Steffel 11.05.2005, 18:47 Uhr 1 1

Fallen lassen

Ich stehe jetzt hier. Weil ich nicht mehr gehen kann. Und die Welt mir verloren geht.

Und du nimmst einfach meine Hand
Und du guckst mich an ohne zu lachen.
Und ich muss nichts erklären, weil du nicht fragst.
Ich bin. Und das reicht in diesem Moment.
In dem ich hier in einem Raum voller Menschen stehe und weine.
Und auf eine warte wie dich.
Die nicht fragt.
Denn ich kann nicht mehr sprechen, da wo ich jetzt bin.
In meiner Trauer ist kein Platz für Worte.
Oder große Taten.
Es ist gerade noch Platz für eine Hand, die sich zwischen die Mauern schiebt.
Die das Licht hereinlässt, nur ein ganz kleines bisschen.
Damit es mich nicht verbrennt.
Für zwei Arme.
Die mich halten, denn ich falle.
Und der Weg ist weit.

1

Diesen Text mochten auch

1 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    In meiner Trauer ist kein Platz für Worte.

    Du schreibst mir aus meinem Herzen.

    02.01.2013, 21:37 von knaustl
    • Kommentar schreiben
  • »Meine Hände sind nicht frei von Blut«

    Der israelischer Ex-Soldat, Avner Gvaryahu, im Interview. Über sein Projekt »Breaking the Silence« und wie es ist, ein Haus einnehmen zu müssen.

  • Links der Woche #22

    diesmal u.a. mit gefakten Urlaubsbildern, Ärzten, die zaubern können und Männer, die auf Babybäuche starren.

  • 50 Shades of Kale: Der Grünkohl-Trend

    Die Amerikaner haben den Grünkohl entdeckt. Wieso eigentlich? Und wo führt das hin? Antworten findet ihr im Blog.

Neu: NEON für dein iPad!

Neueste Artikel-Kommentare