Dropsknopf 09.01.2013, 21:07 Uhr 1 1

Mein erstes Mal

Meine Finger bewegen sich tapsig und zögernd. Es fiel ja noch kein Meister vom Himmel...

Meine Hände sind etwas schwitzig. Meine Finger bewegen sich tapsig und zögernd. Ich wähle jedes Wort behutsam, denn ich will genau das Richtige sagen. Das, was Dich fesselt und irritiert und aufregt und erregt und begeistert. Ganz schön schwer.

 

Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist. Bestimmt gibt es Leute, denen es sehr viel einfacher fällt, loszulassen und sich und ihre Geschichte anderen zu öffnen. Ich muss das noch lernen. Kein Meister fiel je vom Himmel. Meine Gedanken  kreiseln um das Immergleiche. Und nie um dasselbe.

Langsam gehe ich in die Offensive. Will Gefühle aus Dir herauskitzeln. Mutiger, die Finger werden schneller, wird Vages konkret. Ich weiß, wo ich dich haben will und was du hinterher wissen sollst. Dass es mit Dir etwas gemacht hat, auch wenn der Anfang etwas holprig war. Dass diese Worte in dir etwas erregt haben: Selbsterkenntnis, Vergnügen, oder auch Unverständnis, Zeitverschwendung.

Wer schreibt, offenbart immer ein Stück Ich. Die Schwierigkeit besteht darin, Platz zu lassen für Dein Stück Ich, damit Du es zwischen den Zeilen wiederfindest kannst. Das erste Mal ist immer besonders. Und oft wird es danach erst gut.

Ich lasse langsam die Hände sinken. Auch wenn es sich für mich wie eine Ewigkeit angefühlt hat, Du lehnst dich nach diesem kurzen Intermezzo zurück, enttäuscht? Ich jedenfalls bin bedacht, die Stimmung nicht zu kippen, durch eine Bemerkung, einen Witz oder eine Frage, die daran rütteln könnte. Nichts soll Dich wissen lassen, wie unsicher ich die ganze Zeit über war. Kein Meister fiel je vom Himmel, geht es durch meinen Kopf…

„Na, wie war ich?“   

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Kommentare

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    erst mal eine rauchen..

    10.01.2013, 16:52 von Loo
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