Antwort
Manchmal, da schießt mir eine Antwort durch den Kopf. Eine ganz leise. Ganz plötzlich.
Ich versuche sie zu greifen, mit den Enden meiner geifernden Haarwurzeln. Sie ist wie ein glitschiger Aal, ringelt sich durch mein en Haarwurzelwald und schmeißt mir nur ihr leises sich wiederholendes Echo entgegen. Ein paar einzelne Wörter kann ich manchmal verstehen. Doch sie geben mir nicht ihren Sinn, so unzusammenhängend.
Am schnellen Fluss sitzend taucht sie wieder auf. Sie ist etwas lauter geworden. Ein bisschen deutlicher schon. Ich habe das Gefühl, sie bleibt absichtlich manchmal kurz stehen, damit ich sie deutlich hören kann. Doch sobald ich kurz davor bin, zu entziffern, was gehört werden soll, ist sie bereits im weiten Wurzelwald verschwunden. Die Menschen um mich herum scheinen zu kapieren, was los ist mit mir, sehen mich verstohlen durch ihren eigenen Wimpernwald an. Und sehen sofort wieder weg, sobald ich es bemerke, genau wie meine scheue Antwort sodann verschwindet.
Ein paar Wochen später, ich sitze gerade an einem heißen Aluminiumtisch einer überfüllten Autobahnraststätte, mein Auto ist noch ganz heiß von der langen Fahrt, die hinter uns liegt und schon zitternd vorfreudig auf die noch längere Fahrt, die uns erwartet, schreit die Antwort mich plötzlich lauthals an. Unverhofft.
Ich zucke sichtlich zusammen, so gewaltig kommt sie über mich. Die Umsitzenden rutschen unmerklich ein Stück von mir weg. Ich kann sie jetzt, endlich, ganz deutlich verstehen.
Kapieren.
Vollziehen.
Meinen schlechten Kaffee trinke ich noch aus, denn ich muss wach bleiben.
Die Fahrt hat sich verlängert.
Steige in mein Auto und fahre los.
Mit klarem Blick.





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