T300Eis8 20.07.2006, 20:07 Uhr 0 0

Stadt der Nashörner

In seinem nach wie vor berühmtesten Stück "Die Nashörner"protokoliert Eugene Ionesco,die Verwandlung einer ganzen Stadt in eine Schar Nashörner.......

"Die Nashörner",ist eines der berühmtesten Schauspiele des aus Rumänien stammenden,französischen Schriftstellers Eugene Ionesco.In drei Akten protokoliert der Autor,die Verwandlung einer ganzen Stadt in eine Schar schnaubender,mörderischer Nashörner.Die Nashörner sind bei Ionesco aber keine echten Tiere,sondern verwandelte Menschen in einem totalitären,politischen Regime.Hauptperson des Stücks ist Behringer,ein gewöhnlicher,aber freier und verantwortungsbewusster Mensch,der die grausame Verwandlung nicht mitmacht,sondern sich mutig als "letzter Mensch",wie er am Schluß des dritten Akts sagt,sich ihr entgegenstellt.Er stemmt sich somit einer verhängnisvollen Entwicklung entgegen,indem er Mensch bleibt und nicht "neuer Mensch" wird.Dies ist eine der metamorphosisierten Botschaften des Autors.Ionesco hat die Ausbreitung des politischen Fanatismus wie die einer Epedemie in seinen Tagebüchern der Bukarester Zeit verzeichnet und dort schon das Bild von den Nashörnern gebraucht.1912 in Rumänien geboren ,übersiedelte er später mit seinen Eltern nach Paris,wo er bis 1924 lebte.1925 kehrte er nach Rumänien zurück,studierte in Bukarest romanische Philologie und Literaturwissenschaft und wurde Literaturkritiker und Sprachlehrer.1938 erhielt er ein Stipendium nach Paris,das er nur während einiger Kriegsjahre verließ.Er begann 1950 eigene Theaterstücke zu schreiben,die fast alle erst als Erzählungen konzipiert waren und dann auch veröffentlicht wurden.

Ionesco lässt seine Handlung an einem sonnigen Sonntag mit blauem Himmel beginnen.Behringer sitzt mit seinem Freund Hans (in der französischen Version Jean),in einem Straßencafe,als plötzlich ein Nashorn angerannt kommt und eine Katze tot tritt.Aber anstatt nach zu forschen woher es gekommen ist,überlegen die umstehenden Personen nur wie viele Hörner es wohl gehabt hat und streiten sich darum.

Im zweiten Akt setzt sich der Streit im Büro,indem die beiden Freunde arbeiten,weiter fort.Der einzigste Lichtblick für den verspätet ankommenden Behringer ist Daisy,eine Kollegin in die er schon seit längerem verliebt ist.Entgegen seiner Gewohnheiten,ist sein Vorgesetzter noch nicht da.Dann kommt aber plötzlich heraus das er sich in ein Nashorn verwandelt hat.Letztendlich reitet seine Frau auf seinem Rücken mit ihm davon.

Im dritten Akt wimmelt es nur so von Nashörnern,die ganze Stadt hat sich verwandelt.Selbst Behringers Freund Hans (Jean) verwandelt sich.Als Behringer sich und Daisy vor der eigenen Verwandlung und vor den Nashörnern retten will,misslingt ihm dies.Am Ende bleibt Behringer als einzigster Mensch zurück.

Das Stück ist deshalb so wichtig in der Literatur,weil es lehrt wie leicht Menschen zu beeindrucken sind.Die politische Verführbarkeit zum Extremen und deren Folgen,werden in einer Metamorphose vom Autor dargestellt.

Weitere Stücke von Eugene Ionesco sind:
Die kahle Sängerin(1950),Die Stühle(1951),Opfer der Pflicht(1953) etc. nur um ein paar weitere noch zu nennen,eigentlich sind es noch mehr.

Wer von euch der französischen Sprache mächtig ist,wird sicherlich an den Originalausgaben der Bände interessiert sein.Einfach im Buchhandel bei Interesse bestellen.Die deutsche Ausgabe ist im Fischer Taschenbuchverlag erhältlich."Wichtige Links zu diesem Text"
Homepage des Fischer Taschenbuchverlags

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