Selbstvermesser
Wie sehr achtet ihr auf eure Körperwerte? Wie oft wiegt ihr euch? Könnt ihr euch eine Zukunft vorstellen, in der ihr solche Daten online stellt?
Unser Autor Johannes Gernert hat sich einen Monat lang komplett verkabeln
lassen, um sein Essen, seinen Sport, seinen Schlaf zu überwachen. Die Daten
übermittelte er ins Internet, an eine Community– er wurde so Teil der
sogenannten Selbstvermesser-Szene, der Quantified-Self-Bewegung (zu lesen in der
neuen NEON ab Seite 86).
Jeden Morgen zum Beispiel sendete eine Waage sein
Gewicht und seinen Körperfettanteil zum Computer.




Kommentare
In Zeiten von Facebook und dergleichen Datenschutzskandalen, sollte man doch mal überlegen, ob man NOCH MEHR von sich einfach mal so preisgeben will...
13.06.2012, 14:32 von DieKleineMuhNein.
12.06.2012, 19:15 von WieSieSehnSehnSieNixDu bringst es auf den Punkt.
12.06.2012, 19:31 von Onkel_FesterIch finde das ja sowas von geil.
12.06.2012, 14:59 von holo...Davon würde jeder Diktator träumen: die Roboter warten sich selbst und halten das auch noch für Freiheit...
--> juli zeh "corpus delicti"
12.06.2012, 15:47 von GluecksaktivistinHalte ich ja eher für nen mäßigen Roman. Aber ja, würde hier passen...
12.06.2012, 15:55 von holo...über quaität habe ich nicht gesprochen ;)
12.06.2012, 16:01 von Gluecksaktivistindie thematik an sich ist interessant, insofern hat sich die lektüre gelohnt
und es geht mit der elektronischen gesundheitskarte ja schon los. aber die leute kümmern sich lieber um vegane ernährung....
12.06.2012, 16:02 von Gluecksaktivistinach, wenn das mal nur vegane pampe wär' :-)...
12.06.2012, 17:00 von lavishdie self-tracker gewinnen ja auch durch ihre überaus dezidierte messerei erkenntnisse. die erkennen dann z.b., dass sie wesentlich besser schalfen können, wenn sie eine halbe stunde vor dem schlafen gehen eine brille mit orangenen gläsern aufgehabt haben. da muss man ja erstmal drauf kommen! jeder stumpfnickel kann sagen, "oooach, ich penn am besten, wennich vorher anständig gefickt hab!" und das kann eben jeder sagen und die, die laborieren da mit brillen rum. die kommen gar nicht mehr zum ficken. das muss ja dann auch wie eine große versuchsanordnung geplant werden, watweeßicke, also, wärmeverlust über die haut im entkleideten zustand, pulsfrequenz, sauerstoffbindungskurve - kalorienverbrauch messen, das sind da ja schon peanuts - dann noch den o2-verbrauch und die perspiratio, also noch wasserverlust durch schwitzen und beim herren dann noch das spermapröbchen. da kommt schon was zusammen. da kann man den rest der nacht dann auswerten und in die cloud schicken, damit es alle sehen können. und dann finden die eben wieder was neues raus, dass sie z b nicht mehr so verfrüht abspritzen, wenn sie sich auf die ziffern auf dem radiowecker konzentrieren oder die hausschuhe anbehalten, aber nur den linken.
noch spotten wir, später kommt dann die reue, ja, ja!
Auf ner rein privaten, moralischen Ebene find' ich vegane Ernährung richtig.
12.06.2012, 17:06 von holo...Nicht alles ist automatisch für n Arsch, nur weil es die falschen Leute machen. (äh, geht an die Glücksaktivistin, nich an lavish)
ich find das auch okay, sollen sie eben keine teewurst und kein ei essen, das ist alles ganz normal. aber wenn die anfangen, mir vorträge zu halten und bei tisch hysterisch werden, wenn sie mir vom morden erzählen und dann so gar nicht aufm schirm haben, dass man auch für ihren ganz reinen moralischen veganerstatus regenwälder abholzt, um der hohen sojanachfrage gerecht werden zu können, dann gehen mir diese leute bös auf den kranz.
12.06.2012, 17:18 von lavishsie gehen mir zudem auch noch auf den kranz, wenn sie das mit der ernährungsumstellung nicht gebacken kriegen und mir unterzuckert vor die füße sinken, theatralisch, wie sissi in der ersten schwangerschaftswoche.
