hib 09.02.2009, 09:56 Uhr 41 56

Alterserscheinungen

Ich bin noch jung. Zumindest hab ich das immer gedacht.

Hinter den Gittern an den Seiten meines Küchenradios scheint eine Tonleiter umgefallen zu sein. Irgendwo hinter der blauen Plastik wird gerade Strom zu Lärm umgewandelt. Es fiept, es scheppert, es nervt. Irgendeiner dieser quiekenden Töne, die sich ständig wiederholen, scheint physikalisch dafür konzipiert worden zu sein, mir hier und jetzt weh zu tun. Die Stimme, die sich wie ein Nagelbrett über den Klangteppich legt, hatte sicher eine schwere Kindheit. Sie möchte etwas von ihrem erlittenen Schmerz abgeben. Zurückgeben. Und zwar über die Luft in meiner Küche. Nach einer halben Minute ist meine Schmerzgrenze von den panzernen Noten und schweren Disharmonien platt gewalzt. Ich fühle mich überrannt. Ich schalte aus. Der Schalter beschwert sich über meine Aggressivität und verliert die Fassung. Ruhe. Was für eine Wohltat. Die Luft hört auf zu flimmern und zu schwingen. Ich verstehe wieder mein eigenes Gedankenwort. Ich erhole mich zwei Minuten, die mir die Katze mit der Uhr im Bauch an meiner Wand vorzählt. Tick und Tack. Ich bewege mich keinen Zentimeter in irgendeine Richtung. Ich höre dem Rauschen der Autos vor meinem Fenster zu. Und in einer ruhigen Rotphase höre ich sogar mein Herz. In Berlin hört man das mindestens so selten, wie man die Milchstraße sieht. Ich muss an den Tod denken. Und schalte das Radio lieber wieder ein. Meine Hoffnung, dass der Moderator das Lied ebenso schrecklich findet, wie ich, erweisen sich als naiv. Das letzte, was ich an diesem Tag von ihm höre, bevor ich von meinem Grundrecht auf Stille in meiner Küche gebrauch mache, ist der Satz: "Ja Leute, das war mein persönlicher Lieblingstrack zur Zeit. Ganz heißer Scheiß aus?" Aus!

Der neue Praktikant ist Anfang zwanzig. Er schickt mir Links über unseren internen Messenger. Was immer er gut findet, schickt er mir. Oder lustig. Oder nicht lustig. Oder peinlich. Sein Name ist das von mir am häufigsten gelesen Wort tagsüber. Sein Name steht oben links in der Messengerbox. Ich wüsste zu gern, wo er all das Zeug findet. Mein Internet besteht zumindest aus weniger Seiten. Er interessiert sich für Musik und Mode und Kunst und so sieht er auch aus. Er macht gerade die Phase mit den Holzfällerhemden durch und steckt seine Hosen in die Socken. Er kennt meine Bands, er kennt seine Bands und er kennt die finnischen Bands vom Multimediamann, die sonst keiner kennt. Er kennt sich gut im Internet aus. Ständig gewinnt er Schuhe oder bekommt einen Link geschickt, der ihm sagt, wo er Schuhe bekommt. Andauernd blinkt es auf seinem Bildschirm. Und während er mit mir spricht, schreibt er eine SMS, schreibt in seinen Messenger und hat eine Idee für ein neues Projekt. Irgendwas mit Mode. Er hat einen dieser modernen MP3 Player, die man nur anschauen muss, damit sie Musik abspielen. Er ist Oldschool, New School. Er kennt meine Vergangenheit, hatte auch einen Gameboy und ist gleichzeitig die Zukunft mit seinem Iphone. Und in der Mittagspause unterhält er sich über Public Relations. Er hat eine Freundin und geht jetzt nach Hamburg. Sie machen gerade die Phase durch, in der man glaubt, es käme nichts mehr nach einer Beziehung, die schon über drei Jahre geht. Aber vorher legt er noch in Barcelona auf. Szeneclub. Klar. Und in Aschaffenburg, im Jugendzentrum. Man muss ja auch seine Basis im Blick behalten. Er kann gut zuhören und ist ein aufmerksamer Beobachter. Er sieht mich manchmal komisch an, wenn ich ihn komisch ansehe. Denn wenn er sich bewegt, nehme ich ihn nur noch als verschwommenen Umriss wahr. Er ist einfach viel zu schnell für meine Blicke.

