WieSieSehnSehnSieNix 10.09.2012, 15:14 Uhr 44 17

Guck mal wer da spricht

Ich kann mit drei Betriebssystemen umgehen und sie haben angefangen mit mir zu reden.

Ich bin ein Computerbastler. Keine Frage. Neben den Geräten die ich selbst besitze, kümmere ich mich häufig um die Probleme anderer und so kenne ich mich in drei Welten mittlerweile relativ gut aus.

Windows
OSX (Ja. Das ist eures, liebe Apple-User)
Linux

Mittlerweile haben sie angefangen mit mir zu reden. Das ist ein wenig gruselig und meistens wenig hilfreich. Aber ich dachte, ich schreibe es mal auf, damit ihr Bescheid wisst.

Zu den Personen.

Windows ist ein ganz alter Bekannter. Hat so seine Ecken und Kanten und deswegen kommen wir nicht immer gut miteinander aus. Er ist eben gerne mal zickig und nicht immer Hilfsbereit. Aber ohne ihn geht es auf die Dauer auch nicht und so beißt man halt die Zähne zusammen und ist freundlich zueinander. So weit es eben geht.
Er hat über die Jahre versucht sich neu zu erfinden, aber letztlich bleibt er doch er selbst. So aussehensmässig halt immer etwas bieder und neidisch auf das MacOSX.
Dafür kann man schon mal was mit ihm unternehmen. Er kann mit vielen Geräten umgehen, aber meist nur nachdem er die umständliche Anleitung des Herstellers komplett durchgelesen hat.

MacOSX ist eine Diva. Wenn es nach ihr geht kann ich froh sein, mit ihr unterwegs sein zu dürfen. Ihre Anhänger sind ihr häufig so treu Ergeben, dass sie ihre Unperfektheiten nicht wahrnehmen möchten und sie selbst kaschiert ihre Probleme sehr gern.
Selbst wenn sie des Nächtens einmal abstürzt, verschwindet sie einfach und tut dann so als sei nichts gewesen.
Sie sieht sich selbst als schnell, stark und perfekt ist aber unter diesem Deckmantel eigentlich ziemlich unsicher.
Auch kann ich mit ihr nur etwas unternehmen wozu sie Lust hat.
Entweder sie kann etwas, oder es muss auch nicht funktionieren und ich habe Pech gehabt oder sie wird mächtig kompliziert.
MacOSX bleibt gern in ihrem Outfit und ist auch sonst relativ unflexibel. Dafür aber hübsch.

Linux ist der beste Freund mit Helferkomplex. Er tut alles für mich, ist dabei häufig ziemlich Gesprächig und manchmal leider auch etwas ungeschickt.
Aber ich habe ihn sehr gern. Er ist überall mit dabei und sieht eben so aus, wie ich ihn gerade verkleidet habe.
Viele Leute wissen nicht so recht was sie von ihm halten sollen und denken er ist kompliziert und anstrengend. Das macht ihn manchmal etwas traurig, weil er Menschen liebt und versucht es jedem recht zu machen.
Er hält mich auch nicht davon ab, Blödsinn zu machen. Höchstens kommt mal ein "uuh na gut, wenn du meinst." aber dann lässt er mich eben tun, was ich gerade für richtig halte. Das kann man gut oder schlecht finden. Ich finde es gut.
Wenn mal etwas mit ihm nicht funktioniert musst du dich schon etwas bei ihm auskennen, aber auch nur weil er dich so tief blicken lässt, wie du es willst.



Neulich also, bei MacOSX.

Ich: "Hey Maccie" (das ist mein Spitzname für sie) "ich würde gern mit Apfeltaste und X etwas ausschneiden und Apfeltaste V einfügen."

Maccie: "Nein! Das ist eine bescheuerte Funktion!"

Ich: "Naja, ich finde sie schon praktisch, wenn man mal nicht zwei Fenster nebeneinander navigieren will zum rüberschieben. Ausserdem können die anderen das auch."

Maccie: "Mir ist egal was DIE ANDEREN können! Ich bin BESONDERS. DIFFERENT. Ausserdem braucht das keiner! Lass mich in Ruhe!"

Ich: "Okay. Äh. Dann kopiere ich die Dateien rüber wie gehabt und ääh schiebe die Originaldateien, die ich nicht mehr haben will in den Papierkorb... könnte man die nicht direkt löschen? Ich meine ohne das ich sie in den Papierkorb schieben muss? Bei Windows geht das mit..."

Maccie: "NEIN! *kreisch* DU BENUTZT GEFÄLLIGST DEN PAPIERKORB! Damit kann JEDER SUPER umgehen. Löschen = Papierkorb! Verstehst du? VERSTEHST DU? Nur Freaks wie du brauchen eine Taste zum löschen von Dingen."

Ich: "*kleinlaut* aber... ich könnte viel schneller... und der Speicherplatz ist dann doch noch gebraucht... ich... okay"

Maccie: "So ist es brav."




Mein Vater hat ich mal einen Trojaner auf einem Windows Computer gefangen. Das Gespräch verlief so.

Ich: *seufz* "Hallo Windows."

Window: "Ach. Hallo Ole."

Virenscanner: "ACHTUNG! VIRUS!"

Ich: "Mach mal weg Virenscanner."

Virenscanner: "OK! ... ACHTUNG! VIRUS!"

Ich: *ächz* "Du hast da was Windows."

Windows: "Was denn? Ich seh nichts."

