Alceste 05.09.2012, 01:01 Uhr 7 7

Unser Tanz

Verse

Unser Tanz

Keine Note äußert Unsagbares;
zur Geltung zwingt und bringt und klingt
sie nur inmitten einer Symphonie.

Kein Wort allein wirkt allen Sinn,
alles Zweifelhafte oder Vage;
Wahrheit wird und ist und bleibt doch Frage.

Kein Satz für sich steht richtig;
es sei denn, in Zusammenhang:
Ohne Knoten oder Lichterkette wird er nichtig.

Kein Mensch sehnt und sonnt vereinzelt;
noch lebt und wird er ohne Andre ganz.
Dieser Reichtum durch Berührung: dies sei unser Tanz.

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Kommentare

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  • 0

    jeder gedanke, den du versprachlicht hast, erscheint mir prägnant.
    ohne umschweife auf den punkt gebracht.
    gefällt mir sehr!

    18.09.2012, 18:05 von zehnmomente
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  • 0

    Ganz, ganz toll! Das ist jetzt der dritte Text, den ich von dir gelesen habe und gleichzeitig der dritte tolle Text, ich glaub du wirst jetzt abboniert :)

    17.09.2012, 23:33 von Lady_Hope
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  • 1

    mag ich, weil der Text aus zweierlei Sichtweise zu lesen ist.


    Auch ich habe mich von der Überschrift in eine andere Richtung leiten lassen und erst unten deine Aussage dazu gelesen. Wobei ich es nicht als falsch bezeichen würde. Es ist einfach nur eine andere Interpretation, hergeleitet aus unserer Tanz (im Sinne einer Beziehung)

    11.09.2012, 17:02 von jetsam
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  • 1

    der sinn unserer welt lässt sich nur durch und mit anderen erschließen, so verstehe ich den text.

    11.09.2012, 15:55 von Sultanine
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    "noch lebt und wird er ohne andere ganz" - irgendwie kann ich mit solchen Sätzen nichts anfangen. Wer nur ganz sein kann mit einem Gegenstück, nee, das ist mir irgendwie absurd. Ich war mal auf einer Hochzeit, Single-Besucher, und der Hochzeitsspruch, der auch auf den Tischärtchen stand, war auch irgendwas in diesem Sinne, ich kam mir regelrecht gemobbt vor ;)

    09.09.2012, 01:32 von topfbluemchen
    • 0

      Falsch verstanden, wenn auch vor dem Hintergrund deiner Erzählung nachvollziehbar. Es geht hier nicht um Konzepte wie Ehe, Monogamie, nicht mal unbedingt um Liebe und dieses abgegriffene "du vervollständigst/ergänzt mich"-Romantikgeschwätz.

      Problem ist: Ich will zum Teil (richtig) verstanden werden, dir aber auch keine Eindeutigkeit vorsetzen, die vielleicht ungenießbar ist. Sagen wir einfach, dass ich ein anderes Identitätsbild vertrete und in Bezug auf die anderen Strophen den menschlichen Kommunikations- und Interaktionsraum betont wissen will. Zuletzt: ich bin davon überzeugt, dass man niemals 'ganz' sein wird, denn "ganz" impliziert Vollendung, Vollständigkeit, Ende - und genau das widerspricht dem Leben.


      09.09.2012, 01:39 von Alceste
    • 1

      Ah :) danke für deine Antwort. Mit nochmaligem Lesen klickerts etwas mehr. Vielleicht ist man hier schon geschädigt & nimmt alles als solches, von mir gedeutetes, wahr. So wie viele ja das Wort "Gefühle" nur mit einem, nämlich der Liebe, deuten, dabei kann Hass, etc. auch ein Gefühl sein.

      09.09.2012, 01:41 von topfbluemchen
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