Der Moment.
In diesem Moment kann mich nichts erschüttern, nichts tut mir weh und mein Kopf ist leer...Gänsehaut überzieht jedes Stückchen Haut... Ich bin frei.
Ich fahre langsam durch die Stadt und überall kommen mir Menschen entgegen. Menschen mit Hüten, Flaggen, Bier, Zelten und so vieles mehr. Andere chillen bereits in der Sonne. Sie liegen im Gras oder grillen die ersten Steaks.
Es ist schon 15.00 Uhr am Nachmittag und ersten Bands spielen bereits und doch sind viele noch auf dem Weg zum Gelände. Das Festivalgelände erstreckt sich Kilometerweit. Überall stehen Zelte und Autos mit der Aufschrift: RiP 2012
Ich genieße es durch die Autos und Menschen zu laufen. Vorbei an den Campingplätzen, immer der Musik nach. Dann der Moment in dem ich mein Bändchen hole und die Vorfreude auf die Farbe. Ab und zu der Blick in den Himmel, ob es wohl trocken bleibt. Es geht weiter durch die Securitys und dann ist der da, der Moment.
Ich ziehe mit dem Strom Richtung Bühne. Flaniere an den Ständen vorbei, atme den Festivalgeruch ein. Schweiß, Alkohol und Essen. Aus allen Richtungen kommen Menschen zusammen und sich an auf drei Bühnen zu verteilen.
Mitten in der Masse schaue ich mir nun die erste Band an und die zweite. Dazwischen muss ich mich immer wieder einfach ins Gras legen und in den Himmel schauen. An diesem Abend bleibe ich auf einer Bühne. Mein Blick bleibt an vielen anderen Besuchern hängen. Woher kommen sie wohl? Wie alt sind sie? Wo gehen sie nach den vier Tagen wieder hin? Welchen Job üben sie wohl aus?
An so einem Wochenende kommen Menschen aus aller Welt zusammen. Unterschiedlichste Berufe, jedes Alter ist vertreten. Und alle stehen sie friedlich vor den Bands, die uns in diesem Moment zu einer Einheit machen. Wir alle wollen die Welt für einen Augenblick vergessen, uns in der Musik verlieren und aus vollem Halse singen. Wir wollen rauchen, trinken und glücklich sein. Dieser Moment, wenn das Lieblingslied endlich gespielt wird und 60.000 Menschen wie aus einem Mund singen, dann bin ich angekommen. In diesem Moment kann mich nichts erschüttern, nichts tut mir weh und mein Kopf ist leer. Meine Gedanken, Gefühle und mein ganzer Körper sind bei diesem einen Lied. Gänsehaut überzieht jedes Stückchen Haut. Mein Magen kribbelt und ich bin glücklich. Frei und losgelöst. Über mir der Himmel. Die pure Freiheit.
Am ersten Abend blicke ich zurück. Mit breitem Grinsen im Gesicht, stehe ich am See vor dem Gelände und ich höre wie Tausende gemeinsam "Nothing Else Matters" singen. Die Zelte am Ufer, das Partyzelt beleuchtet. Viele Menschen die sich wieder auf den Weg machen. Nach Hause? Ins Zelt? Ein leichter Wind weht. Doch der See liegt still in der Nacht. Vor einer gigantischen Kulisse und er lebt, an diesen vier Tagen lebt der See....ich spüre wie er sich freut. Wie die ganze Stadt auflebt, weil 76.000 Menschen zu besuch sind um sie mit ihrer Begeisterung zu füllen.






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