solanum_carolinense 29.01.2012, 16:48 Uhr 2 2

Wer hat heute noch etwas für Poesie übrig?

Die Welt, in der wir Leben, ist eine Welt der technologisierten Sprache. Die Möglichkeiten der Kommunikation, die sich uns heute bieten, führen

1.Die Welt, in der wir Leben, ist eine Welt der technologisierten Sprache. Die Möglichkeiten der Kommunikation, die sich uns heute bieten, führen unweigerlich zu einem Verlust des zwischenmenschlichen sinnbetonten/sinnlichen wörtlichen Austausches.
Wir verlieren die Worte, falls sie je in unserem Besitz waren.
Wir verlieren die Sprache, weil wir nicht verstehen, dass wir sie pflegen müssen;
wie unsere Beziehungen; die an der Sprachlosigkeit zugrunde gehen.
Lesen bringt unsere Sprache zum Leben und das miteinander Sprechen können erhält unsere Beziehungen am Leben.


2.Kultur will man erleben.
Kultur ist heute eine Big Mac Menü, das über die Theke gereicht wird, sie beinhaltet schlechte Grundinhaltsstoffe, die in Fett goldbraun frittiert aufgeplustert nach Konsumenten schreit.
Schnell Vieles rein, möglichst grell, aufsehenerregend, aber ohne Substanz; dann kotzen, morgen ist es etwas Anderes, Aufsehenerregenderes das Platz braucht.

Was bleibt? Ein mulmiges Gefühl, ein Gefühl wie nach einer Nacht ohne Schlaf.
Was fehlt? Die Träume, die Vorstellungen, die Impulse, die anderen Sphären und Gedanken, die Hoffnung, der Trost...all das, was wahrer Kulturgenuss zu spenden im Stande ist.

3.Literatur erfordert Zeit und Geduld. Stille und Muse. Man kann einen Joseph von Eichendorff nicht neben laufendem TV-Gerät lesen. Man wird einen Bertolt Brecht am Laufband nicht verstehen können. Man tut sich schwer, den Ansichten eines Clowns in der U-Bahn ansichtig zu werden. Um die Stürme der wuthering heigths zu erleben, bedarf es eines Rückzuges; in sich selbst vielleicht.

Literatur lehrt uns zu reflektieren. Wir tauchen in ein in lang vergangene oder gegenwärtige, kollektive oder sehr subjektive Gedankenwelten oder Menschenverständnisse.
Lesen ist Meditation.
Lesen ist immer eine Reise, die uns Wege aufzeigt.
Lesen macht uns zu besseren Menschen.

4. Warum das Alles? Aus meiner Liebe zum Lesen, mit meiner Liebe zum Schreiben.


Was habt ihr für Poesie übrig?


Tags: Geduld, Versuch
2

Diesen Text mochten auch

2 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    Ansich ein toller Text, wenn du nur den letzten Abscnitt weggelassen hättest. Das führt immer dazu, dass ich es weniger ernst nehmen kann...
    Viel Erfolg!

    29.01.2012, 18:17 von JadeJade
    • Kommentar schreiben
  • 0

    nicht viel.
    aber für Feuchtgebiete noch weniger

    29.01.2012, 18:10 von Surecamp
    • Kommentar schreiben

Das Magazin

Die nächste Ausgabe:
14. Mai 2012

NEON-Apps für iOS und Android

Neueste Artikel-Kommentare