Von Bücherwürmern und Leseratten
Ich möchte Bücher genießen wie ein Dessert...
Ich möchte keine Bücher fressen und verschlingen. Es widert mich an, auch nur daran zu denken. Gierig und hungrig nach dem Leben, das nicht ihres ist, fangen sie schon morgens in der S-Bahn damit an. Lassen alle ekelhaften, perversen Mörder aufspielen, Protagonisten miteinander vögeln, Menschen sterben, nur, weil ihr eigenes Leben so gähnend langweilig und fad ist.
Ganz in sich vertieft und den Menschen gegenüber und an ihrer Seite, stets ignorierend wie eine lästige AB-Fliege, lesen sie unaufhörlich und halten sich für gebildet und intellektuell, nur weil sie Bücher verschlingen.
Mittags, in ihrer Arbeitspause, lesen sie schon wieder und ziehen sich nebenbei, schnell und hungrig, einen McDonalds Hamburger Royal TS rein. Schnelle Befriedigung. Alles hinein in den gefräßigen, gierigen Schlund. Den von Fett triefenden, verschmierten Mund mit einer Serviette abgewischt. Hunger gestillt. Fertig. Jetzt noch eine eiskalte Cola oder einen süßen, cremigen Erdbeer-Shake hinterher… Papp satt. Geil und schnell war es.
Morgen gerne wieder.
Erinnert mich an buchbare Events bei *Cirque du Soleil* oder ähnlichen Veranstaltern dieser Art. Oben die Akrobaten – direkt unter dem Zirkuszelt, wo die Luft knapp wird. Unten die hungrige, dinierende Menge, die gerade teure, argentinische Steaks mit Brokkoli frisst. Diese widerliche Dekadenz, zu fressen, sie nennen es Speisen, während oben – über ihnen allen – der Akrobat seine Kunststücke vollbringt, für die er ein ganzes Leben lang, meist schon als kleines Kind, geübt hat. Sich verbog, stürzte, vor Schmerz weinte, wieder aufstand, um erneut seine Kunst zu üben und zu entfalten – bis hin zur Perfektion.
Die unten, sie kommunizieren eitel und gewählt eloquent. Haben fein frisierte Köpfe und fühlen sich extrem wichtig, während der Akrobat da oben, sich schwitzend und alles gebend, zudem noch kaum beachtet, einen abarbeitet. Er könnte sich bei all seinen großartigen Darbietungen das Rückgrat brechen. Es könnte ihm übel werden von dieser aufgeblähten, ekelhaften Scheiße, und eigentlich müsste er sich auf die fein frisierten Köpfe erbrechen. Aber er unterlässt es, denn er besitzt schließlich Anstand und Niveau.. Es wäre ihnen, den zahlenden Luxus-Gästen, – den schmatzenden, verdauenden Besuchern, auch ziemlich egal, so lange er ihnen nicht die Frisur ruiniert.
Nun stößt das Volk unter ihm in einem gemeinsamen Rülpser auf. Es stinkt nach Kohl und im erlesenen Blattsalat befanden sich, in hauchdünne Scheiben geschnittene Radieschen. Die Luft unter dem Zirkuszelt ist nicht nur dünn, nein, sie stinkt jetzt barbarisch. Und der anständige Künstler ist daran gewöhnt, er darf nicht allzu sensibel sein, schließlich verdient er sich mit seinem Können den Lebensunterhalt.
Er müsste schon etwas ungehobelter und rücksichtsloser auf den gut gedeckten Tisch fallen, so dass die eisgekühlte Tomatensuppe mit Wodka, nur so in ihre Gesichter spritzen würde, wenn er auf der Tischplatte aufkracht. Auf ihre feinen Klamotten für diesen teuren, exklusiven Abend, spritzt. Ihre beigefarbenen Prada-Schühchen aus Wildseide einsaut.
Die Besucher wären empört über diese unverschämte Störung. Würden vor Aufregung nach Furz stinkende Broccoli Rülpser von sich geben und feststellen, dass das Steak doch noch ein bisschen zu blutig war.
