glasgedanke 22.09.2008, 19:02 Uhr 1 0

Gedankenballon

dieser text ist fuer die leute, die eine blockade haben oder hatten

Es war einmal ein kleines Mädchen vor nicht allzu langer Zeit. Sie lebte glücklich in einem unbekannten Land. Sie lebte glücklich..bis sie die Kunst für sich entdeckte. Was gleichzeitig das schönste und grausamste Ereigniss ihres Lebens war. Sie wusste sie würde sich bis zu ihrem Lebensende der Kunst versprechen und würde nie wieder aus dessen Bann herausfinden, doch sie unterschrieb den fiktiven Vertrag dennoch. Sie wurde zur Malerin. Sie malte die schönsten Bilder. Sie brachte die Farben zum pulsieren und die Menschen zum weinen wenn sie sich die Bilder ansahen. Sie konnte Menschen glücklich machen, traurig oder zornig. Sie war in ihrem Land die Beste und malte und malte und malte ohne absehbares Ende. Eines tages trat sie eine Reise an und auf ihrer Reise begegnete sie ein Mädchen, auch eine Malerin. Sie sah sich ihre Bilder an und begann zu weinen. Die Bilder waren besser als ihre und sie wusste es. Sie gin deprimiert nach Hause und sah sich ihre Werke an und auf einmal gefielen sie ihr nicht mehr (wobei sie es das sonst tat) Sie vernichtete unzählige Werke, sie wollte dass sie so gut aussahen wie die der unbekannten Künstlerin. Am Tag darauf bemerkte sie dass ihr Kopf sich schwer schwer anfuehlte. Ihr war ein Ballon im Kopf gewachsen. Er war so erdrückend dass er kein Platz mehr fuer klare Gedanken ließ, fuer Kreativität oder Ideen. Sie konnte nicht mehr malen, dachte nur noch an die wundervollen Bilder der Unbekannten. Sie hatte eine Blockade, sie brachte nichts brauchbares mehr auf die jungfräuliche weiße Leinwand vor sich. Nach ein paar Wochen des Wahnsinns, wo ihr nichts brauchbares eingefallen war, hatte sie auf einmal eine Eingebung. Die Blockade war wie weg und sie fing wieder an zu malen. Die Bilder waren wunderschön, wie gewohnt. Der Ballon war geplatzt und aus ihm gingen zahlreiche Ideen hervor. Was das Mädchen jedoch nicht bemerkte ist, dass der Tag, an dem es ihr wieder besser ging, der Tag war, an dem sie sich nicht mehr an die Bilder ihrer Konkurrentin erinnern konnte. Jedoch wartete die naechtse Blockade schon auf das Maedchen und so ging es ihr Leben lang. Der Teufelskreis wollte nich enden. Und doch war sie glücklich, jedes mal wenn der Ballon platzte.


Eine Metapher über Blockaden, Konkurrenzdenken und die übernatürliche Liebe zur Kunst, die uns auch manchmal leiden lässt.

1 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    "Eine Metapher über Blockaden, Konkurrenzdenken und die übernatürliche Liebe zur Kunst, die uns auch manchmal leiden lässt."

    Oh ja.. ich habe sehr gelitten, bei (oder unter?) diesem Text.

    23.09.2008, 11:08 von Irgendwo
    • Kommentar schreiben

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare