??? – HerrDiesinger weiß jetzt ja auch nicht.
Über was soll ich nur schreiben? Es ist ja nix da!
Jetzt isses so weit: Burn-Out. Ausgebrannt, leer, heulend in der Ecke. So müsste ich mich jetzt eigentlich selbst vorfinden. Tu ich aber nicht. Ich finde meiner Selbst vor dem PC vor, die Hände affenartig über der Tastatur schwebend, die Backen aufpustend in geduckter Haltung sitzend. Was tu ich da? Ich tu nix. Rein gar nix, weil ich nicht mehr weiß, was ich noch schreiben soll. Sarrazin, dessen Name gerade in aller Munde ist, zum Beispiel heute morgen an der Eingangstür der Bäckerei in der ich morgens einkaufe: „Sarrazin, Sarrazin. Du musst die Tür aufziehen Sarah sonst geht das nicht.“ Jedenfalls hat der mir doch volle Möhre den Wind aus den Segeln genommen.
Ausländerproblematik – für die nächsten 2 Jahre dem Theo vorbehalten. Wer was ähnliches schreibt, kann immer nur ein bisschen auf der Welle mitreiten, wird dann aber mit dem Erstling bzw. medienpolitisch Wirksamsten verglichen und von den Kritikern zerrissen. Frau Kampusch macht es noch cleverer als Sarrazin. Um ihr Buch zu toppen müsste ich ja erstmal einige Jahre als Geisel leben. Und dann erst könnte ich was zum Thema veröffentlichen. Aber dann treffe ich wieder auf Frau Kampusch, weil bisher Marktführerin in diesem Segment und werde als Junge, der sich da nicht so dranstellen und an der tapferen Frau Kampusch („60 Minuten Beckmann – das war die schlimmste Zeit meines Lebens“) ein Beispiel nehmen soll, von den Kritikern als „Nachmacher“ zerfetzt. Zu Charlotte Roches Buch sag ich jetzt nix.
So und nu soll ich was schreiben. Dabei ist es mein verdammter Job ständig in die Tasten und Leute vom Stuhl zu hauen. Ich schreibe für meine eigentliche Arbeit, dann auf Facebook (facebook.de/herrdiesinger) und Twitter (twitter.com/herrdiesinger) fast stündliche Mini-Gags, auf blog.de (herrdiesinger.blog.de) und neon.de (neon.de/user(grafikdiesinger) jede Woche was Größeres und bei tumblr.com (kundkmonarchie.tumblr.com) schreib ich regelmäßig ehrenamtlich über Kuchen.
Jetzt ist es zur Zeit auch noch so, dass ich an meinem Auftritt für den 23. November 2010 arbeite. Und das ist hart. Kabarett ist echt harter Scheiß, Alter. Und da es sich bei „Ein Abend mit HerrDiesinger – Lokalkolorit, 5l, deckend, matt“ schon beinahe um ein kleines Theaterstück handelt, muss ich proben und feintunen. Vom Text lernen mal ganz abgesehen.
So. Aber was beschwer ich mich? Hab es ja nicht anders gewollt. Hätt ich was anständiges gelernt, würde ich jetzt Kälbchen einen Bolzen durch die Rübe jagen und Abends bei zwei Fläschchen Wulle vor der Glotze abflacken. Aber so sitz ich nun hier und schwitz mir die Zeilen aus den Rippen. Es passiert aber auch nix im Moment oder?
Kachelmann macht Pocher, Stuttgart 21 macht Sittler, Lothar macht sich selbst zum Trottel. Und was bleibt da noch für mich? Nix. Ich kann natürlich über Nischenscheiß reden. Aber interessieren Sie sich gerade dafür, was die Regierung so macht? Oder das momentan Popstars und X-Faktor (Popstars für Arme mit einem komplizierteren Jurysystem als bei Gerichtsverhandlungen im Iran) zeitgleich laufen und keinen interessieren? Haben Sie das von dem Sack Reis gehört, der in China so mir nichts, dir nichts umgefallen ist? Mein Gott, was da hätte passieren können! Glücklicherweise stand er auf dem Boden. Wäre der, sagen wir mal aus einem Helikopter gefallen. Uiuiuiuiuiuiuiui. Is aber nichts passiert. Ein beherzter Passant zog noch schnell mit einem Hechtsprung eine junge Frau vor dem Sack weg, bevor dieser ihr kurz vor die Füße gefallen wäre. Dabei zog sich die Frau zwar einige Prellungen sowie Schürfwunden und Knochenbrüche zu, weshalb sie jetzt im künstlichen Koma ausharrt. Aber nicht auszudenken was da alles lebensgefährliches hätte passieren können. Wenn so ein Sack Reis erst mal eine Eigendynamik entwickelt hat, ist der kaum noch zu stoppen. Da genügt ein Schmetterlingsschlag auf der anderen Seite der Erde (gut er muss einen Orkan auslösen, damit es in China so richtig windet) aber wenn dann, durch eine Böe die Reiskörner im Sackinnern ins Rutschen geraten und sich so das Gesamtgewicht nach vorne verlagert. Ja, dann hilft auch kein Chuck Norris mehr, dann fällt der Sack unaufhaltsam um. Gut wie gesagt, bis auf die 4-fache alleinerziehende Mutter, die jetzt nur noch fleischliches Gemüse ist und, falls sie aufwacht weder Sprechen noch sich bewegen kann, das aber eh nicht rafft, weil sie beim Sturz ihr Gedächtnis komplett verloren hat, ist ja keinem was passiert. Die flinken Chinesen haben großräumig abgesperrt, der Sack Reis wurde von einer Spezialeinheit entschärft und kontrolliert gesprengt. Die letzten Überreste werden beseitigt und zu neuen Säcken Reis weiterverarbeitet. Wegen Umweltschutz und Ressourcen und so.
Ach Mensch, das wär doch ein gutes Thema – Umweltschutz. Aber tja, jetzt hab ich zwar ein Thema aber kein Papier mehr.




Kommentare
;)
10.09.2010, 10:23 von Bender018