Der Artist, so er nicht gestorben und auf dem weiß gedeckten Tisch, direkt neben den Kroketten und der delikaten Bratensoße sein Leben ausgehaucht hätte, würde verwundert und genervt betrachtet und von den Gästen, die extra wegen ihm gekommen waren, vom Tisch verjagt werden. Vielleicht gäbe es den einen oder anderen mitfühlenden Besucher des Spektakels, der so freundlich gewesen wäre, ihm – mit zwei spitzen Fingern - die kleine, feine Petersiliendekoration aus dem schönen, Brillantine glänzendem, glitzernden Haar zu entfernen und ihn dabei verlegen anzulächeln.
Der Akrobat würde sich liebevoll behandelt fühlen und sich freuen, noch am Leben zu sein. Trotz seiner halsbrecherischen, kunstvollsten Verrenkungen ganz oben unter dem Zeltdach, die ihn plötzlich zum Absturz brachten. Er würde zuvorkommend und charmant lächelnd DANKE sagen und sich verneigen. Er würde sich für sein ungezogenes Fehlverhalten mehrmals entschuldigen und sich dann verbeugend vom dem Tisch entfernen, aber nicht ohne dem geschockten und gestörten Besuchern seiner Show, noch einen wunderbaren Abend zu wünschen.
* * *






.jpg)
Kommentare
ich begreife deinen text als grundsätzilche kritik an unreflektierter konsumhaltung.
27.08.2012, 09:47 von RedSonjainsofern: ja, ich unterschreibe!
(interessanterweise lese ich maximal - in der regel - 1 kapitel buch in der woche. will das nicht zwischendrin erledigen, will zeit dazu haben und muße. fände es sonst zu schade... für den genuss)
aber auch nicht zu vergessen: es gibt ne menge bücher, die genau für den massenkonsum gefertigt werden. ob da das bild mit dem akrobaten passt...?
27.08.2012, 09:48 von RedSonjaVielen Dank für deinen Kommentar und das Lesen natürlich. Ich kann gar nicht genau sagen, was mit mir los war, als diese Thematik mich plötzlich "ansprang" und ich den Text mit großer innerer Wucht auf's Papier knallte. Irgendetwas hatte sich da gedanklich angestaut und musste raus. Du sagst genau das Richtige: Es ging mir grundsätzlich um unreflektierte Konsumhaltung, aber auch und ganz besonders um die Ignoranz, was Künstler und ich meine "richtige Künstler" leisten, um uns zu unterhalten und "glücklich" zu machen. Das hat einfach einen großen Respekt verdient. Jede Zeile eines Buches will überlegt sein. Es ist Wortakrobatik in vielen Fällen. Und Herzblut bei Autor und Akrobat. Musiker, Regisseur, Maler, Fotograf. Menschen bringen sich ein für eine Sache für die sie brennen. Und das TV hat die Menschen verkorkst. Sie konsumieren, ohne nachzudenken.
27.08.2012, 09:55 von Jackie_Greyjackie, es geht ja viel weiter. bedauerlicherweise
27.08.2012, 10:03 von RedSonjaok, ich hör mich vllt an wie meine eigene mutter oder großmutter.
aber der schnelle konsum, dass jederzeit überall etwas verfügbar ist, um auch nur meinen kleinsten anflug von "lust" zu befriedigen, ist zeitgeist und salonfähig.
ich mag keinen "coffee to go"
ich mag es nicht, dass mir überall alles mögliche entgegengeschmissen wird, nur für den fall, dass ich lust drauf haben KÖNNTE
es ist nicht mehr gefragt, auf einen genuss zu warten. es muss immer sofort sein und zwar so lange, bis mensch satt ist.
oder bis ihm schlecht wird.
ich mag das alles nicht und versuche das für mich zu entschleunigen.
ich sach ja, ich bin "old school"..
das "everything-to-go" empfinde ich als entwertend, es tritt eine beliebigkeit ein. und das führt letztlich zu einer emotionalen verflachung.
just my 2 cents
Freut mich sehr, deine Meinung zu erfahren. Ich sehe das ebenso. Und mir missfällt extrem viel. Alles scheint ausgereizt. Alles.