Ich seh jetzt nicht so den Unterschied zwischen nem messianischen Veganer, der bei jeder Gelegenheit die Ökobilanz eines argentinischen Steaks herunterleiert und deiner pauschalen Sicht der Dinge.
12.06.2012, 17:34 von holo...Hat mir beides was zu Belehrendes...
ich muss das pauschal sehen, weil mir das sonst viel zu doll auf die ketten geht. veganer in der notfallambulanz, na, herzlichen dank auch.
12.06.2012, 17:43 von lavishansonsten hast du natürlich recht, das mein' ich auch durchaus ernst. das ist ja auch ein luxus, sich von dem ganzen tand, der einen umgibt, zu distanzieren und zu sagen, "nee, das brauch' - und will - ich alles gar nicht." übel wirds eben immer, wenn die vorträge ankommen, deren zielsetzung in erster linie dieses "guck! ich mach es richtig und du machst es falsch. demzufolge bist du schlecht. so." nachdenken über alternativen, och, das kann ich ja sonst gut ab, so ist das nicht.
ich stimme euch beiden zu :D
12.06.2012, 20:18 von Gluecksaktivistinich finde erstens schon, also sagen wir mal so, ich persönlich habe den subjektiven eindruck, dass es aktuell wichtiger ist, sich vegan zu ernähren (tiere sind wichtiger als man selbst) als sich z.b. um politische anglegenheiten, zb der gesundheitspolitik zu kümmern.
zum zweiten finde ich eine ernährung pervers, die darauf hinausläuft, dass man langfristig an mangelerscheinungen erkrankt und die sich nur eine bestimmte (auch intellektuell dafür geeignete) klientel leisten kann. natürlich ist es ethisch korrekt, wenn man NUR die aktuelle art betrachtet,wie tiere gehalten und letztendlich pervers ausgebeutet werden. gesammtgesellschaftlich ist für mich veganismus inaktzeptabel. da werden tier - über menschrechte gestellt.
Wie gesagt spreche ich eigentlich weniger gern über diese Geschichte, aber ein bisschen was richtig stellen muss ich nach deinem Kommentar schon:
12.06.2012, 21:52 von holo...1) zu "Tier- über Menschenrechte": erstens erkenne ich keinen Kausalzusammenhang zwischen Veganismus und mangeldem politischem Engagement. Als ob ein das eine das andere ausschließen (oder fördern) würde. Finde ich etwas sinnlos, diese Behauptung.
Und zweitens ist meine Entscheidung (und bei anderen ist das genau so) gegen tierische Produkte nicht aufgrund der "armen Tiere" gefallen (auch wenn das ein nicht ganz zu verleugnendes Element ist), sondern aus, wenn man so will, politischen Gründen. Ich seh einfach nicht ein, wieso für die Produktion von einem Kilo Fleisch zig Kilos Getreide verschwendet werden, für billigen Fisch die Lebensgrundlage von Millionen Kleinfischern weltweit vernichtet wird ect. Lavishs Argument, dass für den Soja-Anbau Regenwald gerodet wird ist auch nur die halbe Wahrheit: die Sojaschnitzelproduktion hat daran nur geringe Schuld, vielmehr wird Soja in Massen zu Kraftfutter für die Tiermast angebaut. Alles in allem eine Ressourcenverschwendug erster Güte.
Unser Wohlstand (und dazu gehört wohl, jeden Tag 2 Burger zu fressen) basiert auf der Armut anderer. Natürlich ist das in vielen Bereichen so, aber ich fände es verlogen, ständig darüber zu jammern, ohne es in einem Bereich, der so vollkommen in meiner persönlichen Verantwortung liegt wie meine Ernährung, auch selbst zu leben.
2) "Mangelerscheinungen": altes Argument, deren Richtigkeit ich nicht wirklich beurteilen kann. Ich betreibe kein Quantified self, hab deswegen keine Ahnung über meine Werte. Fühl mich aber nach drei Jahren fit wie'n Turnschuh. Hab mich als Nicht-Veganer schon immer abwechslungsreich ernährt, und für mich scheint das zu passen. Dazu kommt, dass weltweit Millionen Menschen schon seit Ewigkeiten aus religiösen Gründen praktisch vegan leben, und die werden auch problemlos alt.
Dazu finde ich es komisch, dass du oben noch auf diesen Juli-Zeh-Roman verweist, und dann später ein moralisches Urteil über die Lebensweise anderer fällst. Falls Veganismus zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen sollte, was ist dann anders als beim Rauchen? Ist auch nicht gesund, und sollte trotzdem jedem selbst überlassen sein, ohne sich ständig rechtfertigen zu müssen.