Ich sitze in der Bahn. Auf dem Weg zur Arbeit. Es ist gerade vor einer halben Stunde hell geworden. Aber meine Lider sind wie die Sonne noch nicht vollkommen aufgegangen. Sie hängen auf halber Strecke, lassen noch nicht alles Tageslicht durch. Sie filtern das grelle Weiß heraus, damit das Rot um meine Pupillen herum nicht rosa wird. Mein Körper ist noch nicht komplett hochgefahren, ein paar Komponenten haben sich noch nicht mit der vertikalen Position abgefunden. Mein Fuß schmerzt seit dem ersten Auftreten heut morgen. War wohl mal wieder der falsche Fuß. Ich erwische mich in letzter Zeit irgendwie andauernd morgens auf dem falschen Fuß. Mein Verstand sitzt auf einem Einzelplatz und schaut aus dem Fenster. Er genießt das weiße Rauschen und lauscht den friedlichen Klängen, die aus meinen Kopfhörern zu ihm vordringen. Ich höre morgens seit Neustem Musik, die mich entspannt. Früher brauchte ich noch eine Gitarre und ein Schlagzeug, die mir in den Arsch treten. Heute betten weiche Beats meinen Kopf zur zweiten Ruh. Die Bahn hält das zweite Mal, seit ich eingestiegen bin. Irgendwer setzt sich vor mich. In meinen Augenwinkeln ist plötzlich alles schwarz. Ein riesen Kreuz, auf dem eine Lederjacke hängt sitzt vor mir. Auf seinem Kopf hängen die größten Kopfhörer, die ich bisher gesehen habe. Ich will mich gerade wieder auf den Frieden vor meinem Fenster konzentrieren, da mischen sich meine Beats mit seinen. Ich höre eine kreischende Stimme, der es scheißegal ist, dass mein Rhythmus anders tickt. Eine Doublebase massakriert meine Celloharmonie. Ich beschließe zu kämpfen und drehe lauter. Noch immer knattert seine Snare wie ein Hubschrauber über meinem wogenden Weizenfeld. Ich drehe lauter. Jetzt höre ich nur noch die Stimme. Ich drehe lauter. Mir schmerzen die Ohren. Ich steige eine Haltestelle früher aus und nehme den Weg durch den Hinterhof. Dort ist es so schön ruhig.

Ich steige am Alex aus der Tram aus. Ich beseitige hastig die klebrigen Brötchenreste meiner Tochter von meiner Hose und kreuze die Skyline. Rechts von mir hüpfen ein paar junge Kerle auf und ab. Einer hat ein Mikro und brüllt etwas von Freiheit der Bewegung und Wochenkursen hinein. Sein kleiner Verstärker versteht davon nichts und unterbricht ihn mit einem lauten Fiepen. Ich bleibe stehen und schaue zu. Sie tanzen wirklich, erkenne ich nach ein paar Minuten und zeige mit meinem Finger in ihre Richtung, damit auch meine Tochter es versteht. Die Jungs haben runde Gesichter. Keine Spur von Ecken und Kanten. Ihre Frisuren gleichen den Mangel aus. Meine Tochter beginnt zu den stampfenden Technobeats zu wippen und ich ergreife die Flucht. Denke über einen Internatsplatz für sie nach. Auf der anderen Seite vom Alex stehen noch mehr Jungs. Ihre Bewegungen sind geschmeidiger, als die ihrer Nachbarn. Ihre Haut dunkler. Ihre Musik ist gebrochener aber genau so laut. Ihr fehlt die Tiefe, ihr fehlen die Bässe. Sie sammeln Geld für ihre Breakdanceschule und klatschen in die Hände, als läge die Welt darin. Dabei sehen sie so aus, als müssten sie jetzt gerade um die Zeit selbst im Matheunterricht sitzen. Vor ihnen steht eine Gruppe kichernder Mädchen, die ihre heimliche Zuneigung mit Tuscheleien und Beleidigungen ausdrücken. Sie sind bunt. Ihre Gesichter sind so rund, wie die der Jungs. Ihre Klamotten erinnern mich an den Film Lolita, den ich mal heimlich vor meiner Pubertät geguckt habe, als meine Eltern ins Kino gegangen waren. Ich denke mir im Stillen, dass einige davon mal echt hübsch werden könnten - wenn sie die seltsam großen Rucksäcke und die viele Schminke ablegen würden. Als ich den Alterunterschied kalkuliere, wird mir ein wenig schwindelig. Nur halb so alt wie? Aber ich muss zum Glück sowieso weiter. Meine Tochter braucht ein Faschingskostüm für den Kindergarten. Vielleicht frage ich einfach einen der hüpfenden Jungs nach seiner Hose, denk ich und sehe einen alten Mann milde lächeln, als er mich und meine Tochter anschaut.