Entschleunigung und Verknappung muss die Antwort wohl lauten.
Ich hoffe, es wird den Menschen schlecht, kotzübel, damit sie endlich aufwachen und merken, dass sie sich überfressen haben. An ALLEM :-/
27.08.2012, 10:12 von Jackie_Greydich mag Ironie *g*
24.07.2012, 20:37 von melanieSafkaLieber Cyro,
16.07.2012, 13:35 von Jackie_Greyerstmal ganz herzlichen Dank für deinen langen und interessanten Kommentar. Freut mich sehr. Den
Text darfst du nicht zu ernst nehmen: Ich will provozieren und ich habe
unbequeme, sehr kritisiche Gedanken. Und manchmal bin auch ich recht hart! Es ging mir keinesfalls um meine(!)
Texte, die eventuell nicht genug gewürdigt würden. Nein - ganz und gar
nicht. ES geht mir NUR UM DEN RESPEKT vor der Kreativität eines Menschen
(insbesondere eines Künstlers - gleich welcher Art.) Um zum Nachdenken
anzuregen, muss man krass und direkt und auch provozierend schreiben, denke ich. Sonst plätschert alles nur so dahin...
Wenn du bei Leylura meine Kommentare und Antworten unter ihrem Kommentar
liest, dann verstehst du, was ich meine. Ich möchte dich bitten, so du
die Zeit hast, alles, wirklich alles und sämtliche Kommentare zu lesen..
Dann erschließt sich dir bestens meine Intention, diesen Text geschrieben zu
haben.
Es gäbe noch viel zu sagen, nur meine Zeit ist grad zu bemessen
und kurz. Also nochmals vielen Dank!!! Für die großartigen und klugen
und kritischen Gedanken von dir. Kritik ist
immer willkommen im Hause Jackie_Grey.
"Es ist jetzt beispielsweise schon mehr als 25(!!!!) Jahre her, als ich
das Buch „Shogun“ von James Clavell nicht mehr aus der Hand legen
wollte. Ich habe es quasi „verschlungen“. Andere Romane von diesem Autor
las ich dann auch, und sie sind mir heute(!!!!!) eine angenehme
Erinnerung.
Wir haben uns absolut richtig verstanden. Du hast diese Bücher
verschlungen und sie haben dich genährt - bis heute denkst du an sie
voller Leidenschaft. DAS ist doch großartig!!
Hättest du sie verschlungen, gefressen (Leseratte!) und wieder vergessen
(ausgeschieden!) - dann - ja dann - wäre die gesamte Schreibkunst von
James Clavell - leider für den Arsch gewesen... :)))
Du verstehst, was ich meine? RESPEKT vor der Unterhaltung durch die
Phantasie eines Künstlers - in welcher Form auch immer er uns seine
Kunst schenkt!!! Achtung vor dem, was Künstler uns schenken(!) meist ihr Herzblut, um uns zu
unterhalten und glücklich zu machen.
Ich möchte meinen Text als eine Art
Hommage an sämtliche kreative Menschen verstanden wissen. GENUSS beim
Lesen und im ZIRKUS. Konzentration auf das, was uns dargeboten wird, um unser Leben zu verschönern und zu verzaubern..
Jackie, ich finde Du urteilst zu hart. Zumindest mit der ersten Hälfte des Textes komme ich nicht so gut klar:
16.07.2012, 12:24 von Cyro„Gierig und hungrig nach dem Leben, das nicht ihres ist, fangen sie schon morgens in der S-Bahn damit an. Lassen alle ekelhaften, perversen Mörder aufspielen, Protagonisten miteinander vögeln, Menschen sterben, nur, weil ihr eigenes Leben so gähnend langweilig und fad ist.“
Jeden Tag zu Arbeit fahren und zurück IST öde. Wie nun die Zeit totschlagen ? Müde nach dem aufstehen und nach der Arbeit ebenso, eventuell verschwitzt und abgehetzt, ist man nun mal nicht in der Laune und Lage mit Fremden zu kommunizieren.
