tomsson 08.02.2012, 13:55 Uhr 26 11

Analoge Erinnerungen

Mal dunkel, mal ziemlich überbelichtet. Analog ist besser.

 Eigentlich kann ich mich gar nicht so genau erinnern. Vielleicht auch weil ich mich eigentlich nie so wirklich genau erinnern kann, immer nur so blass und sich verlierend, partiell ein wenig überbelichtet .. wie ein Polaroid, ideenhaft einfach. So war es und so wird es wohl auch bleiben.
 Man sagt, dass Erinnerungen nicht selten überbelichtet sind. Ein Großteil der Bildfläche verliert sich im Dunkeln, verschwimmt, nimmt andere Formen oder Inhalte an. Der Rest des Bildes scheint im Licht und das Licht scheint auf ihn. So genau weiß ich das eigentlich auch gar nicht; ich weiß nur, dass ich das mal gelesen habe. Ich erinnere mich daran. Es heißt, wir erinnern uns gern an besonders helle Abzüge, an Sonnentage. Das Licht scheint direkt in die Linse, man kann die Wärme und Intensität beim Betrachten spüren, irgendwie kraftvoll und doch mit gewisser Leichtigkeit wärmt es. Es scheint vertraut. Man muss unweigerlich die Augen ein wenig schließen. Nicht zu sehr, nur ein wenig - sodass ein letzter Blick durch die Wimpern bleibt, blinzelnd. Es ist schön. Und warm. Wir erkennen das Lichtfeld, seinen Inhalt. Er wirkt recht hell, beinahe weiß und jungfräulich. Der Rest hingegen ist  unterbelichtet. Erkennen kann man da nicht wirklich viel, vielleicht ist das aber auch gar nicht gewollt. Ich habe so schon das eine oder andere Album, gefüllt mit recht dunklen, verkorksten Bildern. Ganz hinten im Schrank liegen sie, etwas verstaubt. Diese Bilder sind nicht tiefschwarz, sie sind einfach dunkel. Wegwerfen kann ich sie trotzdem nicht. Das zu tun, täte mir weh. "Wozu brauchst du die noch?", werd ich manchmal gefragt und ich kann dann nicht direkt antworten. Sie anzuschauen, tut weh. Aber sie gehören zu mir.
 Ich setze mir lieber Kopfhörer auf, schließe die Augen. Vertraute Klänge und Stimmen, als kämen sie aus demselben Raum. Ich sehe eines der Polaroids vor mir. Etwas überbelichtet, sicher, und mit der einen oder anderen dunklen Ecke. Ich mag es.

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26 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Digital ist besser! - Haben Tocotronic schon damals gewusst!

    09.02.2012, 20:31 von RAZim
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  • 1

    Hm... Nein.

    09.02.2012, 00:12 von TheFray
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  • 0

    Mhmmmmmmm ah.

    08.02.2012, 20:47 von NeverGrowUp
    • 0

      kapiert?



      ich nich.

      08.02.2012, 21:50 von MiZa.
    • 0

      Nö. Auch nicht. Das war kein Verständnis-Mhmmmm, sondern eher ein Ich-weiß-nicht-was-das-soll-Mhmmmmm.

      08.02.2012, 22:07 von NeverGrowUp
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  • 0

    nostalgie in klebstoffform.


    was'n mit dem typen los?

    08.02.2012, 19:21 von MiZa.
    • 0

      Vielleicht ist das der Grund. Klebstoff!

      08.02.2012, 19:22 von Sun.rise
    • 2

      ahhh!


      ich schrieb es, ohne daran zu denken.

      08.02.2012, 19:26 von MiZa.
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  • 7

    Hach ja, alles war früher besser. Die Hornbrillen, die Polaroidkameras, Die Pferdekutschen und die Chucks.

    08.02.2012, 17:26 von Sun.rise
    • 0

      so? darum, dass früher alles "besser war", geht es gar nicht

      09.02.2012, 08:49 von tomsson
    • 0

      sondern?

      09.02.2012, 15:27 von independentdreamer
    • 0

      vielmehr darum, dass man sich (unterbewusst und unbeabsichtigt) häufiger an die schönen dinge erinnert, sie evenutell hier und da ausschmückt, glorifiziert und sie zu etwas werden, was vielleicht sogar nie waren. was wiederrum in maßen gar nicht so schlimm (sogar unausweichlich) ist, wer hat schon noch haargenaue und exakte erinnerungen an die schönen stunden, die 10-20 jahre zurückliegen? jede erinnerung wird eher zu einem kurzfilm, einer geschichte oder eben einem bild. wenn man nicht ganz vergisst, was alles auch negatives passiert ist und das nicht komplett im dunklen verschwinden lässt und ausblendet, sondern erkennt, dass es teil von einem ist, dann darf man gern auch seine (bearbeiteten) erinnungen genießen. zum selbstschutz, zur inneren erleuchtung, zum was-auch-immer-man-will

      09.02.2012, 15:56 von tomsson
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  • 4

    waaaaas?

    08.02.2012, 15:25 von Sterling4ever
    • 0

      Du sprichst mir aus der Seele.

      08.02.2012, 15:40 von lalina
    • 0

      irgendetwas wird halt dunkel und dann wieder hell und das immer und immer wieder.

      08.02.2012, 16:01 von Sterling4ever
    • 2

      Und zwischendurch die Erinnerungen, an die das Ich sich nicht erinnern kann.

      08.02.2012, 16:04 von lalina
    • 2

      ja genau, im Prinzip ist der Text ein bisschen wie das Wetter: matschig und grau und diffus.

      08.02.2012, 19:56 von Sterling4ever
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  • 2

    'Mal dunkel, mal ziemlich überbelichtet. Analog ist besser.'

    Ich mags nicht, wenn im Teaser schon die Logik mit Stiefeln getreten wird. Da vergeht einem sofort die Lust am Lesen.

    08.02.2012, 14:57 von quatzat
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  • 1

    "Der Rest ist unterbelichtet" find ich ein gutes Mantra für heute! :D

    08.02.2012, 14:51 von topfbluemchen
    • 0

      ey!

      08.02.2012, 16:17 von IceIceFriedhelm
    • 0

      Ey man ey, wat denn?! :)

      08.02.2012, 16:37 von topfbluemchen
    • 0

      datt weißte ganz genau!

      08.02.2012, 16:39 von IceIceFriedhelm
    • 1

      ..jemand sprach, es wurde (unterbe-)Licht, doch er fand den unteren Schalter nicht.

      08.02.2012, 16:43 von topfbluemchen
    • 0

      flachwitz, füße hoch!

      08.02.2012, 16:44 von IceIceFriedhelm
    • 0

      Ich will auch'n Manta für heute...

      08.02.2012, 16:50 von sailor
    • 0

      Flachwitz, da konnte Sailor ja nicht weit sein ;P

      08.02.2012, 16:54 von topfbluemchen
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