Traeumerle29 17.03.2012, 16:58 Uhr 9 0

Sentimentale Scheiße

"Mein Schlafanzug ist kugelsicher, wenn ich träum, bin ich unverwundbar”, das ist Spaceman Spiff. Noch ist er unbekannt, aber das kann sich ändern...

Sentimentale Scheiße, so betitelte Hannes, bekannt als Spaceman Spiff, seine Bühnenshow, gestern im muckeligen "Subrosa" in der Nordstadt Dortmunds. 
Alte Sofa, Teppichböden, mit Plakaten zugeklebte Fenster, bemalte und collagierte Wände, Holzboden, sowie die Discokugel, sorgten für das heimische Ambiente. Fast wie im eigenen Wohnzimmer. Abgerundet durch Hannes neuem Freund Uwe, der antiken Tischlampe vom Amsterdammer Flohmarkt. 
Davon schwärmte er. Und von so manch anderem auch. Doch er konnte eines besser. Tottraurige Lieder singen. Wenn’s hochkommt auch mal halbtottraurige Lieder. So sagte er es selber, und erklärte, wieso es nie um Freude geht:

Wenn man glücklich ist, mache man sich nicht viele Gedanken, wieso man es ist; man lebe es einfach.

Eigentlich auch halb so wichtig, denn wenn das Gitarrengeräusch began, schloss man die Augen, und lauschte seinen verträumten Zeilen wie "Mein Schlafanzug ist kugelsicher, wenn ich träum, bin ich unverwundbar” oder "Jetzt steh ich hier, wie die Axt im Wald und wollt doch eigentlich ein Baum sein.". 
Als Abwechslung, machte er mit seiner humorvoll-charmanten Art Späße. Das übliche: Fußballwitze, aber angebracht in der Stadt des Meisters. Er ging auf sein kleines Publikum ein und nahm Liedwünsche entgegen. 
Das Konzert bekam eine persönliche Note, denn er erzählte.
Er erzählte für wen er "Schnee" schrieb und wieso das Lied "Hamburg" von "Irgendjemand sein" handelt.

Balsam für Stimme und Stimmung war eine gelungene Mischung aus einem Becher Ingwertee und einem Glas Weißwein. Er könne sich nicht entscheiden, sagte Hannes und trank Tee und Wein im Wechsel. 

Nicht nur der Applaus der Zuschauer, auch die Kritiken der Zeitungen bestärkten und beschäftigen Spaceman Spiff. So schrieb die Süddeutsche Zeitung: „Spaceman Spiff hat das Zeug zum neuen Helden.“ und schon schrieb Hannes einen Song über das Thema Held sein, und präsentierte seinen neuen Song „Han Solo“ gestern in Dortmund. 

Gegen 22.30 spielte Hannes sein letztes Lied. Doch keiner wollte wirklich gehen. Es war doch so gemütlich. 
Die übliche Zugabe blieb weg, aber nicht, weil Hannes ein unsympathisches Arsch ist, nein, weil er uns einfach schon mit seinem ganzem Repertoire an „sentimentaler Scheiße“ beglückte. 
Nach den Zugaberufen ließ es sich Hannes aber auch nicht nehmen, eine ganz andere Art der Zugabe zu präsentieren. 
Der ehemalige Sportstudent rollte den alten Teppich beiseite, verrückte das alte Sofa und zeigte eine akrobatische Darbietung, die ihn zu einem Künstler macht, an dessen Auftritt man sich gerne erinnert.


Tags: spaceman spiff, Dortmund
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Kommentare

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      ja, Geschmack ist so eine Sache :)

      03.04.2012, 00:35 von Traeumerle29
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      Einer hätte es eh irgendwann satt :)

      05.04.2012, 00:31 von Traeumerle29
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      :) 

      06.04.2012, 15:26 von Traeumerle29
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