Ich habe Verständnis für die Leser von Zeitungen und von Romanen, die sie geistig an einen anderen Ort befördern.
„...und halten sich für gebildet und intellektuell, nur weil sie Bücher verschlingen.“
Nö. Gebildet ? Na, aber nur wenn Einbildung auch eine Bildung ist :) Ich kann zwar nur von mir ausgehen, aber wenn ich Romane las, dann zu meinem Vergnügen, um Freude am Geschriebenen zu haben, um in die Geschichte des Romans einzutauchen. Was gelingen kann, wenn der Autor gut ist. „Verschlingen“ heisst in dem Zusammenhang für mich, dass ich ein Buch so gut finde, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen mag. Es ist jetzt beispielsweise schon mehr als 25 Jahre her, als ich das Buch „Shogun“ von James Clavell nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ich habe es quasi „verschlungen“. Andere Romane von diesem Autor las ich dann auch, und sie sind mir heute eine angenehme Erinnerung.
Bücher hingegen, die „intellektuell“ machen, scheine ich zu meiden. Was nützen mir Bücher (außer ich brauche sie beruflich zur Weiterbildung) die mich nicht emotional ansprechen, die sich mit Theorien, Thesen und Antithesen beschäftigen ? Um sich durch trockene Materie zu quälen fehlt mir Wille und die möglicherweise notwendige masochistische Ader. Auch wenn es sicherlich nicht Schaden kann sein Wissen zu erweitern.
„Mittags, in ihrer Arbeitspause, lesen sie schon wieder und ziehen sich nebenbei, schnell und hungrig, einen McDonalds Hamburger Royal TS rein“
Nö, aber zugegebenermaßen Neon-Artikel, und ich habe meine Freude daran, und ich lese ohne Hetze. Und von den Burgern bekomm ich Gallenkoliken, da ist mir normales belegtes Brötchen deutlich lieber. Gegen die kalte Cola hingegen habe ich nichts einzuwenden.
„(...) dekadent (...) eitel, (...) -fein frisierte Köpfe und fühlen sich extrem wichtig ...“
Ich weiss nicht an wen Du da denkst, aber auf die Allgemeinheit bezogen ist mir das zu pauschal. Sicherlich gibt es diese Art von Menschen. Ich weiss nicht, mag sein dass Du mit ihnen zu tun hast. Doch manches Gehabe ist doch eher abstoßend, und drum mache ich um manche Personen automatisch einen großen Bogen, und die um mich herum ebenfalls.
- - -
Wenn der Akrobat für den Autor der Texte steht, dann ssei ihm empfohlen sich die Leserschaft etwas genauer anzusehen. Schließlich ist da so ziemlich alles vertreten, die ganze Spannweite vom positiven (die netten, neugierigen, wohlwollenden, verständnisvollen) über die neutralen bis hin zum Negativen (Zzebra nannte die bei Neon mal die emotionalen Eremiten, aber nicht nur die meine ich, auch die neidischen, gehässigen, verletzenden, unachtsamen, gelangweilten und .. na, und so weiter).
Nun ist die Frage, wen will denn der Autor mit seinem Text erreichen ? Allen kann man es nie recht machen. Und so wird die Leserschaft, die sich in diverse Gruppen unterteilt, gezielt mit Texten gefüttert. In der S-Bahn mit Tageszeitungen und sog. Groschenromanen, kurze Nachrichten und nichtssagende Trash-Texte, die genau dafür produziert werden. Andere wiederum , die lieber den Abend mit einem netten Buch verbringen wollen, werden sich vermutlich etwas andere Literatur gönnen, schließlich gibt es Bücher zu allen möglichen Lebensbereichen, von Sachbüchern bis hin zu Philosophie und sonstigem.
