ina-simone 30.11.2004, 12:30 Uhr 26 0

Ein ♥ für... die Weckmusik

Denn: Mit einem Lied auf den Lippen hat Morgenstund noch viel mehr Gold im Mund - manchmal auch allein aus diesem Grund. Welcher Weckmusiktyp bist Du?

Wer, wie, was?

Der Morgen ist die Rache des Tages an der Schönheit der Nacht. Man soll hütehundewach sein und gleichzeitig auf zwei Beinen weniger stehen als dieser - ist das nicht ein bisschen zu viel verlangt?

In seiner außerordentlichen Fürsorglichkeit serviert der Morgen gleich nach dem Aufstehen das Frühstück ans Bett. Auf das sanft getoastete Brot hat er die Unvernunft des vorangegangenen Abends geschmiert. Wir sind jung und brauchen den Schlaf nicht, dachte man noch wenige, sehr wenige, zu wenige Stunden zuvor. Und nun fühlt man sich wie ein hochgradig abhängiger Schlafoholiker, der bereits früh morgens nur eins will: mehr Stoff.

"You can't always get what you want" mussten schon die Rolling Stones einsehen. Warum also nicht das Übel des frühen Aufstehens glorifizieren, "It's only rock'n'roll, but I like it!" summen, Unausgeschlafenheit zum persönlichen Style und Augenringe zum Dernier Cri des "Do it yourself"-Schmuckes deklarieren? Der Schlafoholiker kann auch gut drauf sein, ohne voll druff zu sein. Und das liegt nicht selten an Musik.

Wieso, weshalb, warum?

"Musik macht die Nacht größer, lenkt die Augen ab, gibt Dir den Takt vor, nach dem Du zu laufen hast", so die Definition von Tele. Und damit haben sie verdammt recht: Wenn man morgens noch zu müde ist, um mit jemandem zu reden, man sich selbst noch nichts zu sagen hat oder auch einfach niemand zum gemeinsamen, mit der Morgenstund Goldhochzeit feiernden Schweigen da ist, wirft die Musik ihre gleißend hellen Scheinwerfer in den Kopfhochnebel.

Musik am Morgen ist wie ein Trainer, der beim Marathon mit einer stets trinkbereiten Wasserflasche und motivierenden Worten neben dem Sportler herläuft. Auch wenn dieser ihn oft gar nicht richtig wahrnimmt: Es ist gut, dass der Trainer da ist.

Menschen, die auch an das Pop-Horoskop glauben, meinen sogar, anhand der zufällig im Radio gespielten Songs den Verlauf des Tages voraussagen zu können: Kommt ganz unverhofft ein lange nicht gehörtes Lieblingslied, ist das ein gutes Zeichen und die Laune folgt dem Schlafmangel in schwindelerregende Höhen. Zusammen ist es da eigentlich ganz gut auszuhalten, denken sie dann.

Andere lassen sich von gezielten Tönen aus der Stereoanlage wecken. Von The Clashs "Should I Stay Or Should I Go?", zum Beispiel. Man darf der Morgenstund nämlich ruhig auch mal das Frühstück ans Bett bringen, Humor aufs Brot schmieren und ihr damit den Mund stopfen. Sie wird zunächst ein wenig daran zu kauen haben, aber spätestens beim Zähneputzen entdecken: Da ist tatsächlich Gold im Mund.

Wissen!

Es gibt fünf verschiedene Weckmusiktypen (Überschneidungen möglich!):

1) Der Radio/Stereoanlagen-Wecker-Typ
2) Der Musik-im-Bad-Hörer
3) Der Musik-beim-Frühstück-Hörer
4) Der Musik-auf-dem-Weg-zur Schule/Uni/Arbeit-Hörer
5) Der Musik-bei-der-Arbeit-Hörer

Fühlt Euch herzlich eingeladen, in der Artikeldiskussion kund zu tun, zu welchem Weckmusiktyp Ihr zählt. Oder vielleicht kommt Ihr ja sogar morgens ohne Musik aus?

Der essentielle Satz:

Musik macht müde Menschen munter.

Ins eigene Herz zieht dafür ein:

Die Erkenntnis, dass Musik der stärkste und beste Kaffee der Welt ist.

26 Antworten

Kommentare

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    ich bin typ 1,2 und 4. Ich kann ohne Musik nicht existieren.

    nur manchmal habe ich leider meinen radiosender verstellt und werde dann mit solcher gleich-wieder-umdreh-und-weiter-schlaf-musik geweckt. letzte woche wars einmal HIM mit irgendeinem, für mich immer gleich klingenden song. doch sowas ärgert mich meinstens so, dass ich hellwach aus dem bett springe, zu meiner anlage renne und ne anständige cd/platte anmache, nur um einem ohrwurm/einer schlechten laune vorzubeugen.
    dann gehts mir wieder gut und der tag kann beginnen...

