cochise 17.06.2004, 23:46 Uhr 4 0

Knoppix – die Alternative für den Computer?

Warum nicht mal was anderes als Windows - testen kostet ja nix.

Wer kennt ihn nicht – den Bluescreen? Benutzern von Betriebssystemen aus dem Hause Microsoft dürfte er mehr oder weniger wohlbekannt sein. Meist hilft man sich mit dem Griff zum „Reboot“-Knopf am Computergehäuse, ärgert sich ein paar Minuten und macht dann weiter wie zuvor.

Nun gibt es genug Alternativen für die Windows-Betriebssysteme, aber viele Nutzer schrecken davor zurück, sie auszuprobieren, weil sie mit Windows ja vertraut sind, weil Windows sowieso bereits beim Kauf des Computers installiert war oder weil sie sich nicht sicher sind, ob sich der Schritt zu einem anderen System überhaupt lohnt. Diese Argumente sind durchaus verständlich, aber auch für diese Menschen gibt es jetzt die Möglichkeit, ganz unverbindlich mal in ein anderes OS (operating system) hineinzuschnuppern.

Mit dem auf der Linux-Distribution Debian/GNU Linux basierenden Knoppix gibt es ein vorkonfiguriertes Linux-System mitsamt Internet-/Grafik-/Multimedia- und Bürosoftware, das sich bequem von einer CD aus starten lässt. Es bedarf keinerlei Installation auf der Festplatte, es funktioniert auch, wenn keine Festplatte in den Computer eingebaut ist.

Wie kommt man nun an dieses „Knoppix“ und wie geht es dann weiter? Am einfachsten ist es mit einem Internetanschluss und einem CD-Brenner. Man kann sich dann auf der Internetseite http://www.knopper.net/knoppix, der Homepage von Knoppix, eine aktuelle Version herunterladen und auf die CD brennen. Das ganze ist – abgesehen von Internetkosten und dem Preis für einen CD-Rohling kostenlos, die Programme stehen zum Großteil unter freien Softwarelizenzen wie der Gnu-GPL.
Die gebrannte Knoppix-CD legt man vor dem nächsten Startvorgang des Computers in das CD-Laufwerk, dann stellt man im BIOS die Boot-Reihenfolge um, so dass zunächst von CD gestartet wird. Der Computer wird dann direkt von der Knoppix-CD aus gestartet.

Während des Startvorganges kann man noch bestimmte Optionen angeben, muss man in der Regel anfangs aber nicht. Nachdem die Hardwarekomponenten erkannt sind und alles gestartet wurde, wird man schliesslich von einem KDE-Bildschirm begrüßt.

Nun kann man einige Einstellungen zur Netzanbindung und zum Drucker vornehmen, und schon kann man mit der vorhandenen Software im Internet surfen, Texte verfassen, eMails schreiben, Bilder bearbeiten, Spiele spielen und so weiter. Unter anderem steht folgende Software zur Verfügung: OpenOffice (leistungsfähige Alternative zu Microsofts Office); GIMP (leistungsfähiges Grafikprogramm); KDE 3 als Standard-Desktop und GNOME als Alternative; Konqueror und Mozilla (aktuelle Web-Browser); Internet-Zugangssoftware für Modem, ISDN, DSL und LAN; xmms, xine und andere Multimediaanwendungen; Hilfsmittel zur Datenrettung; Spiele von Tetris bis zu Civilisation; Entwicklungsumgebungen für verschiedene Programmiersprachen. Viele kleine Programme für verschiedene Zwecke ergänzen das alles schliesslich.

Wenn man den Computer herunterfahren möchte, kann man sowohl die Einstellungen, die man gemacht hat, als auch die Daten, mit denen man gearbeitet hat, auf Disketten oder anderen Speichermedien speichern, so dass sie beim nächsten Start wieder zur Verfügung stehen.

