nonforprofit 14.07.2006, 12:04 Uhr 6 2

"Judiths Universum" oder das kolumnengewordene Klischeemädchen

Einblicke in den sehr begrenzten Kosmos einer Germanistikstudentin

Seit einiger Zeit hat der Spiegel einer gewissen Judith Liere ein Forum eingeräumt, in dem sie unter der Kolumne „Judiths Universum“ (sic!) aus der Perspektive ihres Germanistik-Studentinnen-Daseins berichten darf. Kann man so machen, schliesslich gäbe es zwischen dem intellektuellen Abenteuer der eigenen Wissenserweiterung und der Vertiefung der Lebenserfahrung beim Après Uni sicher noch viele unbeschriebene Einblicke in den seltsamen Ausnahmezustand, den das Studentenleben darstellt. Allerdings hat der Konjunktiv hier seine volle Berechtigung: Könnte, gäbe. Denn was macht Judith "Die-paradigmatische-Studentin" Liere daraus?

Sie hängt die Latte niedrig, und orientiert sich an dem Niveau ihrer 2000 veröffentlichten Artikels über die Hauptversammlung einer lokalen Vogelschutzgruppe. Statt uns mit Intellektualität zu überfordern oder mit Hamburger Lokalkolorit neidisch zu machen (wo sie zu studieren scheint), lässt sie uns am Auf und Ab ihres äußerst überschaubaren Liebeslebens teilhaben. Als bald Mitleid erregendes Liebes- und Beschreibungsobjekt muss dabei ein gewisser „Holger“ herhalten. Holger, der die falschen Freunde hat. Holger, den Judith beim Apres-Ski mit einem anderen knutschend hintergeht. Holger hier, Holger da. Zuschlechterletzt Holger, dem in einer Aufzählung lächerlicher und vollkommen liebloser Ansätze der Laufpass gegeben wird. Postpubertäre Verwerfungen. Fräulein Liere glaubt scheinbar, mit ihren Klischeetriefenden Lebensschilderungen hinreichende Identifikationsfläche für ein ähnlich gestricktes Publikum zu bieten. Mag sein. Ganz unfreiwillig jedenfalls präsentiert sie sich dabei selbst als Studienobjekt – als Paradigma des unironisch narzißtischen, gefühlsverwirrt daherplappernden Chicks, das sicher nicht nur an der germanistischen Bildung arbeiten, sondern sich zugleich auch mit der eigenen “Education sentimentale“ befassen sollte. Denn Frau Liere hat Ambitionen und bereits ihr erstes Buch veröffentlich. Ins Stammbuch diktiert sei ihr dabei folgendes: Gute Schrifsteller leben vom Mitempfinden, nicht von der peinlichen Nabelschau. Ihr Universum ist zu klein, Frau Liere!"Wichtige Links zu diesem Text"
http://www.spiegel.de/unispiegel/

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6 Antworten

Kommentare

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    dass madame liere den "kram" nur geschrieben hat, damit sich jemand wie du so ein konglomerat an fremdwörtern zurechtlegt, um die "klischeetriefenden lebensschilderungen" zu zerreissen, daran haste nich gedacht, oder? die lacht sich doch ins fäustchen, wenn se das liest und ich übrigens auch...

    08.01.2008, 18:13 von JanisInDaMenace
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    hut ab! vor euch beiden...

    23.08.2006, 11:41 von media-whore
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    Du musst es ja wissen...

    31.07.2006, 13:39 von sailor
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    Grüße!

    31.07.2006, 01:51 von dieJudith
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      @dieJudith vielleicht les ich doch wieder mal mehr artikel. :)

      21.08.2006, 13:01 von bliss
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