DesignForLife 31.07.2005, 22:59 Uhr 4 0

here come the tears.

Bernard Butler und Brett Anderson haben sich wieder lieb. Mit Here Come The Tears gelingt ihnen ein erfolgreiches Comeback.

Eins vorweg. Wer noch nie was für Britpop oder deren Pioniere Suede übrig hatte, der wird mit The Tears kaum etwas anfangen können. Inmitten von Nirvana und des, in Großbritannien vorherrschendem, Madchester-Sounds avancierten Suede Anfang der 90er zu den neuen Lieblingen britischer Journalisten. Dementsprechend ekstatisch wurde das selbstbetitelte Debüt mit dem Preis für das beste Album des Jahres ausgezeichnet - ein Meilenstein, denn britische Gitarrenmusik wurde wieder salonfähig. Während der Aufnahmen zum Nachfolger „Dog Man Star“ dann der Break. Die beiden Protagonisten Brett Anderson (Gesang) und Bernard Butler (Gitarre) zerstritten sich so heftig, dass Butler kurzerhand die Band verlässt und sich seinem Solo-Projekt widmet. Ein herber Verlust, dennoch lassen sich die verbliebenen drei Bandmitglieder nicht davon abhalten weiter zumachen. In Richard Oakes, damals erst 17 Jahre alt, fand man zwar einen würdigen Nachfolger, doch merkt man der Band an, dass Butler’s einzigartige Riffs schmerzlich vermisst werden. In den nächsten Jahren folgen weitere Veröffentlichungen, die zwar größtenteils erfolgreich sind, mit dem Glamour der ersten beiden LP’s jedoch kaum mithalten können. Heute gelten Suede als Wegbereiter des Britpop und gehören unbestritten zu den wichtigsten Bands des vereinten Königreiches.

Einer Re-Union der beiden Streithähne sieht man seither nicht weniger hoffnungslos entgegen als die von Morrissey und Marr. Infolgedessen ist es weitaus überraschender, als sich Butler und Anderson vor einiger Zeit in einem Londoner Pub treffen, die Meinungsverschiedenheiten bei Seite legen und beschliessen, gemeinsam ins Studio zu gehen. Ein neuer Name durfte natürlich auch nicht fehlen, schliesslich wollte man das Kapitel „Suede“ endlich schliessen und einen Neuanfang starten. Letzten Endes einigte man sich auf The Tears. Selbige dürften gestandene Suede-Fans wohl nicht nur übers Gesicht, sondern auch übers Herz gelaufen sein, schaut man sich das Ergebnis „Here Comes The Tears“ an. Anderson singt gewohnt romantisch, stellenweise euphorisch, wie in guten alten Zeiten nicht mehr, und Butler tut sein Übriges um der Platte einen süßen Hauch Melancholie zu verleihen. Zweifellos machen The Tears da weiter, wo sie vor 11 Jahren mit Suede aufgehört haben – leidenschaftlich. Auch wenn die Arrangements stellenweise unsauber rüberkommen, kann man dem Duo nicht wirklich böse sein.

„Here Come The Tears“ ist zynisch glamouröse Pop-Perfektion, die einerseits zum Tanzen, und andererseits zum Träumen auffordert. Still und leise müssen wir uns ein weiteres Mal zugestehen, dass Butler/Anderson eine ebenso vollendete Konstellation ist, wie einst Lennon/McCartney oder Morrissey/Marr.

Ladies and Gentlemen – Here Come The Tears!"Wichtige Links zu diesem Text"
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Kommentare

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    ....... für mich waren die 'Dog Man Star'//'Sci-Fi Lullabies' der absolute Zenit. Ich finde The Tears bisher ok-ish, aber vielleicht dauert es estwas, bis einem das Album an Herz udn Seele wächst. War bei der 'Coming Up' genauso.

    27.01.2006, 13:17 von Pfotentier
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    jawoll

    02.08.2005, 14:42 von Backyardrose
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