Neon hingegen ist ja ein Sammelsurium an Texten, die meistens das zum Inhalt haben sollen, was den Autor bewegt, und sollen in Ich-Form geschrieben sein.
Doch über Neon-Texte gibt ja schon genug Artikel, da lasse ich mich jetzt nicht weiter drüber aus. Oder doch ... wie Du weißt, kommen dabei so manche interessante Texte heraus. Sicher sind manche auch reine Phantasie, einige sogar, davor ist man als Leser nie gefeit. Genauso wie man als Autor nicht davor geschützt sein kann, dass der eine oder andere Troll den Text auseinanderreißt, drauf herumtrampelt und dabei hofft, nicht nur den Text, sondern auch den Autor schmerzhaft zu treffen.
Doch soweit es eben geht, lass den Troll Troll sein, lass die Hochmütigen hochmütig sein, denn Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall; darum musst Du dich nicht kümmern, die stellen sich früher oder später schon selber ein Bein.
Und jetzt höre ich mal auf zu tippen für den Moment , schließlich will ich ja niemanden mit Textblöcken erschlagen :)
Ich danke dir für deine vielen Überlegungen ganz dolle.
16.07.2012, 13:47 von Jackie_Greyhallo cyro
27.08.2012, 10:06 von RedSonjaich fahre jeden morgen mit der u-bahn.
hülle ich in eine blase von meiner musik und studiere meine umwelt.
interessant, was es da zu sehen gibt und teilweise auch lehrreich.
:D
... und bisweilen unterhaltsamer als lesen.
Nun ja, soweit es geht schalte ich innerlich ab.. aber sehr zum Unmut der Anderen ... denn mir ist es noch nicht gelungen die Schnarchtöne beim Schlafen zu unterdrücken. Aber für mich ist das Schlafen der sinnvollste und erholsamste Zeitvertreib in der Bahn.
27.08.2012, 10:47 von Cyro.. einer deiner besten!
15.07.2012, 17:47 von ilofiMensch, ilofi!! Herzlichen Dank. Das freut mich seeehr, wenn du das glaubst/sagst.
15.07.2012, 18:21 von Jackie_GreyGefällt mir sehr das Thema und dein Schreibstil!
14.07.2012, 20:40 von SultanineVielen Dank für eure klugen und nachdenklichen Kommentare und auch für die Herzen! Freue mich sehr drüber. :-)
14.07.2012, 15:57 von Jackie_GreyLässt man sich das Wort "Würmer" und "Ratten" mal so richtig auf der Zunge zergehen, dann ist eigentlich schon viel gesagt. Man braucht einfach nur noch ein bisschen drüber nachdenken. Die Menschen haben immer treffende Formulierungen für Sachen und andere Menschen gefunden. Erstaunlich ist das!
Wer gewillt ist, weiter unten mal zu schauen, was ich EliasRafael geantwortet haben, wird erfahren, wie ich das mit diesem Text meine.
Der Akrobat steht tatsächlich für eine Metapher! Ein schreibender Mensch ist ein Wortakrobat, will er seinen Text gefühlvoll an die Menschen bringen. JEDER der schreibt, weiß das auch, wie genau und gefühlvoll, wohl überlegt und ausbalanciert, er seinen Text "komponiert".
Es spricht vielleicht Überheblichkeit aus meinem Text. Wer das so herauslesen mag - bitte. Ich schreibe erst seit 3 Jahren und lerne noch. Aber es gibt bei Neon zahlreiche User, die großartige Texte uns schenken. Uns unterhalten und damit erfreuen. Oder zum Nachdenken anregen. Ihnen allen sei an dieser Stelle gedankt. Sie lieben, was sie tun und das kann man auch aus den Texten entnehmen.
DAS alles gibt es kostenlos bei NEON. Findsch gut! Ich lese seit 3 Jahren täglich so gut wie alle Texte. Nicht nur Startseitentexte, sondern gern auch die Texte, die Freunde von mir empfohlen haben. Oder andere User, auf deren Geschmack ich viel gebe.
