seltenertyp 04.05.2007, 09:17 Uhr 1 0

Warum ich NEON-online liebe

"Richtige" Zeitschriften langweilen mich meistens. NEON-online ist anders.

Bei NEON-online schreiben jede Menge „Dilettanten“ (von italienisch „dilettare“, sich erfreuen) auch ohne einschlägige Qualifikation authentisch, begabt, ergreifend, geschliffen, intelligent, kritisch und kreativ.

Was bei NEON-online ein bisschen antiquiert anmutet, ist die Jury im Hintergrund, die anstelle der User entscheidet, was die „besten“ Beiträge sind, was auf die Startseite kommt und was nicht. Die Chancen, es mit seinem Artikel dorthin zu schaffen, liegen bei wenigen Prozent. Jenseits der Auswahl der Redaktion gelesen zu werden, ist noch viel unwahrscheinlicher.

Und es ist fraglich, ob überhaupt alle Texte von der Redaktion begutachtet werden. Bei mir sind alle bis auf einen seit Wochen "pending" und haben noch nicht einmal eine Standardabsage bekommen. Sind sie zu schlecht oder ist die Redaktion so überlastet?

MySpace, Youtube, Podcasts und die Blogosphäre gehen in die gleiche Richtung wie NEON-online: Die User machen ihr Medium selbst. Profis werden nur noch gebraucht, um die Plattform zu bauen. Und die ist bei NEON-online ziemlich genial. Meine Homepage würde kaum anders aussehen, und blinkende Werbebanner gibt’s auch nicht. Nur Werbung für das „richtige“ NEON am Kiosk. Aber warum sollte ich mir das kaufen?

Fazit: Liebe NEON-Redaktion, lasst die Leser selbst entscheiden, welche die besten Artikel sind. Macht z. B. die letzten zehn oder zwanzig Artikel, die online gehen, auf der Startseite ganz oben gut sichtbar. Die fünf oder sechs Artikel, die innerhalb von 24 Stunden die meisten Kommentare bekommen, sind die besten und bekommen einen Ehrenplatz. Die Redaktion würde nur noch darauf achten, dass nichts Anstößiges online geht.

Der Trend ist klar: Die Macher und die Konsumenten werden ein und die selbe Person sein. Wer sich rechtzeitig darauf einstellt, hat die Nase vorn.

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  • Chronik einer Liebe

    Passend zur Titelgeschichte erzählen im NEON-Blog zwei weitere Paare ihre digitale Liebesgeschichte - wir zeigen ihre unbearbeiteten Nachrichten.

  • »Wir sind alle egozentrisch«

    Die 26-jährige Zosia Mamet aus der Serie »Girls« erzählt im NEON Blog, was man macht, wenn ältere Frauen in der U-Bahn über Oralsex reden möchten.

  • Die Fluchthelferin

    Einen Tag lang haben wir Deutschlands berühmteste Poetry-Slammerin Julia Engelmann begleitet. Im Blog gibt sie Tipps für einen gelungenen Auftritt.

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