LostOneShoe 14.06.2015, 09:39 Uhr 1 1

Alleinsein

Wenn man der Heimat den Rücken kehrt...

Fühlt sich an, als wär‘s für immer,
tut oft weh unter der Haut,
täuscht die Hoffnung tief im Herzen,
der man selber gar nicht traut.

Hindert stets am Vorwärtskommen,
verdrängt die Sicherheit mir,
stürzt mich in ein tiefes Loch,
in dem ich gänzlich mich verlier.

Nagt an meiner Zuversicht,
lässt mich schweigend hier zurück,
trübt den Glauben mir im Geiste
und im Lichte mir den Blick.

Hab das Selbstvertrau’n verloren
auf der Suche nach dem Stolz;
was, wenn ich hier einfach bleibe?
Ich bleib steh’n und klopf' auf Holz

Vorwärts geh’n und rückwärts blicken
schließt sich gegenseitig aus,
doch der Blick über die Schulter
treibt mir meine Zweifel aus.

Rückendeckung braucht ein jeder,
der allein sich bloß versteckt,
denn gemeinsam werden Kräfte,
die sonst nichtig erst geweckt.

Frag mich, was mein altes Leben
ohne mich so alles macht.
Frag mich, ob es schöner ist,
ihr mehr redet und mehr lacht.

Starre lang auf meine Blätter,
die fordernd hier vor mir verweilen
und frag mich, wenn selbst ich so leer,
wie soll ich füllen diese Zeilen?


Tags: Alleinsein, einsam, Heimweh
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1 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Oh, das kenne ich nur zu gut!
    Als ich vor vier Jahren meine Heimat verlassen habe, tat das schrecklich weh!

    14.06.2015, 16:24 von fraeulein.Wunderlich
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