unknown.poetry 13.08.2017, 11:01 Uhr 3 0

An meine Tochter

Wir alle müssen irgendwann los lassen und geliebte Menschen ihren Weg gehen lassen...

Heute ist er gekommen, dein großer Tag, der Tag von dem du seit deinem sechzehnten Lebensjahr an geträumt hast. Du trägst ein weißes Kleid und ich kann es nicht anders beschreiben, aber du siehst aus wie eine Prinzessin.

 Das Kleid erinnert mich an deine Lieblings-Barbie Lilli, mit der du immer gespielt hast als du noch ein kleines Mädchen warst. Ich weiß noch genau wie wir damals in deinem rosa Kinderzimmer auf deinem Prinzessinenbett saßen und du mich mit großen enttäuschten Augen angesehen hast, als ich dir erklären musste, dass ich keine Ahnung habe wie man einen einen französischen Zopf flicht. Ich mochte die Enttäuschung in deinen Augen schon damals nicht gerne und das war wohl auch der Grund, weshalb ich mir später unzählige Videos angeschaut habe, um zu lernen wie man kleine Mädchen-Träume erfüllt und ihnen die Haare flicht. Denn das Leuchten in deinen Augen – meine Prinzessin, als du mit deinem ersten „DIY-Papa-Zopf“ zur Schule gegangen bist, war unbezahlbar.

 Auch heute trägst du dein langes Haar in einem französischen Zopf, jedoch ziert eine besetzte Spange die adäquate Frisur. Ich erkenne sie wieder, es ist die Brosche, die wir zu deinem Abschluss haben umarbeiten lassen, das Erbstück meiner Mutter. Du hast immer gesagt, wie sehr du sie geliebt hast – deine Oma, sowie die Brosche und heute, an diesem besonderen Tag, kannst du sie beide bei dir haben.

 Ich bin voller Stolz dich zum Altar führen zu dürfen, deine warme, leicht schwitzige Hand liegt auf meinem Arm und ich merke, dass du dich unheimlich auf deine Zukunft freust, aber auch gleichzeitig nervös bist und ein bisschen Angst hast. Ich will dir diese Angst nehmen, denn ich weiß, dass du alles schaffen kannst. Du warst schon immer ein starkes Mädchen und wirst eine noch stärkere Frau werden. Denn eines habe ich von dir (und den zahlreichen Disney-Filmen die wir zusammen geschaut haben) gelernt: du kannst alles schaffen, du musst nur an dich glaubst.

 Ich habe immer an dich geglaubt, ich tue es in diesem Moment und ich werde es bis zum Ende meines Lebens tun; denn du bist meine Tochter und ich könnte mir keine bessere auf der Erde wünschen. Ich überreiche dich an deinen zukünftigen Ehemann und hoffe, dass er seinen Pflichten genauso nachkommt, wie auch ich es versucht habe zu tun. Ich hoffe, dass er dich schütz, dass er dir hilft die Welt zu verstehen, dass er dir ein Zuhause schenkt, dass er auch in schlechten Zeiten zu dir steht, dass er Berge für dich versetz, dass er dich wieder an Magie glauben lässt und vor allem, dass er dich bedingungslos liebt.

 Meine Tochter, es ist an der Zeit, dass du ein neues Kapitel in deinem Leben beginnst. Ich schaue voller Liebe und guter Erinnerungen zurück auf unseren bisherigen Weg. Und auch wenn ich dich jetzt gehen lassen muss, weiß ich, dass du für immer mein kleines Mädchen bleiben wirst.

 In Liebe, dein Vater




Tags: Hochzeit, Vater, Tochter, Abschied, Familie, Loslassen, Braut
3 Antworten

Kommentare

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  • 1

    okay, bin wieder weg

    13.08.2017, 16:40 von EliasRafael
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  • 2

    Wahhh...eh...ne. Gelesen und Kleinhirn verklebt. 

    13.08.2017, 12:07 von Bergfenster
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  • 3

    O Graus...

    13.08.2017, 11:18 von sailor
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