uvula 07.06.2012, 19:36 Uhr 10 1

Uvula animi

Sonett übers Kotzen/ incl. Hörversion

Ich reihere heut kiloweis‘ aus schwerem Geiste feiste Batzen:
Schon kommt der erste Gang den Hals entlang in mir empor gequollen -
malade Adern pumpen hadernd, aufgebläht und angeschwollen,
wie langgezogne Schlängelwürmer, die sich kräuseln, die bald platzen.

Ich beuge mich und kommentiers mit Schlucken und mit Augenrollen.
Dann stocke ich. Die größren Brocken hocken tiefer noch im Rachen,
doch kann ich blutrot angelaufnen Haupts den nächsten Schub entfachen,
der brechend sich entlädt, wie eine Mär. Ich schöpfe aus dem Vollen.

Doch ist mir, ach, noch immer schlecht, was mich zu andern Mitteln zwingt,
denn kann ich diesmal drücken und posaunen bis ich furchtbar schiele -
da kommt nichts mehr, sodass ich fingernd an des Gaumens Zipfel spiele.

Ich halt mich fest. Und warte. Bis der letzte große Stoß gelingt,
der mich befreit, für kurze Zeit, vom zehrenden Gedanken schier:
Das Leben stößt mir übel auf und reihernd bring ichs zu Papier.

Hörversion hier

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10 Antworten

Kommentare

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  • 0

    d...

    08.06.2012, 09:33 von Surecamp
    • 0

      d... wie klosbrühe? versteh ich nicht

      08.06.2012, 10:50 von uvula
    • 0

      ...umm

      08.06.2012, 10:58 von Surecamp
    • 0

      keine konstruktive Kritik... Herr Surecamp!

      08.06.2012, 16:42 von JadeJade
    • 0

      surecamp, ich werte das einfach mal als sprachlosigkeit und lege eben jene natürlich als allerhöchstes kompliment aus. ;-)
      solltest du dies nicht wiederrufen, bleibt es als allgemeinwahrheit so stehen. ba! :)

      10.06.2012, 20:10 von uvula
    • 0

      hd

      10.06.2012, 20:31 von Surecamp
    • 0

      hdl

      14.06.2012, 20:39 von uvula
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  • 0

    Ich finde den Text wundervoll zum Lesen... als ich danach die Hörversion anhörte... ich weiß, diese "Art" zu lesen ist ein Stil... aber das macht alle Texte so unglaublich gleich und langweilig!
    Ich wünsch mir da einfach was anderes... anonsten: weiter so!

    08.06.2012, 03:24 von JadeJade
    • 0

      ich kann deinen einwand nachvollziehen. grade in der poetry slam szene gibt es ja so einen matsch von immer gleicher aussprache und intonation, sodass man die inhalte teilweise schwer voneinander trennen kann.
      wie würdest du den text denn lesen bzw. gerne hören? was würdest du dir wünschen?

      08.06.2012, 10:48 von uvula
    • 0



      Naja, wenn ich meine Texte lese, ist mir wichtig, dass er
      nach mir klingt... ich weiß ja nicht, wie du klingst... wie sind deine
      "Emotionen" bei deinen Texten?

      Ich würde irgendwie versuchen, das
      Gefühl deutlicher werden zu lassen oder aber auch die Intention spürbarer hervorzubringen.



      Mir fällt es schwer das zu erklären. Das allerwichtigste ist,
      dass du dich gut damit fühlst… muss ja nicht alles nach dem Sinn des Lesers
      gehen ;)



      08.06.2012, 16:41 von JadeJade
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