Auch Scheitern kann erheitern
Entschuldigung, kann ich bei ihnen Mehl kaufen? Ich kriege nichts gebacken.
Da wären wir nun. Hier und dort und überall. Ein Schritt muss gemacht werden, damit man den nächsten setzen kann und setzt man nun den ersten falsch, landet man in einem tiefen Graben und dann nützt der zweite Schritt einem auch nicht mehr so viel, man sitzt ja da unten.
Gott setzte den Erfolg hinter den Schweiß, aber hinter den Schweiß noch lange nicht den Erfolg. Blöd isses. Aber ich sag euch was, in so einem Graben lässt es sich eigentlich auch ganz gut verweilen. Man muss ihn einfach in seine eigene Welt umfunktionieren. Und in meiner Welt leuchten die hellsten Farben, es funkelt und es spielt atemberaubende Musik.
Der eigentliche Sinn des Lebens erfüllt sich doch mitunter im Scheitern. „Nee, gar nicht“, denkt ihr jetzt. Na, wohl! Der Mensch gibt sich vielen Empfindungen hin, aber kaum etwas ist so intensiv gefühlt wie der Frust des Scheiterns. Seien wir mal ehrlich. Wir wollen immer nur das, was wir nicht haben können. Bekommen wir dann tatsächlich, was wir wollen, sind wir vielleicht zufrieden, ein, zwei Tage lang - und dann wenden wir uns gelangweilt einer neuen Unerreichbarkeit zu.
Das Scheitern allerdings ist ein regelrechter Prozess und der will gelernt sein. Denn von Scheitern zu Scheitern häuft sich das Selbstmitleid, in dem der Mensch so gerne badet. Aber wozu was ändern? Denn hat man sich erstmal in die Rolle des Verlierers, pardon, des glücklichen Verlierers eingearbeitet, lässt es sich gut noch ein wenig weiterscheitern. Denn würde man es anpacken, würde man seine Leistung bringen, was würde am Ende wohl passieren? Wie gesagt, auf den ersten Schritt folgt der Fall. Und im Gepäck die ganzen naiven Erwartungen, die man sich vorher fein säuberlich zu recht gelegt hat. Und das ist kein leichter Aufprall.
Kluge Verlierer vergessen ihre Schützer nicht und in meinem Graben beschwert sich niemand über ein halbleeres Glas. Zum Anscheitern reichts – und in der Zwischenzeit kann man sich überlegen, wie man sich am Besten selbst belügt, damit der Weg zum nächsten Graben nicht allzu langweilig wird.
Glückliche Verlierer – vereinigt euch!





Kommentare
der glückliche verlierer, ich darf doch bitten;-)
05.09.2008, 16:34 von go_lightlyja der strauß steckt den kopf in den sand, aber auch nur weil er bequem ist und weiß, dass es sich manchmal (aber nur manchmal) gar nicht lohnt ihn draussen zu lassen;-)
Erinnert mich etwas an einen Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, oder war das kein Strauß? ;-) So macht man sich das Leben auch leicht, wenn man sich wieder hinsetzt, weil man glaubt - es eh nicht zu schaffen, mit dieser Einstellung hat man doch was erreicht - du hast Recht. Man ist und bleibt der Verlierer. Gefällt mir dein Text.
05.09.2008, 16:30 von Alexis-Neo"nur von unten sieht man die sterne leuchten" warum ist mir das bloß nicht eingefallen :)
05.09.2008, 15:18 von go_lightlyDanke für den kommentar!