Twitter, und andere Erkenntnisse
Warum ich (eigentlich fast) nicht traurig darüber bin, Follower verloren zu haben.
Twitter ist wirklich ein lustiges Phänomen.
Selten hat mich eine Anwendung so gefesselt und in Beschlag genommen, und selten habe ich dabei solche Emotionen empfunden.
Eigentlich ist es ja nichts weiter, als ein buntes Sammelsurium an vielschichtigen Persönlichkeiten, die (entweder stundenlang erdachte oder spontane) 140-Satzzeichen-kurze Mitteilungen in den virtuellen Äther verschicken. Man kann persönliche Listen erstellen, und nach Kategorien sortieren, und dort dann die entsprechenden Tweeps reinpacken.
Ich habe ein Faible für die humorvollen Tweets und auch für manche Informationsaccounts.
Und wenn ein Tweet richtig gut war, kann man ein Sternchen dafür vergeben. War ein Tweet richtig, richtig gut, kann man ihn retweeten, und so allen Tweeps unter die Nase reiben, die einem selbst folgen. Natürlich hat sich, aufgrund dieser ganzen Sternchenverteilerei ein Wettkampf mit eigenen Charts entwickelt. Wer, wann, wie wofür die meisten Sternchen oder Retweets bekommen hat. Vieles hat mit Sympathie oder Avataroptik zu tun. Dass dabei viele Freund- und Feindschaften geknüpft werden, liegt auf der Hand.
Tatsächlich ist Twitter ein witziger Zeitvertreib, wenn man es nicht zu ernst nimmt, oder sich tatsächlich Gedanken über die Beweggründe mancher Tweeps macht. Ich habe damit aufgehört, weil es sich bei vielen Tweeps um spätpubertäre Personen handelt, die über die Plattform das posten, was sie sich nie sagen oder tun trauen würden.
Ich habe selber immer versucht, mir treu zu bleiben, und nicht zu schwindeln, sprich mich anders darzustellen, als ich tatsächlich bin. Bringt auch nicht wirklich viel, sich zu verstellen, meiner Meinung nach.
Und tatsächlich hatte ich einige Zeit lang eine “treue” Followerschaft, bis mir diese “untreu” wurde, weil ich einfach nicht mehr aktiv war, und mich dieses so genannte “Real Life” zu sehr in Beschlag nahm.
Ein paar Monate später, als sich alles wieder ein bisschen beruhigt hatte, schaute ich wieder vorsichtig bei Twitter vorbei – und siehe da – es hatte sich auch ohne mich weiterbewegt, obwohl es Zeiten gab, wo ich permanten online war, und schlichtweg jeden Tweet verschlungen habe, der mir vor die Augen geworfen wurde.
Ich versuchte mich also wieder ein bisschen tapsig an einigen Tweets und merkte schnell, dass das Handschuhgefühl nicht mehr aufkommen wollte. Die anfängliche Euphorie war weg, und viele der Tweeps, die ich früher als großartig betrachtete, weil sie einen lustigen Tweet nach dem anderen aus dem Ärmel schüttelten, kamen mir jetzt irgendwie nurnoch merkwürdig vor.
Manche dieser Tweeps bilden sich tatsächlich auch wirklich etwas darauf ein, auf Deutschlands Twitter-besten-Liste zu stehen, als ob es irgendjemanden in diesem komischen RL tatsächlich interessieren würde, wieviele Sternchen diese Person auf seinem virtuellen Sternchen-Konto verzeichnen kann.
Vielleicht spricht aber auch einfach nur der Frust aus mir. Der Frust darüber, dass ein paar Monate Pause mich ganz schön weit weg vom Geschehen katapultiert hat, und es mir sehr schwer fällt, mich wieder dort einzufinden, wo ich aber eigentlich gar nicht mehr hin will.. =)
In diesem Sinne – tweet auf! Der nächste Montag kommt bestimmt!
#ff






Kommentare
hab mit twitter null erlebnisse, aber du schreibst es passend für viele www.plattformen;)
04.08.2012, 10:39 von zehnmomenteDanke!
Je länger ich mich hier, auf dieser Plattform durchlese, bekomme ich den Eindruck auch von dieser hier :)
04.08.2012, 11:20 von remembermeDanke!
01.08.2012, 17:36 von remembermeTatsächlich? Weswegen?
02.08.2012, 18:26 von remembermeUm so toller, dass es dir dennoch gefallen hat.. Trotz Trivialität und Länge..
03.08.2012, 09:47 von remembermeAch verdammt..
03.08.2012, 10:55 von rememberme