    AnnA

    06.12.2004, 18:47 von conspiracy
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      @conspiracy radio zum wach werden,. radio beim duschen, beim autofahren und auf der arbeit. nur abends nach 19.00 uhr nicht mehr, weil mein leib - und magensender nur bis 19.00 uhr sendet. noch.
      ich liebe alten und neuen rock und alles was ein bisschen härter ist und was ich gar nicht abkann, ist chartkacke und schmusemucke..

      07.12.2004, 15:23 von steam
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      @[Benutzer gelöscht] mainstream: hauptströmung, also charts-musik oder einfacher: das, was die masse hört. pop.

      06.12.2004, 12:18 von kleinski
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    Für mich: kein Musikwecker, dafür aber Radio im Bad und Frühstück (Deutschlandradio in der Rundfunkwüste Hamburg). Bei der Arbeit leider meist keine Musik, tja.

    Essentiell: Vorm Wohnungverlassen ein gutes Lied hören und so für einen angenehmen Ohrwurm sorgen, der einen durch den Tag bringt! Irgendwelche Bösohrwürmer lauern ja hinter jeder Ecke. Man wird sie dann den ganzen Tag nicht mehr los, und das ist fürchterlich.

    03.12.2004, 19:41 von ulfsch
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    Ich bin die Mischung aus 1) und 4). Wenn mein Wecker zum 5. mal geklingelt hat, quäle ich mich mal auf um den Radio anzuschalten und hau mich nochmal ins Bett.
    Und nachdem ich mich dann aufgequält habe und aus dem Haus bin,brauch ich die Musik in der Straßenbahn/ UBahn um meine miese Laune ein bisschen wegzubekommen auch wenn es nicht immer hilft... :)

    02.12.2004, 22:39 von IKEA.Sofa
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    für alle, die sich wie ich von der stereoanlage wecken lassen, hier meine top 3 aufsteh-songs:
    1. i say a little prayer - aretha franklin
    2. lovely day - bill withers
    3. wake me up - wham :-)

    am radiowecker stört mich, dass man immer darauf achten muss, ihn nicht auf die volle stunde zu stellen. weil: nach infos über die aktuellen arbeitslosenzahlen oder tote nach attentaten in israel hab ich keine lust mehr aufzustehen...

    02.12.2004, 18:39 von petersilie
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      @petersilie DESWEGEN hab ich keinen Radiowecker...Israel...Attentate...Arbeitslose....neenee. Die Mischung aus Handyalarm und Stereoanlage (mit Fernbedienung!!!!) funktioniert so gut wie immer. Heute hatte ich keine Uni und hab mir deshalb schonma vorsorglich die 'White Ladder' reingeschoben in meinen CD-Player gestern abend...sehr entspanntest Aufwacherlebnis...;)

      S.XX

      03.12.2004, 17:18 von steffipopeffi
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    Mich weckt mein Handy. Auf keinen Fall die Stereoanlage, denn dann muss ich liegen bleiben und den Song zu Ende hören. Im schlimmstenfall die ganze CD. Und das ist eine
    mächtig bescheuerte Ausrede, wenn man zu spät zur Arbeit
    kommt mit der Ausrede "och die CD war so gut die musste ich zu Ende hören".
    Aus taktischen Gründen fange ich erst in der Agentur an Musik zu hören. Weil wenn ich weiss dass ich erst wenn ich
    dort bin Musik kriege, dann bin ich stärker motiviert hinzugehen. Und bin ich dann dort, dann kommt der Kopfhörer auf den Schädel, dann spricht mich niemand an
    und Simian hat mir heute morgen mit "Never Be Alone"
    gute Laune gemacht.

    02.12.2004, 10:27 von nikita
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      @[Benutzer gelöscht] Ja dann ist meine Ausrede wohl doch glaubwürdiger :-)
      A propos bescheuerte Ausreden und Schnee - da gabs mal einen Flyer vom Skigebiet Flims Laax, der aufgemacht war wie eine Entschuldigung, da stand in Schülerschrift drauf "wegen einer Fischvergiftung konnte ich am Montag nicht zur Schule kommen" - geschrieben war das ganze auf dem Briefpapier von Flims Laax mit Logo. :-)

      02.12.2004, 16:12 von nikita
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      @[Benutzer gelöscht] musik kann emotionen hervorrufen, die man lange für verschollen hielt. total manipulierend. man fühlt sich plötzlich wie im film, fliegt über die erde, als wär man gar nicht wirklich da. und schaut auf die welt, als wüsste man mehr als die anderen. und wenn sie dann aus ist. fühlt man sich ein wenig nackt und schutzlos....

      erfindet einen chip, den man im kopf implantiert und auf ewig immer und überall die schönsten geräusche hören kann!

      02.12.2004, 10:13 von galathea
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