Worum es mir auch geht, ist tatsächlich der Akrobat. Als es vor Jahren in Mode kam, Varieté zusammen mit einen Dinner zu "servieren" - wurde mir schlecht. Ich dachte an die armen Künstler, die bei diesem Essengestank wie in einer Kantine, ihre Kunst darbieten sollten und sie taten mir Leid. Ihre Kunst schien mir mit Füßen getreten! Perlen vor die Säue sozusagen. Krass. Aber ich bin krass und direkt. Ich denke so - ich schreibe so.
Die Vorstellung - eine Vernissage zu veranstalten - was bei mir in meinem Leben häufig der Fall ist und die Vorstellung, dass gleichzeitig Rosenkohl und Brokkoli zu wunderbaren Fotografien gereicht werden - kotzt mich einfach an. DAS ist eine gewisse Respektlosigkeit vor der KUNST.
Der Tiger-Palast in Frankfurt serviert auch Essen zu den Vorstellungen. Ein Grund für mich, dort niemals mehr hinzugehen. Entweder schenke ich den Künstlern meine Aufmerksamkeit, oder ich esse! Aber beides zusammen ist ekelhafteste Dekadenz.
gäb es nichts zu essen, würde kaum jemand dort hingehen? :)
25.07.2012, 00:50 von melanieSafkaMmmh...hab jetzt lange überlegt, was ich davon halten soll.
14.07.2012, 13:34 von TaneaDer Text scheint wieder sehr persönlich zu sein und wie mir scheint eine Art Abrechnung mit ungeduldigen Lesern.
Das Bild des Akrobaten steht für mich für einen Autor, der alles aus sich herausholt, mit Leidenschaft persönlichste Texte schreibt vor einem satten und gleichzeitig gefrässigem Publikum, welches diesen Einsatz einfach nicht würdigen will/kann. Diese Gedanken kamen mir beim lesen.
Kann man so sehen, ich sehe es nicht so.
Ich finde den Text etwas überladen mit Bildern.
Insgesamt nicht so mein Ding.
Hi Tanea,
15.07.2012, 10:22 von Jackie_Greyich danke dir für deinen
klugen Kommentar. Du hast absolut ins Schwarze
getroffen. Auch mit dem "persönlich". Ich werde immer persönlich, d.h.
"authentisch" schreiben. Unbequem und provokativ.
Aber es ging und
geht mir nicht um meine Texte (oder Textakrobatik) - dazu schreibe ich
noch gar nicht lange genug und kann meine "Erzählkunst" noch gar nicht
hoch aufhängen. Es ging mir um das Prinzip. Wenn Menschen etwas
niederschreiben, ob nun sehr gekonnt oder noch laienhaft, dann kommt das
immer aus der Seele. Sie geben etwas von sich preis. Und das allein hat
schon Respekt verdient.
Es ging mir um mehr Respekt vor der
Kreativität im Allgemeinen. So steht auch der Akrobat nicht nur als
Metapher da, sondern ich meine ihn auch wirklich. Dazu habe ich bereits
genügend Kommentare geschrieben. Durch sie sollten eigentlich eventuelle
Missverständnisse ausgeräumt sein.
Ich denke schon, dass wir uns zu
einer Gesellschaft entwickelt haben, die nur noch KONSUMIERT. Und zwar
alles. Und den Hals nicht voll genug bekommen kann. Also Varieté -
halsbrecherische Kunststückchen, die man kaum betrachtet, weil man
gerade sein Steak schneiden muss... usw. Bah. Bäh. Ekelt mich. Wenn dir
meine Meinung nicht zusagt, kann ich das sehr gut akzeptieren. Ich bin
mit meiner kritischen Auffassung zu vielen Dingen des Lebens für manch
einen einfach eine.... Spaßbremse.
ich fresse auch, was worte hat.
14.07.2012, 11:42 von zehnmomentedennoch hast du den nerv getroffen.
RESPEKT.
ja.
allem gegenüber.
:D