SesamKrokant 30.11.-0001, 00:00 Uhr 17 6

4 Euro für NICHTS

Wenigstens musste ich nur den ermäßigten Eintrittspreis zahlen um mir gar nichts an zusehen .

NICHTS - in großen weißen Buchstaben an die Schirnhalle in Frankfurt am Main geschrieben.
Ich vertraue dieser Galerie schon lange , ich habe dort noch keine Ausstellung enttäuscht verlassen.
Jedenfalls bis heute Mittag.

Ich weiß , ich weiß Kunst ist ein breites Feld und darf fast Alles. Wobei die Betonung auf dem Wort “fast” liegen sollte.
Ich bin selbst Kunststudentin und bezeichne bestimmt manches Ding als Kunst , was andere Menschen einfach so auf den Kompost werfen würden. Heute war es aber selbst mir zu viel - oder zu wenig - wie man`s nimmt.

NICHTS - ich war gespannt , als ich die große Halle betrat, und sofort bereute ich es die 4 Euro nicht für etwas Sinnvolleres genutzt zu haben. Ich hätte sie zum Beispiel in einen Gulli werfen können oder in den Main, ganze egal.
Da war - oh Überraschung - NICHTS. Weiße Wände.

Ein älterer Mann drückt mir Kopfhörer in die Hand , 32 Tracks darauf… einer verkorkster als der Andere.

Nr 26.:

Männerstimme:
“Eine Kartoffel
Zwei Kartoffeln
Drei Kartoffeln”


Nr. 30.:

“Ding Ding Dong”

Ok … äh … nett, Na dann weiter in den nächsten Raum … dort war - ebenfalls NICHTS, außer ein paar auf einander gestapelte Kartons und ein Lautsprecher aus dem laute Furz-Geräusche schallten.

Ich ging …

Jetzt überlege ich ob ich mit meinen 21 Jahren zu alt bin für die neue moderne Kunst , oder ob ich einfach zu wenige Drogen nehme. Vielleicht sollte ich einfach das nächste mal stoned Nichts ansehen, könnte lustig werden. Aber nüchtern nicht mehr.

Heute muss man ja nicht mehr unbedingt so begabt sein wie M.C.Escher oder Dali um Künstler zu sein, und ich bin wirklich tolerant, aber Nichts bleibt eben Nichts und ist meiner Meinung nach Nichts und keine Kunst.

Das war die grausamste Ausstellung die ich je gesehen habe.
Ich will mein Geld zurück und mir dafür einen 4Euro-Latte im Schirncafe` kaufen …

6

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17 Antworten

Kommentare

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  • 3

    sach nix gegen beuys, sonst werde ich beuyse, du da unter mir!

    09.10.2015, 16:54 von ga
    • 1

      IssjaGa-uut ... ick meen doch »Bad Boys«

      09.10.2015, 17:54 von Alexander13
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  • 0

    »Josef Beuys« --- wie auch immer

    09.10.2015, 15:10 von Alexander13
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  • 2

    das war der plan: 

    NICHTS
    12. JULI - 1. OKTOBER 2006

    Stille, Leere, Schweigen – in der heutigen Bildergesellschaft gewinnt die Pause, die Lücke, die Auslassung an Bedeutung. Die Avantgardekünstler der 1960er und 1970er Jahre wie John Baldessari oder Art & Language reagieren mit gesteigerter Skepsis und Verweigerungs-strategien auf die Abbildbarkeit einer Wirklichkeit, die in ihrer Komplexität immer ungreifbarer wird. Den täglichen Mengen visueller Information antwortet die Kunst mit der Entleerung des Bildes. Heute transformieren Postminimalisten und Neokonzeptualisten wie Joëlle Tuerlinckx, Tom Friedman oder Martin Creed die Erfahrung von Leere in poetischer bis ironischer Weise in Installationen, Bilder oder Skulpturen. Die Zurückgenommenheit der Effekte und Sensationen erzeugt dabei eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber Dingen und Phänomenen, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. So enthüllt der Blick ins Nichts das Periphere. Das Ephemere und das Latente eröffnen sich. Was bleibt, ist ein vielfältiges, schillerndes Nichts. Die Ausstellung wird voll davon sein.

    Kuratorin: Martina Weinhart      ......   hat wohl nicht geklappt.






    09.10.2015, 12:56 von ga
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  • 0

    Beys mit seinen Siff- und Fett-Ecken war
    auch nur ein Blender und Spinner ...


    Aber wer bin ich, um über »Kunst« zu richten?
    Kunst ist künstlich ---- ich halte mich an die ollen Klassiker der Renaissance. Da macht man nix falsch. Herz, Hirn und Auge haben das »Futter« das sie verdienen ... Und das Auge hat reichlich zu schauen. Und das Hirn erfreut sich an Formen & fürs Herz die tollen FARBEN ...

    Amen.

    09.10.2015, 12:55 von Alexander13
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  • 1

    zumindest dein artikel erlebt jetzt eine echte renaissance?

    09.10.2015, 12:41 von libido
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 1

    ej, nichts gegen kartoffeln!

    09.10.2015, 12:25 von YOLK
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  • 0

    Wer weiss, was der Künstler damit sagen wollte. Stille, Ruhe, sich selbst aus Besucher aushalten müssen, wenn die ganzen Ablenkungen der Welt ausgeblendet werden ?
    Egal, ich bin eh nicht der Typ, der sich auf Kunst einlassen mag. Darum hätte mich auch geärgert, für so einen Moment Geld ausgegeben zu haben. 'Nichts' ... da wäre ich geneigt dahinterzukritzeln "hält mich hier" und zu verschwinden, egal ob der Künstler eine ernsthafte Botschaft hatte oder sich einen Scherz erlaubte :)

    09.10.2015, 11:52 von Cyro
    • 0

      Spielt keine Rolle, was der Künstler 'damit sagen wollte'.

      09.10.2015, 15:35 von sailor
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  • 2

    was´n?
    du bezahlst doch auch GEZ..äh dingensmediengeld.
    insgesamt höhere und dauerhafte belastung für das (häufige)medienäquivalent zu furzgeräuschen.

    insofern: ist doch nix neues,.

    09.10.2015, 10:15 von PixelAspect
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  • 1

    genialer Artikel!

    Ja ich denke, das kenne ich.
    Bei solchen Ausstellungen frage ich mich dann auch immer, wer denn da auswählt, was jetzt Kunst ist oder warum. Das ist ja wie "4'33" von John Cage.

    Aber irgendwie muss man es eben doch gesehen haben. Und zwar für 4 Euro. Und wenn es nur dafür ist, darüber zu lachen. :)

    09.10.2015, 02:32 von picassu
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