Dominik_Schuette 30.11.-0001, 00:00 Uhr 1 0

Kino

Hier findest du die Filmkritiken zu "Invictus", "Nine", "Max Manus", "An Education" und "Boxhagener Platz".

An Education

Worum geht's?
Als eine scharfsinnige 16-jährige einen doppelt so alten Charmeur trifft und bald lieber Cocktails in Paris schlürft statt Latein zu büffeln, setzt sie ihr zartes Herz und eine aussichtsreiche Zukunft aufs Spiel.
Worum geht es wirklich?
Unter dem Zuckerguß beschwingter Sechziger-Jahre-Bilder ist „An Education“ ein bitterernstes Plädoyer für weibliche Selbstbestimmung: Finger weg von Konsumtempeln und alten Säcken mit dicken Brieftaschen!
Wermutstropfen:
Nick Hornbys eleganter Geschichte geht am Ende abrupt die Luft aus - nur gut, dass sich Hauptdarstellerin Mulligan da längst als Riesentalent mit Audrey Hepburn-Appeal etabliert hat.

Start: 21. Februar. Mit Carey Mulligan, Peter Sarsgaard. Drehbuch: Nick Hornby, Regie: Lone Scherfig

Max Manus

Worum geht’s?
Trotz der deutschen Übermacht im Zweiten Weltkrieg leisten einige kühne Norweger Widerstand gegen die Besatzer. An der Spitze steht der Tausendsassa Max Manus, der mehrere deutsche Schiffe mit Sprengladungen versenkt und seinen Verfolgern (toll: Ken Duken als Chef der Gestapo) immer wieder in letzter Sekunde entkommt.
Worum geht’s wirklich?
Um die trostlose Einsicht, dass auch ein Sieger nicht gewonnen hat, wenn er dafür erst viel verlieren musste – im Fall von Max Manus unter anderem seinen besten Freund.
Wermutstropfen:
Der Film fußt auf Erinnerungen des echten Max Manus – aber sicher nicht auf Zweifeln gegenüber absoluter Heldenverehrung.

Ab 11. Februar. Mit Aksel Hennie, Agnes Kittelsen. Regie: Sandberg & Roenning


Invictus

Worum geht’s?
Nachdem er zum ersten schwarzen Präsidenten von Südafrika gewählt worden ist, krempelt Nelson Mandela (Morgan Freeman) das durch die Apartheid gespaltene Land um. Er wittert die Chance zur Versöhnung bei der Rugby-Weltmeisterschaft 1994 – beim Sport der Weißen also. Mandela macht den Kapitän der Springböcke (Matt Damon) zu seinem Botschafter.
Worum geht’s wirklich?
Um den Zusammenhalt während großer Sportereignisse – und die Hoffnung, dass Südafrika bei der Fußball-WM erneut so ein Wunder erlebt.
Wermutstropfen:
Wer ein Politdrama oder gar ein Mandela-Biopic erwartet hat, wird enttäuscht: Clint Eastwood hat einen Sportfilm gedreht – aber einen schlauen.

Start: 18. Februar. Mit: Tony Kgoroge, Matt Stern. Regie: Clint Eastwood


Nine

Worum geht’s?
In den Sechzigern versucht ein italienischer Regisseur (Daniel Day Lewis) einer Schaffenskrise zu entfliehen. Dabei begegnet er in Fantasie und Realität den Frauen seines Lebens – Gattin, Mitarbeiterin, Muse, Fan, Sexsymbol – und verstrickt sich. Er findet erst einen Ausweg, als er die Frauen zu Heldinnen eines Films macht.
Worum geht’s wirklich?
Aus Fellinis Meisterwerk »8« wurde ein Broadway-Musical, das nun wieder zum Film wird. Und warum? Weil Regisseur Rob Marshall und Produzent Harvey Weinstein ihren Erfolg von »Chicago« wiederholen wollen.
Wermutstropfen:
Hochglanzverpackung mit ganz wenig Inhalt und Musical-Mittelmaß. Schon blöd, wenn ein Film über Schaffenskrisen selbst von einer zeugt.

Start: 25. Februar. Mit Penélope Cruz, Nicole Kidman. Regie:Rob Marshall

Boxhagener Platz

Worum geht’s?
Boxhagener Platz, Ostberlin, 1968: Holgers (Samuel Schneider) Oma Otti (Gudrun Ritter) wird von dem Altnazi Winkler (Horst Krause) und dem Sozialisten Wegener (Michael Gwisdek) umworben. Als einer der beiden ermordet wird, glaubt Holger, dass das mit seiner Großmutter zu tun haben könnte.
Worum geht es wirklich?
Es geht gar nicht so recht um die Frage, wer der Mörder ist. Der Film erzählt aus der Sicht des zwölfjährigen Holgers über das Leben in Ostberlin im Jahr 1968, als im Westen die Studentenproteste ausbrachen und in Prag die sowjetischen Panzer anrollten.
Wermutstropfen: Leider merkt man dem Film oft zu sehr an, dass er auf einer Romanvorlage basiert ("Boxhagener Platz" von Torsten Schulz). Die Handlung läuft eineinhalb Stunden vor sich hin, ohne dass sich nennenswert Spannung aufbauen würde.

Start: 4. März. Mit: Samuel Schneider, Gudrun Ritter, Meret Becker. Regie: Matti Geschonneck.

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Kommentare

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    Die Kritiken stammen von den Autoren Roland Husche, marc_schuermann, dominik_schuette, Rüdiger Sturm und Lisa Goldmann.

    12.02.2010, 17:02 von Dominik_Schuette
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