Maennlein 13.12.2012, 23:14 Uhr 0 3

Springen

Nach längerer Pause, eine kleine Idee mal kurz zu "Papier" gebracht.

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich zum ersten mal gesprungen bin. Vielleicht war ich 5, vielleicht jünger, oder älter...

Ich weiß jedoch, dass ich besser wurde, je öfter ich sprang. Ähnlich wie bei einem Muskel den man trainieren kann und der dadurch immer größer wird, undr man selbst immer stärker. Die Verlockung ist zwar groß, zu jeder Zeit, dass ich irgendeine Scheiße damit anstelle, aber mit Ausnahme von ein paar dummen Jugendsünden habe ich noch nie jemandem geschadet. Ich hatte stets die Comic Helden meiner Kindheit vor Augen. Für Heldentaten ist meine Stadt allerdings etwas ruhig. Nicht grade die Bronx...

Heute morgen ist es recht kühl, sodass ich mich kaum unter der Decke hervortraue. Ich habe Hunger, aber ohne Dusche geht nix. 8 Uhr, warme Dusche, das wär jetzt was. Dusche ich halt mal zu Hause.

 

Das nette Café an der Ecke Avenue George V und Avenue Montaigne unweit vom Champs-Élysées bietet leckere Croissants und der Kakao ist wie ich ihn mag. Heiße Milch und 2 Stück Schokolade, die anderen 2 landen nach dem Hörnchen im Mund.

Über die Seine hinweg, kann ich den Eiffelturm sehen.

 

Wenn ich meine Brille aufsetze, kann ich sogar noch den Stuhl sehen, auf dem ich grade noch gesessen habe. Ich liebe es hier oben, die Aussicht über Paris, kilometerweit in jede Richtung. Das kann ich allerdings auch nur dann genießen, wenn ich alleine hier bin. Das geht am besten morgens, bevor Sie die Touristen hinauf lassen.

 

An der 5th Avenue betrete ich den Central Park. Im Zoo war ich noch nicht, aber ich schau mir zu späterer Stunde gerne die Skater in der Nähe an. Genau in der Mitte vom Sheep Meadow setze ich mich ins noch feuchte Gras. So früh morgens bin ich hier meist für mich, ab und an ein paar Sportbegeisterte Juppies, Dogsitter mit meist mehr als 3 Hunden an der Hand die an mir vorbeilaufen. Mein Lieblingsplatz ist allerdings der Jacqueline Kennedy See in der Mitte des Parks. So ein Ort, Mitten in New York. Kein Gehupe, keine Sirenen, kein Getrampel zehntausender Füße, die über den Asphalt huschen. 

Mittlerweile ist sagt meine Uhr 9 Uhr 24. Mein Handy klingelt. Aber hier kann ich ja schlecht rangehen. Die Roaming Kosten wären nicht nur etwas verwirrend, sondern auf Dauer auch hoch.

 

Als ich zurückrufe, fragt mein Sohn ganz aufgeregt:

"Papa, heut is mein Geburtstag. Du hast gesagt wenn ich 18 werde hättest du DIE Überraschung meines Lebens für mich! Was ist denn nun?"

"Ich hab dich nicht vergessen. Happy Birthday Homeboy! Wo bist du denn grade?"

"Na ich bin in meiner Bude, Hinata hat bei mir übernachtet, schläft aber noch. Warum?"

 

Als ich vor ihm stehe, lässt er sein Handy fallen, das er grade noch zu fassen bekommt, bevor es auf dem Boden aufschlägt. Er starrt mich an, als sei ich Tony Stark und hätte grade mit meinem Iron Man Anzug einen Breakdance vom allerfeinsten in seinem Wohnzimmer hingelegt.

Ich gehe auf ihn zu, lege meine linke Hand auf seine Schulter und sag ganz leise:

"Elias, wo wolltest du schon immer mal in deinem Leben hin?" 

Er schaut auf die Postkarte aus Okinawa , die ihm seine Freundin vor 2 Jahren aus Japan geschickt hat, die zwischen Fotos von Familie und Freunden ruht.

 

Als Hinata in eben diesem Moment verschlafen ins Wohnzimmer tritt, ist es so, als sei niemand hier gewesen


Tags: New York, Okinawa, Elias, Croissant
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