Merida 26.01.2012, 11:36 Uhr 0 0

Fussballfans

Die grössten Probleme der Schweiz Während die EU mit dem Untergang des Euros zu tun hat, hat die Schweiz ganz andere Probleme. Anscheinend.

Wenn man normalerweise Leute fragt, was denn das grösste Problem, die grösste Angst in einem Land sind, hört man meistens Antworten wie Kriminalität, Sexualstraftäter, Terrorismus, Ausländer… usw. Wenn man die gleiche Frage zur Zeit in der Schweizer Medienlandschaft stellt, sieht man eher, dass das grösste Problem der Schweiz die bösen Fussballfans und die saufende Partygesellschaft ist.

Immer mehr Verbote, immer mehr Gesetze, und trotzdem kein Erfolg. Repression ahoi.

Ich bin selbst seit ich denken und laufen kann, dem Fussballfieber verfallen. In der Schweiz wird alles „verkriminalisiert“. Ein Fussballfan sieht sich meistens vielen Vorurteilen ausgesetzt. Im Laienjargon ist ein Fussballfan immer ein Mann, Säufer, hat eine nicht gesellschaftlich Anerkannte Aussprache, ist kriminell, Schläger usw.  Ein Fussballfan darf in der Schweiz auch über das Fahndungsfoto gesucht werden, ohne dass die sogenannte Unschuldsvermutung noch gilt. Er darf abgestempelt werden, als Pyrowerfer, Krimineller und es werden höhere Strafen gefordert und Ausgesprochen, wie bei Vergewaltigern. Tragisch? Ja, ist aber leider so. Es gibt einige Fankurven, welche sich dem Kampf gegen diese Verallgemeinerung verschrieben hat. Sie versuchen die Gesellschaft sensibler zu machen. Leider glaubt der 0815-Leser nur das, was er auch in den Medien liest. Leider. Es gibt zu viele, welche sich nicht die Mühe machen, alle Seiten anzuschauen oder sich sogar selbst ein Bild vor Ort zu machen. Ich sage nicht, dass es keine Idioten in den Fussballkreisen gibt, sondern einfach dass man differenzieren muss und nicht jeder, der an ein Fussballspiel geht, auch automatisch ein Schläger ist. Es gibt in der Vergangenheit genug Beispiele, wo teilweise eine ganze Zukunft eines Menschen zerstört wurde, weil die Medien das ganze so auseinandergenommen haben, obwohl die Schuld nicht bewiesen war. Die belagerten die Arbeitsstelle, die Eltern und Freunde des Jugendlichen. Am Schluss, als klar war, dass er nichts gemacht hatte, war aber sein Leben schon zerstört. Eine Richtigstellung gab es auch nicht. Das kann leider jedem passieren .

In der Schweiz hat leider noch fast keiner begriffen, dass man mit einem guten Kontakt zu den Fans auch eher was erreichen kann. Ich persönlich sehe einfach nicht ein, warum wir Fussballfans ein Gesellschaftsproblem lösen sollen. Ich mein, wer kennt sie nicht, die Schlagzeilen wo über das saufende Partyvolk geschrieben wird. Nach einem Festwochenende immer wieder die alarmierende Information, dass wieder tausende ein bisschen was über den Durst getrunken haben. Die neueste Entwicklung da ist jetzt, in der Schweiz, dass die, welche im Krankenhaus landen, für die Kosten selbst aufkommen sollen. Ist zwar noch nicht durch, wird aber vermutlich kommen. Dass da die Leute dann auch randalieren, da schreit kein Hahn danach. Aber bei Fussballspielen, wenn mal was kaputt geht, dann ist ein Riesentheater.

Nicht dass es falsch verstanden wird: ich bin absolut gegen Gewalt und mutwillige Beschädigungen. Ich finde aber zum Beispiel Pyromaterial geil und unterstütze das auch. Jedoch ist man anscheinend schon kriminell, wenn man Feuerwerk gut findet. Wenn an einem Fussballspiel gezündet wird, wird das runtergemacht und als weiss ich wie gefährlich eingestuft. Und schliesslich ist das Ganze ja auch Illegal. ABER wenn zum Beispiel bei einem Skirennen genau dieselbe Fackel gezündet wird, wird immer wieder von „Super Stimmung“ „ Partystimmung“ und so weiter gesprochen. Da wird mit verschiedenen Ellen gemessen und das nervt mich gewaltig! Ebenfalls kommt noch dazu, dass zum Beispiel bei einem Feuerwerk an Silvester ebenfalls niemand was sagt. Obwohl es dort teilweise noch gefährlicher ist, weil das Feuerwerk teilweise von Laien gezündet wird. Meine Lösung im Pyro-Streit wäre, dass man das ganze Legalisiert und mit Bewilligungspflicht versieht. So dass man gewährleisten kann, dass nur Leute, welche eine Ahnung haben, diese in den Händen halten und auch darauf achten, dass niemand zu Schaden kommt. Es wäre ein Anfang, den Fans, welche Blut, Schweiss, Tränen und vor allem auch viel Zeit investieren, etwas zurückzugeben. Mal abgesehen davon, dass ja ein Fussballspiel ein Event ist, und viele auch nur kommen, wegen Fackeln, Choreos usw.

Ou mann, ich könnte ewig noch so weiter schreiben. Musste das einfach mal loswerden. Die grossen Probleme der kleinen Schweiz. Während die EU mit dem Untergang kämpft, kämpft die Schweiz gegen die Fussballfans.


Tags: Fussball, Fans, Pyrotechnik
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