Und wenn einem das Ganze dann gefällt, so lässt es sich auch auf der Festplatte neben dem bisherigen Betriebssystem installieren. Dazu gibt es mittlerweile ein kleines Programm, welches man ausführen muss. Man wird dann durch den Installationsvorgang geleitet. Allerdings sollte man sich überlegen, ob man sich in dem Fall nicht gleich eine „richtige“ Linux-Distribution zulegen möchte.

Neben dem einfachen Ausprobieren eines anderen Betriebssystems gibt es natürlich auch andere Einsatzmöglichkeiten von Knoppix. Zum Beispiel kann es dazu dienen, immer die bekannte Arbeitsoberfläche in der Tasche zu haben, wenn man unterwegs mal an einen fremden Computer möchte. Natürlich sollte man das mit dem eigentlichen Besitzer des Computers absprechen ;-). Es kann auch helfen, Daten zu retten, wenn der Computer auf einmal nicht mehr starten möchte, weil das eigene Betriebssystem durch irgendetwas zerstört wurde. Und mir hat es sehr geholfen, als meine Festplatte eines Tages ihren geist aufgegeben hatte, ich konnte mit dem festplattenlosen Computer und ein paar Zip-Disketten gut weiterarbeiten, bis ich mal meine Daten gesichert und eine neue Festplatte gekauft hatte.

Das ganze war natürlich nur ein ganz kurzer Überblick, weitere Informationen bekommt man auf der Internetseite von Knoppix oder auch unter folgender Adresse: http://www.heise.de/ct/ftp/projekte/knoppix/. Am besten macht ihr euch selbst ein Bild davon."Wichtige Links zu diesem Text"
Knoppix aus der ct
Knoppix Homepage

4 Antworten

Kommentare

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    ich spiel grade mit knoppix und ubutu herum und bin total begeistert von live-cds und portabler software. das die jungs da nicht schon früher drauf gekommen sind...

    browser und email vom usb-stick straten: http://portableapps.com/

    auch nicht schlecht, DAMN SMALL LINUX: http://de.wikipedia.org/wiki/Damn_Small_Linux

    04.05.2006, 01:17 von hannes
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      @[Benutzer gelöscht] "... Hardware not supporting linux is defective. "


      das ist gut :-D

      es gibt für andere die sich mit Knoppix auch überfordert fühlen würden, auch eine andere Version namens Ubutu. www.ubutu.org denke ich oder so was ähnliches..

      sehr einfach und sie schicken dir sogar kostenlose CDs (einmal live version also reinmachen und funktioniert das ding und eine richtige installations
      version)..

      kann ich nur empfehlen..

      27.12.2004, 01:00 von e.male
    • 0

      @e.male das ding heisst ubuntu, hat allerdings nach ersten erfahrungen einer freundin so seine probleme mit hardwareunterstützung, ist aber sonst ganz knuffig.
      weniger probleme, allerdings nicht kostenlos, hat suse linux.

      27.12.2004, 01:46 von nutella
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    Linux finde ich sowieso, eine bessere Alternative als Windows, denn wer kennt nicht Big Brother Bill Gates. Aber zurück zu Knoppix, hat mir bei vielen
    Gelegenheiten geholfen, wie bei einem meiner Praktikas, wo bei dem Notebook eines Professors mal wieder die Festplatte ihren Geist aufgegeben hatte. So hatte ich in der schnelle Knoppix genommen und seine wichtigen Daten gesichert.

    20.10.2004, 17:33 von DeathQueen
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    Ich bin ein echter Fan vom "Betriebssystem in der Hosentasche"! Auch Nicht-Linuxfreaks können so ohne jegliche Gefahr die fremde Welt erforschen.
    Ich bin im Moment sehr stark am überlegen umzusatteln. Einige Hürden gilt es da noch zu nehmen. Aber wahrscheinlich reicht erst einmal ein kräftiger Druck in die Seite und der Ritt kann beginnen. Alles andere ergibt sich dann...

    07.10.2004, 12:40 von nereos
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