barbara_hoefler 30.11.-0001, 00:00 Uhr 25 1

Spione wie wir

Es ist schäbig, dreckig und gemein, es gehört sich nicht: Leute im Internet ausspionieren ­ In der aktuellen NEON bekenne ich:ich mach's trotzdem.

Wer will bitteschön nicht wissen, was der fesche Mann vom Wochenende treibt, wenn er einem nicht grad Getränke spendiert? Was macht die Konkurrenz? Welche Hobbys hat der Professor? Und wo wohnt eigentlich genau der Chef? Einfach Name in Anführungszeichen setzen und Google-Suche starten. Voilà das Ergebnis - einfacher geht¹s nicht. Und wenn man¹s kann, dann macht man¹s.

Mit ein bisschen Übung kriegt man alles raus: Adresse, Wohnort, Luftaufnahmen bei Google-Earth, Sternzeichen, Interessen, Lieblingsclub, Clubmitgliedschaften, Blog-Gedanken. Die Suchmaschinen werden immer besser. Das Problem ist nur: Sie finden ALLES raus!

Nur selten entpuppt sich der neue Schwarm als Rockstar, den bloß man selber noch nicht kannte. Eher findet man heraus, dass er Mitglied im Schützenverein ist, auf Ameisen steht und im Atomkraftwerk arbeitet. Auf www.betrunkenedekorieren.de siehst du, wie er auschaut, wenn ihm der Speichel aus dem Maul läuft. Auf www.nachtagenten.de erwischt du ihn beim Dirty-Dancing mit irgendeiner Schickse. Spätestens dann werden die Möglichkeiten des Internets zum Problem: Sie ruinieren Beziehungen, kappen junge Freundschaften am Stiel und machen jede Kommunikation unmöglich, ­ denn heimlich erworbenes Wissen muss heimlich bleiben. Es sei denn, man gibt gleich zu, dass man schäbig, dreckig und gemein ist.

Was sind eure peinlichsten, lustigsten und überraschendsten Entdeckungen beim Spionieren in den Weiten des Internets? Macht mit! Gebt es zu! Brechen wir gemeinsam das Tabu!

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25 Antworten

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    Ja, ich geb's zu... auch ich habe im Internet nach Informationen über andere gesucht. Ein besonders schlechtes Gewissen hatte ich damals nicht (hab ich genau genommen auch heute noch nicht), immerhin machen das mitunter auch große Firmen mit ihren Bewerbern. Und wer ZU viel im Internet von sich Preis gibt, ist doch selbst schuld.
    Vor kurzem habe ich allerdings einen gehörigen Denkzettel verpasst bekommen. Ich will versuchen, die ganze Geschichte kurz zu erzählen. Ich hatte in einem FH-Seminar einen jungen Mann (folgend als "XY" bezeichnet) kennengelernt, der mir mit der Zeit sehr ans Herz wuchs. Nach einigen Monaten Schmetterlingen im Bauch fiel eher nebenbei in einem Gespräch der Satz "Na XY ist doch sowieso schwul!" - das war wie ein Schlag ins Gesicht. Plötzlich passte aber sein ganzes Verhalten dazu, wenn er z.B. die Seminartexte ausschließlich mit rosa Stiften bearbeitete...
    (Ich weiß, dass das total klischee-mäßig ist, aber es passt eben alles.)
    Trotzdem wollte ich es nicht wahrhaben. Bei einer Internet-"Recherche" bin ich auf seinen "Wunschzettel" bei Amazon gestoßen - ausschließlich Artikel, die sich mit Homosexualität beschäftigen... geschichtlich, gesellschaftlich, politisch u.v.m.
    Ich habe absolut kein Problem mit Homosexualität, aber es hat mir doch einen sehr bösen Stich ins Herz versetzt.
    Seitdem habe ich nicht mehr im Internet "recherchiert". Ob ich "geheilt" bin, weiß ich nicht. Beim nächsten Verliebt-Sein sieht's vielleicht schon wieder ganz anders aus.

    19.04.2007, 17:19 von Caminho
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    Ich hab's auch gemacht. Aber ich hab damit aufgehört. Was bringt es uns Informationen zu sammeln, die man dann nicht aussprechen kann, weil diese ja nur durch spionieren erfahren wurden. Außerdem ist es moralisch unkorrekt jemanden auszuspionieren. Ich sage NEIN und ich hoffe niemand hat mich je gegoogelt, weil da ist ein peinlicher Kommentar auf einer Internetseite zu finden, den ich geschrieben hab, als ich 12 (!) war.

    12.04.2007, 12:42 von NEONmartina
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    ja, das ist frustrierend... ;) hab ich auch schon mal gemacht...

    06.04.2007, 12:51 von muechen
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    ich habs echt mal probiert.
    ex freund und exfreundin eingegeben
    nur vornamen
    ihren nachnamen weiß ich ja nicht...
    und was gefunden
    irre.
    schön war:
    die bilder waren echt schlecht.

    04.04.2007, 23:15 von lara_star
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    also mir gehts da genauso wie gwundernase. ich finde absolut nichts über mich ausser neon und meine online-brettspielsucht wird aufgedeckt.
    wobei ich auch einen allerweltsnamen habe....auch ich bin professorin in der schweiz oder lebe irgendwo in fröschelsbach....wo auch immer das sein mag. und dabei bin ich recht aktiv im netz. also bin ich zu doof oder ist das hier wieder die allgemeine datenschutz paranoia??

    02.04.2007, 12:56 von beebopahula
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    ok... habe jetzt gerade mich selber gegoogelt und mich "nur" bei neon. gefunden. hmmmmmmmm...

    30.03.2007, 19:57 von gwundernase
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    mmh, also wer nicht ins internet will, muss doch ni unbedingt. wenn in ner disse fotos gemacht werden, muss ich mich ja ni vor die linse stürzen. ich find das alles ni so schlimm. außerdem sollte jeder, der sucht, daran denken, dass er auch gefunden werden kann...

    23.03.2007, 18:43 von doodah
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    Ehrlich gesagt bin ich kein großer Fan davon.
    Leider kann das ganze auch ordentlich nach hinten losgehen.
    Ein Freund fing an über mich zu googlen, letzten Endes wurde er zu einem Storker. Ob das im Sinne der Allgemeinheit ist, stelle ich in Frage.

    23.03.2007, 17:24 von alpha_kitty
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    Ich finde jemanden zu googeln ist ungefähr so wie im Schrank wühlen, wenn man bei jemandem zu Besuch ist, sowas tut man einfach nicht. Wenn ich jemanden neu kennen lerne, ist es das Beste, einfach mit ihm zu sprechen.

    Ich finde es außerdem gruselig, wenn mich jemand auf irgend etwas anspticht, das er im Netz über mich gefunden hat. Da steht nun wirklich nichts spektakuläres, aber allein der Umstand "ausspioniert" zu werden widerstrebt mir zutiefst.

    22.03.2007, 17:57 von frolleinmueller
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