Es ist Freitagabend. Na gut. Es ist gerade erst halb sechs. Später Nachmittag. Ich sitze mit meiner Tochter in der Küche und esse Abendbrot. Es gibt Schnitten mit Leberwurst und Banane. Im Radio unterhalten sich die beiden Moderatoren darüber, was sie abends machen wollen. Also wenn es dann richtig abends ist. Es sind die beiden selben Moderatoren, die am Sonntagmorgen gegen zehn ihre Hörer fragen, ob sie denn schon aufnahmefähig wären nach der letzten Nacht. Ich bin dann meistens schon seit sieben wach und nicke, während ich eine SMS an Freunde schreibe, die erst gegen Nachmittag beantwortet wird. Nachdem meine Tochter also halb sieben in ihrem Bett ist, setze ich mich auf mein Bett und wundere mich über den lauten Seufzer, den ich dabei von mir gebe. Vor dem Fenster treffen sich vier Jugendliche, die Lärm machen mit allem, was sie zu bieten haben. Ich beobachte sie heimlich und rate ihr Alter. Über die Zahl 15 komme ich nicht hinaus. Sie überlegen, wo sie Bier herbekommen. Vor allem der Dicke fragt sich das. Ich schaue auf die Uhr und überlege, ob und wann ich damals zu Hause sein musste. Aber es ist gerade viertel Acht. Niemand ist viertel Acht zu Hause. Und niemand da draußen hört mich hier oben leise darüber lachen. Als ich um zehn langsam weg dämmere, ist die Beleuchtung vom Copyshop noch an. Die geht erst Mitternacht aus. Da träum ich schon längst von meiner Jugend. Und während sich die Stadt draußen bereit macht für die Nacht, dämmert es bei mir bereits.

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41 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Hach, irgendwie schön...
    Den Satz mochte ich am liebsten
    Mein Verstand sitzt auf einem Einzelplatz und schaut aus dem Fenster.

    02.08.2011, 19:17 von topfbluemchen
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    Mann kanndie Stimmung förmlich fühlen, sehr gut!

    19.02.2009, 16:52 von Strange0ne
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    ;o)) schön wenn man sich in einem Text wiedererkennt....
    und plötzlich ist man ALT !!
    Dabei fühlt man sich doch gar nicht so....
    und doch,
    alle Reaktionen und Symptome weisen darauf hin.
    Nur gut wenn man nicht wehmütig zurückblicken muß weil man etwas verpasst hat, sondern weil man es genossen hat als man jung war.

    Darum "life is for living" Just DO IT ;o))))

    11.02.2009, 22:55 von ARCENCIELDAMOUR
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      @ARCENCIELDAMOUR "Mein Körper ist noch nicht komplett hochgefahren, ein paar Komponenten haben sich noch nicht mit der vertikalen Position abgefunden." - definitiv meine Lieblingsstelle! Seit ich 13 bin geht mir das so, wenn ich gezwungen bin früh (für mich heißt das: vor 8:00) aufstehen muß... das hat also nix mit dem Alter zu tun... ;-)

      13.02.2009, 19:20 von Fuexa
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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      @CarinasSchlampe aaaargh!!!!! :)

      12.02.2009, 09:30 von hib
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    Ein sehr nicer text. Gefällt mir sehr gut!!

