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Klavier gewinnt

Ben Folds? Beach Boys? Beatles? Wer mindestens einmal begeistert nickt, sollte sich am 2.9. nach Berlin begeben - zum Record-Release-Konzert von ERK.

."Sing us a song / You’re the piano man / Sing us a song tonight / Well, we’re all in the mood for a melody / And you’ve got us feelin’ alright.”
(Billy Joel)


Angefangen hat alles in den frühen Achtzigern, im Norden Deutschlands. Erk Wiemer rekapituliert seine musikalische Karriere im Schnelldurchlauf:
"Mit 7 Jahren von den Eltern zum Klavierunterricht gezwungen, mit 11 Jahren vor 500 Mitschülern auf die Bühne gestoßen, mit 14 lange vor Echt die beste norddeutsche Teenie-Band gegründet, mit 19 immer noch nicht berühmt und als Barpianist gearbeitet, mit 24 einige Zeit das Klavier gegen eine Gitarre mit Streichern getauscht, um anschließend jetzt wieder da anzufangen, wo ich mit meiner ersten Band aufgehört habe.“

Am 4. September erscheint bei der Berliner Plattenfirma El Muto ERKs Debütalbum "Far From The World" - ein Dutzend perfekte Piano-Pop-Perlen, irgendwo zwischen Ben Folds ("Swing’n’Sway"), Beach Boys ("Someone Like You") und Beatles ("Northern Song"). Unverschämt eingängig, herrlich abwechslungsreich und überaus clever betextet. Eine in der deutschen Musiklandschaft absolut einzigartige musikalische Kombination.

"Man hört sehr schnell, dass mich die Beatles-Platten am meisten geprägt haben, insbesondere die späteren. "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band" war z.B. mein musikalisches Erwachen“, verrät ERK und erzählt weiter: „Es gibt aber auch viele andere Platten, wie z.B. "Pet Sounds" und "Surf's Up" von den Beach Boys, "King Creole" von Elvis Presley, "The Wildest!" von Louis Prima, Platten von Edu Lobo, Mendes oder Jobim. Alle diese Platten haben meinen musikalischen Horizont immer wieder erweitert. Auf meinem Album ist auch ein klarer Einfluss von Ben Folds Five zu hören. Deren Album "Whatever And Ever Amen" war einer der Gründe für mich, wieder zu meinen Wurzeln am Klavier zurückzukehren.“

Den Prozess des Komponierens und Textens beschreibt ERK unverblümt als therapeutischen Akt: "Mit dem Songschreiben spare ich mir hauptsächlich das Geld für den Psychiater. Gute Inspirationen gewinnt man durch fatale Liebesbeziehungen, je schmerzhafter, desto intensiver der Song. Manchmal inspirieren mich aber auch ganz banale Dinge, z.B. eine Textseite aus einem alten Englisch-Schulbuch, eine Pornowebseite, eine Casting-Show oder ein guter Film. Ab und zu denke ich mir auch einfach mal eine Geschichte zu einer gut klingenden Phrase aus, ohne zu ihr einen besonderen persönlichen Bezug zu haben.“

Und natürlich gibt es auf dem Album auch den einen oder anderen Song, der dem Wahlberliner besonders viel bedeutet: "'Someone Like You' liegt mir besonders am Herzen. Nach einer katastrophalen Beziehung ärgerte mich die Tatsache, dass meine Femme Fatale immer noch die Inspirationen zu meinen besseren Songs lieferte, wo ich doch eigentlich meine Freunde musikalisch verewigen sollte, bei denen ich so viel emotionalen Ballast abgelassen hatte und die mich zu dem Zeitpunkt mühsam wieder aufbauten. Als ich das erkannte, war der Song schnell geschrieben und ich denke, es ist einer der besten aus dieser Zeit geworden.“ Es ist vielleicht sogar der schönste auf dem Album, das bereits vor einem Jahr im ausgesprochen pianopopbegeisterten Japan nicht nur veröffentlicht, sondern auch allseits bejubelt wurde.

Die Zutaten eines guten Songs weiß ERK ohne Zögern zu benennen: "Geht man von dem Grundgerüst eines Songs aus, dann gibt es für mich nur zwei Kriterien: Melodie und Rhythmus. Ich lege auch viel Wert auf gut klingende Harmonien.“ Auch in Bezug auf eine Wunschkollaboration hat ERK schon seine Vorstellungen: "Vielleicht ein Klavierduell mit Ben Folds? Es gibt so viele Künstler, mit denen ich gerne zusammenarbeiten würde. Ich kollaboriere gerne. Vor kurzem habe ich z.B. das aktuelle 'Space Kelly'-Album co-produziert und für sein Nebenprojekt Torpedo Boyz ein paar Einspielungen gemacht. Momentan arbeite ich an einem Song, den ich am liebsten mit 'Fettes Brot' machen würde. Ein ganz großer Wunschtraum ist es natürlich mit lebender Popgeschichte zu kollaborieren, wie z.B. Paul McCartney, Brian Wilson oder den Stones, solange sie noch unter uns weilen. Von dem Tagtraum, einmal im Leben mit George Harrison oder Ray Charles zusammen zu arbeiten, musste ich mich ja leider schon verabschieden.“

Am 2. September stellt ERK im Berliner Club "Bastard“ sein überaus empfehlenswertes, ab kommendem Montag offiziell erhältliches Debütalbum "Far From The World“ vor. Neben den Albumtracks wird er zusätzlich "schöne, neue, große, geniale Songs" präsentieren und verspricht "ein grandioses Live-Ereignis". Und ganz sicher wird der eine oder andere Zuhörer dann an Billy Joels "Piano Man“ denken:

"And the piano sounds like a carnival / And the microphone smells like a beer / And they sit at the bar and put bread in his jar / And say 'Man, what are you doing here?'"

Dass ERK auch auf andere Bühnen in anderen Städten gehört und sein fantastisches Debütalbum in jede gut sortierte Plattensammlung, wird sich bald herumsprechen.

"Someone like you / Makes a brighter day / And the stars shine, too.“


ERK
"Far From The World“
El Muto / Our Distribution / Soulfood
VÖ: 04.09.2006


RECORD-RELEASE-KONZERT & -PARTY
Samstag, 2. September 2006 , 23 Uhr

ERK & Band / Karrera Klub DJs
Bastard / Prater
Kastanienallee 7-9
10435 Berlin
Eintritt: 5 Euro

1 Antworten

Kommentare

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    Kann leider am 2.9. nicht dabei sein, ERK live und auf CD aber auch waermstens empfehlen!

    Viva el piano!!!

    31.08.2006, 05:31 von petersilie
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