3) "nur bestimmte Klientel kann es sich leisten": wieder ein großes Fragezeichen meinerseits. Das teuerste beim Einkaufen war zumindest bei mir immer das Fleisch. Seit ich vegan lebe, ist meine Supermarktrechnung eher geringer als höher. Natürlich kann man sich auch mit Penny-Putenbrust für 1,99 das Kilo eindecken, aber da dürften die gesundheitlichen Schäden auf die Dauer weit höher sein als jede noch so einseitige vegane Ernährung.
Und intellektuell dafür geeignet? Mag sein, dass es bestimmte soziale Gruppen sind, die so etwas eher adaptieren, aber je normaler diese Lebensweise wird, desto eher werden auch andere Leute mit dem Gedanken spielen. Ist wie bei anderen Sachen auch: die Stonewall-Riots konnten natürlich nur in einer Stadt wie NY und nicht im hinterletzten Kaff stattfinden, das heißt aber noch lange nicht, dass die Ideen der Bewegung sich nicht mit der Zeit bis in den letzten Winkel fortpflanzen konnten, wie wir heute wissen.
Ich wollte hier zwar nicht moralisieren, aber deine Argumentation hat das leider herausgefordert...
ok, belassen wir es dabei
12.06.2012, 21:54 von GluecksaktivistinIch fände es zwar interesant, an dieser Stelle weiter zu machen, da du teilweise schon ein paar heftige Vorwürfe gebracht hast, aber wenn du es dabei belassen willst, passt das auch.
12.06.2012, 22:00 von holo...ich habe auf diese endlosdebatte in schriftlicher form keine lust. die wurde schon zig mal geführt. ich denke es geht um werte und ethik und kein wert lässt sich irgendwie mit irgendwas letztendlich belegen. jeder muss das selbst für sich entscheiden. nur eines:
12.06.2012, 22:03 von Gluecksaktivistinich sprach ganz ausdrücklich von einem subjektiven eindruck meinerseits. evt täusche ich mich. dass das nichts miteinander zu tun haben muss und sich auch gar nicht ausschließen muss ist mir auch klar!
Naja, natürlich sind Werte ein menschliches Konstrukt, in einem unendlichen Kosmos sind unsere Entscheidungen immer irrelevant. Man muss aber schon kucken, dass man da nicht in nen Relativismus abgleitet, dem dann alles egal ist.
12.06.2012, 22:37 von holo...Bei dir ist es ja wohl nicht so. Du forderts ja Engagement, stehst also für bestimmte Werte ein. Ist ja auch ok so. Darüber kann man diskutieren, und alles ist wunderbar. Das aber an Essgewohnheiten fest machen zu wollen, ist einfach Schmarrn.
Ausserdem ist die Aussage, die ich am meusten bei dir kritisiere, nicht als subjektiver Eindruck (wie beim Thema polit. Engagement vs. Veganismus), sondern als handfeste Aussage markiert:
"gesammtgesellschaftlich ist für mich veganismus inaktzeptabel. da werden tier - über menschrechte gestellt."
Ich missioniere nicht, ich moralisiere nicht. Aber das finde ich schon heftig. Der Verzicht auf Fleisch und andere tierische Produkte hat eine Reihe positiver, aber keine nennenswerten negativen Effekte auf soziale, ökonomische und ökologische Faktoren. Ich werfe es keinem Menschen vor, wenn er es anders handhabt als ich, aber es selbst zum Vorwurf gemacht zu bekommen ist mehr als an den Haaren herbei gezogen.
dann bist du eine ausnahme. ich denke ich setze andere prioritäten. und ich missioniere auch nicht. ich fühle mich aber permanent mit der moralkeule von veganern bedrängt, bei denen ich mich rechtferigen muss. das nervt mich und manchmal drehe ich den spieß dann auch gern mal um ;)
12.06.2012, 22:40 von GluecksaktivistinOb ich die Ausnahme bin, weiß ich nicht. Generell fallen eben diejenigen auf, die andere ständig missionieren wollen. Inwieweit die in der Überzahl sind, oder die Mehrheit eben eher schweigt, keine Ahnung.
12.06.2012, 22:49 von holo...Das sollte aber auch egal sein: nur weil mir die Hausfrauen vom Tierschutzverein auf den Sack gehen, schlag ich trotzdem keine Hunde...
