GMF: Krönender CSD-Abschluss und großes Hallo
Berlin GMF@Weekend 23.6. – Am Samstag feierte die schwullesbische und Transgender-Gemeinde Berlins den Christopher Street Day 2012.
Unter dem Motto “Wissen schafft Akzeptanz” setzten 700.000 Teilnehmer ein Zeichen gegen Diskriminierung für Toleranz und Akzeptanz sexueller Vielfalt. Im Anschluss an die große Kundgebung und Party am Brandenburger Tor, pilgert die LGBT-Szene in die Clubs der Stadt. Autor Malte Bornhöft hat beim GMF im Weekend Club am Alex mitgefeiert. Hier stieg die offizielle CSD-Abschlussparty „Time For Heroes“, die zu den beliebtesten Partys nach der großen Parade zählt.
1 Uhr nachts. Lange Schlange vor der Tür. Kein Wunder. Wollen sie doch alle rein in den Club. Junge Boys, handsome guys, ältere Kerle, Muskeltypen, herausgeputzte Transen, viele TouristInnen – alle warten sie darauf endlich den Fahrstuhl zu betreten, der sie hinaufkatapultiert in den bunten CSD-Partykosmos über den Dächern Berlins. 3 Etagen, vier große Bartresen, zwei Dancefloors und die grandiose 400 Quadratmeter Dachterasse im 16. Stock. Das lasse ich mir auch nicht entgehen. Auch, wenn ich von der CSD-Parade ziemlich geschlaucht bin. Egal. Ein paar Wodka-Shots und los geht’s.
Erstmal Poppen
Ab in den 13. Stock. Pop-Floor. Es ist heiß und voll hier. Tanzende Jungs und Mädels. Pop und House Beats dröhnen aus den Boxen. Alle drehen durch, sind gut gelaunt. Trinken, feiern, knutschen. Übrigens: „Call Me Maybe“ von Carly Rae Jepsen ist wohl der CSD-Song des Jahres seit dem „Abercrombie & Fitch“-Commercial, in dem die leicht bekleideten Male-Models zeigen, was sie zu bieten haben. Man kann kaum über den Floor laufen, so voll ist es. Schwitzige Leiber, zappelnde Gliedmaßenm nackte Oberkörper. Resident DJs Gloria Viagra und Barbie Breakout geben alles an den Decks! Sascha Fierce aus Hamburg unterstützt die beiden soundtechnisch gekonnt nach Kräften. Die Meute tobt. Ich genehmige mir derweil ein Bier. Dauert etwas, bis man bedient wird. Aber so ist das nun mal. Es ist heiß und alle haben Durst.
Electro Beating
Jetzt mache ich mich auf in den 15. Stock. Electro-Floor. Eher meine Musik. Wummernde Technobeats, Berlin Style. Ab in den Fahrstuhl. Mist, wieder warten. Alle wollen hoch. Da ist er ja! Die Türen gehen auf. Massen strömen heraus. Ich quetsche mich, mit gefühlt 100 Feierwütigen, in den Lift. Dann sind wir da. Ah, endlich eine rauchen. Ich begebe mich auf die Tanzfläche. Residents Chris Bekker, Superzandy und Maringo legen auf! Yay! Alles tanzt. Mittlerweile ist es 3 Uhr. Die T-Shirts verschwinden immer mehr – Muskelspiele, sexy Typen und Ladys überall. Gröhlend, feiernd – ausgelassen. So soll es sein. Die Stimmung ist super. Lasse mich mitreißen. Feier einfach mit. Shake hands, quatsche hier und da mit Jungs, trinke. Beobachte das Balzverhalten der Partyjünger. Offensiv, explizit – horny. Es ist CSD! Da sind alle geil irgendwann.
Frischluftzufuhr
Ich kühle mich mal ab auf der Dachterasse. Vorher muss ich aber noch mal. Die Toiletten sind „gerammelt“ voll. Kein Kabine ist mehr frei. Ich muss anstehen am Pissoir. Jetzt aber rauf auf die erfrischende Dachterasse. Ich drängle mich die Treppe zum Dachgeschoss rauf. Vorbei an betrunkenen, lachenden Clubbern und Clubberinnen. Man kann den Luftzug schon spüren. Noch ein Schritt. Ah, Luft! Es ist frisch. 14 Grad. Voll ist es auch hier. Aber das macht nix. Die Beats machen alles wett. Die Stimmung ist top. Überall Gelächter, einige tanzen, andere quatschen, kuscheln oder knutschen auf den Lounge-Sitzgelenheiten. Viele machen Fotos. Ja, der Blick. Er fesselt mich auch jedes Mal. Dit is‘ Berlin. Hier treffe ich viele Bekannte. Man kennt sich. Immer ein großes Hallo in der Szene. Es ist mittlerweile 5 Uhr. Ich komme mit einer Gruppe Jungs ins Gespräch. Zugezogene. Auf die Frage, wie ihnen die Party gefällt, antworten alle mit „Super hier! Heiße Jungs, super Mucke, geile Location.“
Endspurt
Ich gehe wieder runter in den Electro-Floor. Dancen. Ich bin kaputt, aber ein bisschen geht noch. Viele andere sehen auch nicht mehr so frisch aus. Mittlerweile leert es sich etwas. Das tut der Atmosphäre aber keinen Abbruch. Die Party geht weiter. Ich gönne mir noch nen Drink. Genauso wie Arnold P. Niederl, der das erste Mal im GMF ist. „Grandiose Stimmung hier. Klasse Musik, super DJs. Und die fantastische Aussicht vom rooftop erst. So rockt der CSD-Abschluss doch“ schwärmt der Neu-Berliner. So sehe ich das auch. Darauf prosten wir erstmal. Schnacken noch ne Runde. Dann mach ich mich auf den Heimweg. Rausch ausschlafen.
Cool war es. Voll, laut, bunt. Wie der CSD selbst. So soll es sein. Nächstes Jahr wieder!
Tags: GMF, CSD





Kommentare
Da wünscht man sich Dagewesen zu sein! :)
02.07.2012, 17:15 von victrix