infinityroads 11.11.2015, 20:22 Uhr 1 1

Alles auf Pause

Es ist einer dieser Tage an denen ich mir das Herz rausreißen möchte, den Kopf ausschalten und die Welt auf Stand by schalten.

Es ist einer dieser Tage an denen ich mir das Herz rausreißen möchte, den Kopf ausschalten und die Welt auf Stand by schalten.
Eigentlich gibt es keinen Grund zu klagen, eigentlich könnte alles viel schlimmer sein. Wenn nicht ständig die selben Gedanken immer und immer wieder in meinem Kopf umher kreisen würden. Ich bin 31, weiblich, Single und zurzeit arbeitslos. Damit fängt es schon an.
Ich habe festgestellt, dass Dates wie Vorstellungsgespräche sind. Man denkt sich im Anschluss "ja, das ist doch gut gelaufen. Mal schauen, welches Feedback ich bekommen werde". Man geht grinsend und zufrieden nach Hause, um dann ein paar Tage oder Wochen später eine Absage zu erhalten. "Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns für einen Ihrer Mitbewerber entschieden haben". Also wieder eine Absage und weiter versuchen. Ich wäre den Kerlen mit denen ich mich bisher getroffen habe sehr dankbar gewesen, wenn es ähnlich vonstatten gegangen wäre. Das wäre zumindest aufrichtiger gewesen, als die übliche "ich habe in nächster Zeit sehr viel zu tun, aber wir könnn uns ein andermal treffen"Platte abzuspielen.
Versteht mich nicht falsch. Ich mache mein Glück nicht von einem Mann abhängig. Es gibt Tage, an denen bin ich mir selbst genug. Dann fahre ich an den See oder gehe in den Park, höre Musik und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Aber an Abenden wie diesen finde ich nichts unerträglicher, als mit meinen Gedanken allein zu sein und mir immer wieder die selben Fragen zu stellen: "werde ich jemals wieder einen Job finden, was wenn nicht, werde ich jemanden finden, mit dem ich diese kalten ungemütlichen Abende zusammen verbringen kann". Heute Abend hätte ich sogar Gesellschaft haben können. Ein paar Freunde haben sich auf ein Feierabendbier verabredet und mich auch eingeladen. MIttlerweile habe ich mich selbst aber in so schlechte Stimmung gebracht, dass ich nach einer Stunde eh wieder nach Hause gegangen wäre. Heute Abend hätte ich mich auch in Gesellschaft einsam gefühlt. Das ist wohl eines der schlimmsten Gefühle auf der Welt. Nicht ganz grundlos ist mein Kopf sauer auf mein Herz und fragt "du willst nicht allein sein. Heute Abend wärst du es nicht gewesen. Was willst du denn eigentlich?". Mein Herz antwortet und sagt "so genau kann ich dir das nicht sagen, aber hauptsächlich möchte ich einfach 'ankommen'" und setzt für einen Moment den Herzschlag aus.


Tags: liebe, Herbst, Blues
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