Und meine Prioritäten haben sich seitdem auch nicht verlagert. Mensch, ich ess doch nur ein paar Sachen nicht mehr, als ob mir dadurch Zeit oder Energie oder Einstellung flöten gehen würde...
oh mann, mach es wie du möchtest. ok? sollte ich dir persönlich zu nahe getreten sein, oder dir dinge zugeschrieben haben, die nicht zutreffend sind, bitte ich dich ausdrücklich um verzeihung
12.06.2012, 22:53 von GluecksaktivistinDas ist doch nichts persönliches. Für mich ist das ne relativ emotionslose Diskussion. Nichts anderes, als ob wir hier über Mindestlohn oder Militäreinsätze diskutieren würden, mit dem Unterschied, dass man bei diesem Thema auch ein kleines bisschen selbst mitentscheiden kann.
12.06.2012, 23:15 von holo...Deswegen hätte mich ja auch interessiert, was daran deiner Meinung nach die negativen Folgen sind. Nun ja...
du kannst mich gerne mal anrufen ;) mir ist das hier echt zu stressig. das nächste mal werde ich mich eines kommentars enthalten. da gehen ja lawinen los.
12.06.2012, 23:35 von GluecksaktivistinTut mir leid. Du hast halt ne in meinen Augen relativ kontroverse Meinung zu dem Thema vertreten, da bin ich eben davon ausgegangen, dass dir was an der Sache liegt.
13.06.2012, 00:01 von holo...Engagement fängt für mich schon im inhaltlichen Diskurs an, das kann dann gerne auch kontrovers sein. Ich konnte ja nicht wissen, dass du einfach mal was raushauen willst und dann gut ist.
Wenn ich hier jetzt nen Sermon über die Gesundheitskarte abgelassen hätte, wäre das dann auch ne Lawine gewesen oder wäre das ok gewesen?
Ich persönlich hab ja immer den Eindruck, dass man stundenlang über abstrakte politische Inhalte reden kann, ohne dass einer der Beteiligten das in einen persönlichen Bereich verschieben möchte oder Argumente als "Moralkeule" empfindet. Wieso das bei diesem Thema, dass in meinen Augen auch ein politisches ist, nicht der Fall zu sein scheint, erschließt sich mir nicht ganz. Vielleicht, weil es eben nicht komplett in den abstrakten Bereich abgeschoben werden kann, sondern auch immer noch Teil der eigenen Lebensgestaltung ist.
Ich habe am Anfang gesagt, dass ich nicht so gerne über dieses Thema rede. Das liegt vor allem daran, dass sich die Gesprächspartner allzu oft persönlich angegriffen fühlen - nicht daran, dass ich das Thema nicht diskussionswürdig finden würde.
Ich habe noch nie erlebt, dass ein strammer liberaler sich von meinen eher sozialistischen Ansichten soweit moralisch angegriffen gefühlt hat, wie es immer wieder bei Debatten pro/contra Fleisch ect. der Fall ist. Das finde ich ziemlich beknackt. (nur so allgemein)
Nein,ich könnte mir das nicht vorstellen,ich denke, dass ich viel zu faul wäre, jeden Tag irgendwelche Daten in eine Tabelle zu schreiben
12.06.2012, 13:15 von griwodas was sterling sagt.
12.06.2012, 12:45 von mo_chroiich kann nich auf zahlen
12.06.2012, 12:15 von RedSonjaich geh nich auf die waage
ich esse maximal unvernünftig
ich fühl mich wohl und sexy
jeder wie er kann und mag. aber wer keine probleme hat.. *schulterucken*
Als ob sich irgendwer ernsthaft für meine oder anderer Leute Körperwerte, Fettanteile oder BMI´s interessieren würde...echt nicht
12.06.2012, 12:06 von seiduselbstQuantified-Self-Bewegung...ach sind das die deren Penis zu klein ist um ihn mit anderen zu vergleichen?
12.06.2012, 12:02 von ThereSheGoesOch nö...
12.06.2012, 12:00 von kirschgruenIch besitze gar keine Waage. An meinen Hosen merke ich ziemlich schnell, wenn ich's mal wieder etwas zu gut mit mir gemeint habe. Das führt dann meistens auch dazu, dass ich mich unwohl damit fühle und dann kann ich was dagegen machen. Sich nackt vor den Spiegel stellen gibt einem Aufschluss darüber, ob man seine Figur mag oder nicht.
Body-Mass-Index ist ja eh Schwachsinn, wie mittlerweile wohl die meisten Leute wissen.
Und weshalb ich solche Dinge ins Internet stellen sollte, erschließt sich mir nicht.