. Es war niemand anders als der CIA Chef David Petraeus. Barack, der Ehemann von Michelle, war darüber nicht sonderlich erfreut. Die Affäre zwischen Michelle und David wurde zur Affäre zwischen David und Paula Bradwell, seiner Biografin, umgeschrieben, Paula wurde zum bedauerlichen Bauernopfer.

Auch Dan bekam ordentlich auf die Mütze, er und sein fünfzehnjähriger Sohn Ike, wurden umgesiedelt vom paradiesischen Silikon-Valley nach Fort Irwin, in der kalifornischen Mojave-Wüste.

Ike war das Überbleibsel einer Liaison von Dan mit einer Nachtclubsängerin namens Scarlett. Dan weiß bis heute nicht ob Scarlett wirklich Scarlett hieß und Ike kennt bis heute nicht die wahre Identität seiner Mutter. Laut Dan starb Ikes Mutter bei seiner Geburt, tatsächlich stellte sie das vollgeschissene, schreiende Neugeborene in einer Sporttasche vor der Wohnungstür seines Vaters ab.

Papa Dan nahm ein Jugendfoto seiner Mutter und gab es dem Jungen zu seinem achten Geburtstag, mit den wahren Worten: „Sie wäre sehr stolz auf dich gewesen.“ Seither trägt Ike immer ein Bild in seiner Hosentasche, worauf eine lachende, zwinkernde, schwarzhaarige Frau mit Rockabilly-Frisur und Petticoat abgebildet ist. Ike liebt seine Mutter.

Dan und Ike haben hier auf der Militärbasis nicht viele Freunde, sie gelten als Nerds. Unter den gedrillten und gestählten Militärangehörigen sehen diese beiden hageren, schmächtigen Gestalten aus wie zwei niedliche Jack Russel Terrier unter lauter Dobermännern und bulligen Rottweilern.

Dan hat bemerkt, dass sein Sohn einsam ist und sich für Mädels interessiert. Der Staat, der nur Dan bestrafen wollte, hat Ike aus seiner Umgebung gerissen, aus seinem Freundeskreis, weg von seinen Mitschülern, weg von Samantha. Ike und Samantha waren kein Paar, aber Ike hat sich bis über beide Ohren in Samantha verknallt, die Schönste der Parallelklasse, indianisch-irisches Halbblut. Freunde haben Ike ausgelacht, weil Samantha ein bisschen pummelig ist, aber das ist Ike egal, er möchte in ihren weichen warmen Formen versinken und hatte bereits zwei entsprechende Feuchtträume.

„Ich werde dir Flügel geben.“ Eines Tages sagt Dan zu seinem Sohn: „Ich werde dir Flügel geben. Ich werde dir einen Terminal bauen, mit dem du in der ganzen Welt, mit den schönsten Mädchen der Welt chatten kannst. Du bekommst dafür das neueste Übersetzungsprogramm, von deinem Vater entworfen. Damit kannst du mit jeder Chatbekanntschaft reden und es wird deine Worte sofort in ihre Umgangssprache übersetzen. Egal ob in Japan, Burkina Faso oder Deutschland.“

Er sieht die Begeisterung in Ikes Augen „Aber Vorsicht!“ warnt er seinen Sohn: „Nicht jedes Mädchen ist wirklich ein Mädchen und die Liebe ist kein Spiel!“ Ike wundert sich über diese Mahnungen seines Vaters, er weiß, dass sein Vater jede Nacht chattet. Dan überlegt mit welchem Vergleich er seinen Sohn die Gefahr verdeutlichen kann:

„Es gibt Mädchen die sind wie kalte Planeten, wie der Neptun. Aber diese Kälte wirst du rechtzeitig erkennen, um nicht daran zu erfrieren.“ Der Nerd Dan spricht: „Und es gibt Mädchen die sind wunderbare Sonnen. Die geben dir Wärme und Geborgenheit und fühlen sich so toll an und du willst immer näher und näher und irgendwann verbrennst du daran. Ich bitte dich, pass auf dich auf, versprichst du mir das?“ Ike nickt, Dan hackt nach: „Bitte versprich mir, dass du dich nicht an der Spiellaune einer Frau verbrennst.“ Der Sohn weiß nicht, dass sein Vater über seine verletzten Gefühle, durch Scarlett, spricht. „Papa, ich hab alles im Griff!“

Monate später hält Ike den Revolver seines Vaters am Griff. Er schaut in den Bildschirm, da sitzt schweigend ein schwarzhaariges Mädchen mit Rockabilly-Frisur, Luisa aus Deutschland, sie weiß nicht, dass Ike ihr Gespräch als Splitscreen aufzeichnet und in alle Welt verschickt. Luisa glaubt dass er blufft, das ist bestimmt wie eine seiner vielen falschen Angaben (Vater der beste Programmierer der Welt. Er lebte mal in Silicon-Valley und sein Nachbar war Mark Zuckerberg, mit dem hat er schon gegrillt. Jetzt wird er festgehalten auf einem Militärstützpunkt in der Mojave-Wüste) sie sagt: „Tu´s doch!“ Das Programm seines Vaters übersetzt, mit ihrer Stimme: „Do it!“

In Finnland winkt Johani seinen Freund Taavi zum Bildschirm: „Boah, das musst du dir anschauen, wie die erschrickt als er abdrückt!“     

 

 

 

 

 


Tags: griechische Sage
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6 Antworten

Kommentare

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  • 1

    phu, was hab ich mich erschreckt. ;)

    13.11.2013, 21:11 von Buttercup12
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 1

      dabei ergeben die wieder eine andere Geschichte - bzw. Bildern in Kopp (und schräger Stitches Humor trifft auf Lichterklettes Meisterwerke)

      11.11.2013, 22:53 von SteveStitches
    • 1

      kleine Anleitung für Bildertexte: Zuerst Text lesen, dabei feststellen ob der Text auch ohne Bilder funktioniert? Eindrücke des Textes setzten lassen. Text nochmal lesen diesmal mit Bildern und einen ganz neuen Blickwinkel, Ansichten, neue Betrachtungen, Doppeldeutigkeiten, Anspielungen entdecken. Viel Spaß.

      16.11.2013, 08:32 von SteveStitches
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 1

      das tust du eh, du wilde Hilde - ein jeder nach seinem Belieben ;-}

      17.11.2013, 23:56 von SteveStitches

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