    10.02.2009, 21:51 von Dance-For-me
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    26, das ist doch kein Alter *lach*

    Guter Text... ich würde da rabunzel zustimmen :)

    10.02.2009, 15:18 von jackie_in_silber
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      @jackie_in_silber wohl! vor allem mit Kindern ist 26 ein Alter!

      10.02.2009, 19:56 von Kaddinsky
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    Ich frage mich die ganze Zeit ob Du gelernt hast so beeindruckend über das Leben zu schreiben oder ob Du es wirklich so empfindest. Grandioser Text über den ich schon den ganzen Tag nachdenke. Dein Buch werde ich mir auch kaufen obwohl ich jetzt schon Angst habe, dass es mich nicht mehr in die Realität zurücklässt und ich nur noch an Deine Worte denken muss...

    10.02.2009, 13:08 von struse
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    Es gab da mal diesen Werbespott.
    Da ging's darum, dass sich die Welt von Tag zu Tag etwas schneller dreht.
    Darum, dass jeder Tag im Laufe seines Ablebens ein bestimm-, doch nicht messbares Stückchen Zeit verliert, exakt so lang, dass es zumindest für all diejenigen uneinholbar bleibt, die merken, dass ihnen Zeit gestohlen wurde.

    Dass die Welt sich schneller dreht, das ist eine Tylillusion.
    Faktisch stimmig, dennoch bedeutungslos, - es sei denn, man ist Mikrobe oder Eintagsfliege.
    Das Entscheidende ist, dass das Gedankenvolumen eines durchschnittlichen Menschen jeden Tag um etwa 0,0062 µl zunimmt.
    Und dann passiert etwas Ungeheuerliches: Das Gesetz der Trägheit kommt ins Spiel.
    Im Prinzip heißt das, dass jedem Menschen am Ende des Tages genau die Zeit fehlt, die benötigt würde, den eigenen Hintern komplett über die magische Schwelle zu hiefen, die die Gegenwart von der Zukunft trennt.
    Das wiederum bedeutet, dass der Mensch sich mit fortschreitendem Lebensalter immer mehr mit dem identifiziert, was in der Vergangenheit für ihn bedeutsam war.
    Er kommt immer mehr ins Hadern mit der sorglosen Beschwingtheit seiner jugendlichen Umwelt.
    Da bekanntermaßen Hadern und Grübeln zu den wesentlichen Gedankenvolumenbeschleunigern gehören, kann man getrost von einem Teufelskreis sprechen.
    Es beginnt mit selektiver Wahrnehmung und endet im erstarrten Tunnelblick, der sich auf den kleinsten, noch erinnerbaren Punkt in der Vergangenheit richtet und schließlich mit ihm verschmilzt.
    Wenn das passiert, ist der Mensch - barmherziger Weise - bereits tot.
    Zumindest tot genug, um keinen Vergleich mehr zum Leben anstellen zu können.

    Einmal, es ist viele Jahre her, da musste ich meinen damals dreijährigen Sohn mitten in der Nacht trösten, weil ihm eine dunkle Ahnung den Schlaf raubte. "Es ist alles so schrecklich monoton!", weinte er.
    Als Mensch konnte ich ihm nur beipflichten, als Mutter entschied ich mich für die klassische Notlüge, beging einen gedanklichen Quantensprung in die noch weit entfernte Dämmerung, füllte meine Augen mit lichter Zukunft und sprach so viele gewichtige Worte wie nötig waren, um meinen Sohn von einer prächtigen Zukunft träumen zu lassen.
    Gewisse Details verschwieg ich geflissentlich, zum Beispiel, dass jeder Zukunft das Schicksal der Vergangenheit blüht.
    Dass jeder Anfang im Endpunkt irgendeiner verblichenen Ex-Zukunft liegt, während man nicht beurtylen kann, ob das nun fair ist oder nicht, weil man ja immer mittendrin steckt.

    Das Leben ist ein verfluchtes Dreiländereck, so sehr man sich als Zweibeiner auch bemüht, es gelingt einem nicht, auf ganzer Ebene standhaft oder auch nur beständig zu bleiben.

    10.02.2009, 11:30 von JackBlack
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      @JackBlack aha aha. so funktioniert das also. macht sinn. gibt es ein gegenrezept? meine mutter hat die fähigkeit verloren, mir die zukunft schön zu reden. oder ich hab den glauben daran nicht mehr beisammen.

