Lohnt sich Independent-Literatur noch?
Was muss man tun, um unbekannte Autorinnen und Autoren in die Literaturszene zu katapultieren?
Lohnt sich Independent-Literatur noch in unserem System aus Kapitalismus? Wo sich Publikumsverlage auf renommierten Autoren ausruhen und Kasse machen und nur bedingt neuen Autoren eine Chance geben? Autoren, die Kontakte haben und über reichlich Vitamin B verfügen, haben es leichter im Literatur-Alltag.
Während sich Benedict Wells auf einer Party einem von seinen Freunden heimlich eingeladenen Agenten gegenübersah, treten andere auf der Stelle, die unter anderem großartige Texte zu bieten haben - so gesehen und gelesen in der letzten Ausschreibung zum Literaturpreis (Thema: Jetzt.) Antho? - Logisch!, der am 19. November 2010 an Nachwuchsschriftsteller verliehen wurde.
Neben dem Kampf um Sponsoring, Anerkennung und ein bisschen Rücksichtnahme auf kleine Projekte, die in der Welt der Literatur auch einen Stellenwert besitzen und sich über Jahre hinweg etabliert haben, ist es immer schwerer für Nachwuchsschriftsteller auf dem sich immer schneller drehenden Verlags-Literatur-Karussell aufzuspringen.
Gerne hab ich den Autorinnen und Autoren die Frage gestellt, woher sie den Mut nehmen weiter zu machen und zu kämpfen, um sich eine geringe Chance auf dem Literaturmarkt zu ergattern. Und die Antwort fiel immer gleich aus: Geringe Hoffnung bis Resignation zeigen die Mienen derer, die immer wieder auf kleine Independent-Literatur-Szenen-Karussells aufspringen, um sich zu beweisen und auch konstruktive Kritik zu erhalten.
Und sei es auch noch so eine kleine Auszeichnung wie beim Antho? - Logisch! Literaturpreis 2010, die Nachwuchsschriftsteller nehmen es sich zu Herzen und kämpfen weiter für ihre Überzeugung, irgendwann einmal von einem Verlag entdeckt zu werden.
Habt ihr solche Erfahrungen gesammelt? Was denkt ihr über Independent-Literatur und was möchtet ihr noch beweisen auf dem Literaturmarkt?
Jeder, der hier veröffentlicht, liebäugelt doch auch immer wieder einmal insgeheim, hier oder anderswo Anerkennung zu bekommen.
Unter allen, die an der Diskussion gerne teilnehmen, verlost das Literaturprojekt Antho? - Logisch! zwei Bücher. Einfach so, für nix!




Kommentare
@[Benutzer gelöscht] Danke für deinen Beitrag. Erfrischend und ehrlich.
02.12.2010, 13:47 von marco_frohbergerKlar ist, Anthologien sind nicht unbedingt prädestiniert zum Verkauf, das ist wohl die einhellige Meinung vieler Buchhändler, die sowas schon gar nicht mehr ordern. Und wenn, dann findet man sie nur noch bei großen Ketten wie Thalia etc. in hintersten Eck.
Wieso eigentlich? Keinen Mut zum Risiko?
Es fällt auf, dass in der jüngeren Vergangenheit wieder mehrere Kurzgeschichtenbände herausgekommen sind. Und wer sagt, sowas würde sich nicht verkaufen. Judith Hermanns Bände verkaufen sich auch sehr gut und sind auch sehr gut.
Ich glaube, dass es heutzutage nicht mehr reicht, dass sich ein Autor bei seinem Geschriebenen sicher dabei fühlen muss, sondern eher wie kapitalistisch das Ganze geschrieben ist.
@[Benutzer gelöscht] Nein, den Hosentaschenverlag kannte ich so noch nicht. Ich habe es mir mal angesehen und muss feststellen, dass das neugierig macht auf mehr.
03.12.2010, 07:07 von marco_frohbergerGuter Tipp. Danke.