Backyiard 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 0

Merkur (I)

Das Rückzugsgebiet in meinem Rückzugsraum

Heute bin ich wirklich glücklich.
Der Tag verging zu schnell und alles, was ich gemacht habe, war mit Freude verbunden.
Ich blicke am Abend in den Spiegel und sehe mich zufrieden im Spiegelglas.
Langsam nähern sich meine Finger dem kalten, glatten Material. Noch nicht einmal berührt, beschlägt der Spiegel an den Stellen, die meine Finger erreichen wollen.
Dann spüre ich sie. Die nüchterne Kälte. Sie ist wohltuend und gleichzeitig elektrisierend.
Wie ein Sprung ins kühle Nass an einem heißen Sommertag.

Ich schwimme sehr oft in meinen Träumen. Dort gleite ich durch das azurfarbene Wasser. Ich tauche unheimlich tief, hinab in das nasse Wasser. Kein Widerstand bremst mich und ich sehe nur die verschwommenen Abgrenzungen, die das Wasser zusammenhalten.  
Es ist ein Rückzugsgebiet in meinem Rückzugsraum.
Langsam tauche ich auf. Mein Kopf durchbricht die Wasseroberfläche und ich öffne meine Augen.
Satte Wiesen. An einem Hügel räkeln sich Weinreben in die Höhe.
Und ein bisschen weiter entfernt, steht der Kirschbaum.

Ich schwimme so weit, bis ich mit beiden Füßen den Grund berühren kann und schreite dann durch das schwerelose Wasser. Drücke ich das Wasser von mir oder macht das Wasser Platz für mich und entweicht meinen Schritten? Ich weiß es nicht.
Aber die Schwerelosigkeit gefällt mir. 

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