Ich bin die Nacht.
Dunkle Betäubung
Ich bin die Nacht. Fühle mich. Wird dir kalt?
Ich krieche in dich. In jede Ader dringe ich ein. Fülle dich. Aus deinen Worten stricke ich Stille. Führe sie in deine Gehörgänge ein und dämpfe die Welt, sodass du nur noch mich spürst. Ich fließe durch dich. Pulsiere mit deinem Herzschlag durch deinen Körper.
Ich bin die Nacht. Schmecke mich. Musst du würgen? Bittersüß klebe ich auf deiner Zunge. Du kannst mich nicht ausspucken. Ich bin längst in dir. Mit jedem Schlucken gleite ich deine Kehle herunter und baue mir ein Nest in deinen Gedärmen.
Ich bin die Nacht. Rieche mich. Frisch und widerwärtig. Regen, Lavendel im Garten, Kotze am Bahnhof, Menschen. Kalter Rauch. Wunderschön und dann so ekelhaft, dass du dir die Nase zudrückst. Es nützt nichts. Ich bin längst in dir. Mit jedem Atemzug wabere ich tief in jedes deiner Lungenbläschen.
Ich bin die Nacht. Lass mich dich betäuben. Wirst du schwach? Ich bleibe in dir. Male dich schwarz aus, von innen. Benebele dich mit der dunkelsten Dunkelheit. Bis du reglos daliegst.
Ich bin die Nacht. Du bist mein.







Kommentare
widerwärtig !!!
13.10.2012, 17:33 von cosmokatzeEinnehmend! Ich finde mich auf unerklärliche Weise in diesem Text wieder.
13.10.2012, 15:05 von Charlotte_Merle