      10.02.2009, 11:35 von hib
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      @hib Die größte Herausforderung des Erwachsenwerdens besteht wohl darin, den Ex-Elternjob kontinuierlicher Illusionierung an sich zu reißen - und zwar möglichst so, dass man es gar nicht merkt.

      Entweder ist man dazu tricky genug oder man setzt auf den Gewöhnungseffekt.
      Jeder wächst an seinen Aufgaben, fraglich nur, in welche Richtung.

      10.02.2009, 12:09 von JackBlack
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      @JackBlack ich bin gespannt. ob man zu irgendwas tricky genug ist, weiß man eh erst hinterher. nämlich dann, wenn man aus der zukunft in die vergangenheit auf sich drauf schaut. und die hastigen bewegungen von den großen gesten unterscheiden kann.

      10.02.2009, 12:11 von hib
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      @hib Der Trick der wahren Trickyness besteht ja strenggenommen darin, vorher besser zu wissen, was man erst im Nachhinein bestätigt bekommt.

      Das Prinzip ist einfach:
      Man muss immer einen Tick vorausschauender sein, als die gesammelten Erfahrungen und der jeweilige Reifegrad es zulassen.

      Neulich sagte mal jemand zu mir:
      "Mutig sind nur die, die bereits in der Zukunft leben."
      Das hörte sich schlau an, war es aber nicht.

      Wie gesagt, mit dem Visionieren ist das so eine Sache.
      Man muss mit der Nase zuerst über die Ziellinie, während man rückwärts läuft und die Augen auf den eigenen Hintern schielen.
      Das geht natürlich zu Lasten der Bodenhaftung - und schön anzusehen ist dieses Gehampele ebenfalls nicht.

      Aber Peilung und Zielgenauigkeit sind vielleicht auch gnadenlos überschätzt.
      Wenn man nämlich aus der Retro auf die großen Gesten blickt, stellt man oft fest, dass diese das Ergebnis von Handlungen sind, die zu selbstlos waren, um irgendeinem Bezug oder Plan folgen zu können.
      Ganz davon abgesehen, dass sie es auch gar nicht wollten.

      Oder so.

      10.02.2009, 15:25 von JackBlack
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    Ich bin jetzt 22 und selbst ich komme immer wieder in situationen in denen ich mich alt fühle. Zum Beispiel, wenn ich mich 16 jährige sietzen. Vor ein paar Wochen war ich in meiner alten Schule, oh hab ich mich alt gefühlt. Ich hatte mich immer noch als 10 Klässlerin im Spiegel gesehen. Ich finde deinen Text sehr schön, den ersten Block fand ich etwas überladen, und erst wollte ich nicht weiter lesen, aber es hat sich gelohnt. Am besten finde ich den Teil, wo du deinen Praktikanten beschreibst.
    Und ein Tipp, umgebe dich mit Leuten die etwas älter sind als Du, dan n fühlst du dich auch wieder jünger ;-)

    10.02.2009, 11:06 von PINKmitGlitzer
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      @PINKmitGlitzer ;o)) Klasse idee, aber wer will schon die ganze Zeit mit Opas rumhängen, HAAALLOOO ich bin jung, nun gut, dass ich mich die meiste Zeit mit "etwas" jüngeren Menschen abgebe mag an meinen 3 Kindern liegen aber das macht mich doch hoffentlich NICHT alt. u u u und die grauen Haare? ....ohoh

      11.02.2009, 23:00 von ARCENCIELDAMOUR
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    Bravo! Es gibt scheinbar mehr Alte hier als man so denkt. Vielleicht ist "alt sein" ja bald auch bei den Jungen hip...?

    10.02.2009, 11:02 von Moglima
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      @Moglima Du irrst wir sind nicht wirklich alt, man kann auch nur im Kopf alt sein, und da gibt es sogar jede Menge rentereife Jugendliche . Meine Schwiegermutter zum Beispiel wird 60 aber wenn ich mal 60 werde, dann möchte ich bitte auch so jung im Kopf sein wie Sie.

      11.02.2009, 23:03 von ARCENCIELDAMOUR
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