[ Meine Reise zu dir ]
Dieses ist der erste Teil - und der Zweite? ... Folgt. ****
*
Es ist ein Tag.
Ich habe Kaffee in der Hand -
Dope im Kopf, nicht zu knapp.
Da ist sie - an der Wand
Der heiße Kaffee schwappt gnadenlos
auf meine kalte Hand -
während ich mehr schwankend, als stolpernd
versuche
meinen Weg zu ihr zu finden.
"Was ist das?"
Stacheldraht bohrt sich in das
saftige Fleisch meiner Unterschenkel
während ich geh',
zerreisst meine Füsse -
daß sie wie simple Pommes-Gabeln aussehen.
Damit hatte ich gerechnet -
aber nicht in dem Ausmaß.
Ich sehe auf und mich um,
was ich besser nicht hätte tuen sollen.
Der gewohnte Anblick meines Zimmers hat sich
brachial verändert.
Er ist einer endlosen, düsteren Ebene gewichen.
Rauchschwaden ziehen darüber an mir
vorbei.
Das Einzige woran mein Blick hängen bleibt
sind zwei großen Säulen -
in weiter Entfernung vor mir stehen
sie himmelhoch,
aber aus Smaragd.
Sie scheinen die Pforte schützend -
zu der ich will.
Aus meinem Gepäck ein paar Seiten mit Gedichten von mir darauf
geklaubt.
Notdürftig halten sie nun das zusammen,
was von meinen Füssen noch übrig ist.
Diese erste Hürde aber,
die habe ich genommen.
Weiter geht es -
dem gewohnt harten Weg folgend
komme ich zu etwas,
daß man Wüste nennen kann.
Was liegt dort?
In dieser totengleichen Dunkelheit ist
fast nichts zu entziffern -
Menschen - Verstorbene?
Ich berühre einen -
darauf hin zerfällt er zu Staub.Übrig
bleibt nur ein Stück Erinnerung -
zu Stein geronne Gedanken -
in Form eines zerklüfteten Brockens.
"Hej - das ist noch einer!"
Aus seinem Mund strömten sein
vorletzter Atemzug und seine letzten Worte:
"Wir sind verworfene Masken und
Möglichkeiten. Halte dich nicht an
uns auf.
Wir sind schon tot."
Flüstert er mir zu.
Einen Blick kann ich in seine Augen noch werfen -
bevor sie brechen-
und sehe
das Antlitz einer unsterblich
Schönen.
Das war Alles was er mit herübernehmen konnte,
aus der Welt der Lebenden -
in diese düstere.
Die grünen Augen dieser Frau
bleiben an meinen schwergängigen Gedanken hängen
wie zwei Blutegel -
nicht dazu zu bewegen
jemals wieder abzulassen.
Meinen Weg säumen noch viele, viele weitere
dieser Hinterbliebenen.
Nicht alle mit einem
glücklichen Ausdruck in ihren erstarrten Gesichtern.
Weiter am Weg entlang säumen auf einmal
wundersame Gefässe
meinen Pfad.
Was war -
was ist in ihnen drin?
In Reichweite meiner zögernden Hände befinden sich
ein volles und ein scheinbar leeres -
das nur gefüllt
mit einer glitzernden Wolke.
Im Bewusstsein -
daß ich eh nur sterben oder leben kann
öffne ich die gefüllte
und setze sie an meine Lippen.
Was ich schmecke ist Alkohol
in reinster Form.
Kleine Flammen züngeln beim
Schlucken meine Kehle hinunter.
Ok.
Doch was ist das?
Es zieht an meinem Innersten -
ich spür' den Sog.
Verdammt - das Gefäß -
so wie ich daraus trinke -
die Flüssigkeit in meinen Körper tropft -
saugt meine Gedanken, mein Bewusstsein
in sich hinein.
"Welch ein hinterhältig' Ding", denke ich bei
mir
und setz' es schleunigst ab -
dieses teuflische Verlangen in
Flaschen.
Wer mag all die anderen
den Alkohol der innen drinnen war ausleerend -
mit seinen Gedanken gefüllt haben -
frage ich mich.
Ich öffne eine glitzernde-
versuche den Geruch mit meiner Nase
einzufangen.
Es wird mir klar -
ich kenne die Person -
denn ein einziges Mal
traf ich sie schon.
Weitergehend hoffe ich-
dass sie lässt von ihrer Gedankenwelt
nicht alles zurück -
in diesem verwunschenem Flaschenfeld.
Und ich stehe gehe
weiter
weiter...*
Dedicated to [ C ]




Kommentare
Ich mag es sehr.
10.02.2012, 00:28 von FrauKopf@[Benutzer gelöscht]
18.10.2006, 18:00 von rousseauKritik finde ich interessant. Sie wirkt unvollständig, da auch in deinen Worten Rechtschreibfehler zu finden sind.
Um mich zu erklären: Was Du dort vor dir siehst ist ein Gedicht. In Gedichten gibt es keine Rechtschreibfehler, da alles so sein soll wie es ist.
Die neue Rechtschreibung existiert für mich sowieso nicht.
Ich bleibe der alten treu, denn mit ihr bin ich aufgewachsen.
Solltest Du über meine Zeilen, dort oben, nachdenken - es würde mich sehr freuen.
Also, diesen Text finde ich bis jetzt am schönsten.
11.09.2006, 13:58 von girasoleMan verliert sich in den Worten wie in einem schönen Bild oder einem faszinierenden Foto. (ok, vielleicht nicht unbedingt „man“, aber ich :) ) Und alles, was geschieht, erscheint auf eine wundersame Art und Weise logisch. Als ob ein Zimmer, das sich in eine düstere Ebene verwandelt, das normalste auf der Welt ist.
Aber unter dem ganzen Lob, auch eine kleine Kritik:
Normalerweise gefällt mir die Art, wie du deine Sätze baust. Es wirkt, als würden die Worte wie Tropfen aufs Papier fallen, ganz leichtfüßig und ohne Rücksicht auf Satzbauregeln (mir fehlt das Fremdwort... war das Syntax?). Das hat so seinen eigenen Reiz.
Aber im vorletzten Abschnitt, da stört es irgendwie den Fluß... Für mich würde es besser klingen, wenn es vielleicht so hieße:
„Weitergehend hoffe ich-
dass sie nicht alles zurücklässt
von ihrer Gedankenwelt –
in diesem verwunschenen Flaschenfeld.“
Ok, jetzt wo ich’s so aufschreibe sehe ich, dass sich Welt und Feld reimen. Hmm... war das Absicht?
(Und à propos Absicht: ist das auch Absicht, dass du immer „tuen“ statt „tun“ schreibst?)
Aber das ist ja nur ganz persönliches Empfinden. Und eigentlich finde ich es schon fast anmaßend von mir einfach so eine Textpassage umzustellen.... Bei einem Bild malt man ja auch nicht einfach drei Striche rein und sagt "so, jetzt gefällts mir aber besser" :)
Alles in allem ist der Text einfach wunderschön.