Ich: "Mir schon klar. Der Prozess da. Den müssen wir mal beenden. Der ist schlecht."

Windows: "Nee. Das will ich nicht. Er sagt er sei ein wichtiger Systemprozess."

Ich: "Ja, das behauptet der. Ich weiß aber, das er schlecht ist."

Windows: "Du hast doch keine Ahnung."

Ich: "Aber du läufst hier doch auf dem Gerät das mein Vater bezahlt hat, mit unserem  Strom und so. Willst du nicht einfach mal tun, was ich dir sage? So auf mein Risiko?"

Windows: "Och Nö. Von mir aus ist alles super."

Ich fahre also Windows herunter und fahre ein Linux von einem USB Stick hoch um das Problem von Aussen anzugehen.

Linux: "Haaaaaaaaaiiii Ole! *knuddel*"

Ich: "Hey Linux"

Linux: "Was kann ich für ich tun?"

Ich: "Okay. Pass auf, wir brauchen avclam, weil da was bei Windows infiziert ist."

Linux: "Der arme! Hoffentlich geht es ihm bald besser! Avclam kommt sofort. Ich installier' es dir okay?"

Ich: "Gerne. Vielen Dank."

Linux: "Fertig! Was willst'n jetzt genau machen?"

Ich: "Naja Windows scannen und Viren löschen, ne?"

Linux: "Uuuh kannst du mir sagen wo Windows ist und was ich mit den betroffenen Dateien anstellen soll?"

Ich: "Äh ja. Schau. Windows ist hier *zeig* und du sollst alle Dateien anschauen und die, wo du was findest wegwerfen. Und frag mich bitte nicht, wenn du was findest. Einfach wegwerfen."

Linux: "Okay! Sehr gern! Für dich alles!"

Ich: "Mmh. Weißt du was? Wir installieren dich gleich fest auf dem PC."

So war es dann auch. Windows war zwar sauber, aber bis heute benutzt mein Vater sehr gern und leidenschaftlich ein Ubuntu-Linux.
Seitdem muss ich nur noch selten mit dem Computer von ihm reden.
Meine Mutter übrigens auch.

Schaltet auch bei der nächsten Folge wieder ein.

17

Diesen Text mochten auch

44 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    As it can be easy for us to look where is my favorites bar in windows we have visited this website many times here.

    03.06.2018, 14:06 von snapch23
    • Kommentar schreiben
  • 0

    coole idee

    21.09.2012, 11:54 von JuliaMaja
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Ich glaube den Abschnitt über die Diva muss ich mal einem gewissen Fanboy zukommen lassen. Du hast ja nich so das Problem mit Urheberrecht oder?

    17.09.2012, 23:42 von Bibsi Gee
    • 1

      Ich bitte darum.

      18.09.2012, 05:44 von WieSieSehnSehnSieNix
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 1

    Iiiiih, Ubuntu.

    12.09.2012, 11:39 von quatzat
    • 0

      Ja ich weiß. Das Windows unter den Distributionen.

      Ich benutze für mich auch ein Gentoo. Weill es schnell und so wunderschön fies ist

      Aber für so Noobs wie meine Eltern ist Ubuntu leider mal echt eine gute Idee und hat sich bewährt.

      12.09.2012, 11:49 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Gentoo ist nicht fies. Gentoo sieht gut aus, ist intelligent, aber emotional instabil.

      Und Ubuntu war mal ne gute Einsteigerdistri, aber seit Unity und Upstart rate ich, die Finger davon zu lassen, wenn man nicht ewig darauf hängen bleiben will.

      12.09.2012, 11:51 von quatzat
    • 0

      Na gut, Linux ist kein Betriebssystem, wenn ich es mit der Definition genauer nehme, formuliere ich meine Frage mal so:
      Welches unix-ähnliche Mehrbenutzer-Betriebssystem, das auf dem Linux-Kernel und wesentlich auf GNU-Software basiert, bevorzugst Du ?
      Ich habe einfach nur geschaut was aktuell war, Spezielle Vorlieben habe ich zur Zeit nicht, außer dass die bereits erwähnten Spiele laufen sollten. Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Grafikprogramme, Browser … das alles läuft auf den unterschiedlichen Systemen, solange ich da noch keine Sonderwünsche oder Gewohnheiten entwickelt habe, ist mir die  Wahl relativ egal.
      Was hast Du gegen Ubuntu ?


      12.09.2012, 11:55 von Cyro
    • 0

      Uups, 4 Minuten zu spät gepostet, die Antwort steht ja schon da :) Sorry, nicht mitbekommen....  ja Unity finde ich gewöhnungsbedürftig, stimmt.

      12.09.2012, 11:58 von Cyro
    • 1

      Gegen Ubuntu habe ich, dass sie

      a) sehr wenig zum Quellcode beitragen und damit dem Community-Gedanken konträr arbeiten.

      b) versuchen ihre Standards durchzuprügeln (Unity, Upstart vs. Gnome, Systemd)

      c) eine merkwürdige, fehleranfällige Patchpolitik betreiben (haarsträubende Backports usw.).

      Vorteil ist eine sehr gute Dokumentation.

      12.09.2012, 11:59 von quatzat
    • 0

      Das sind alles berechtigte Einwände über die man durchaus Diskutieren kann.

      Ich muss aber sagen das die Unity-Oberfläche, so gewöhnungsbedürftig sie auch ist, sehr gut für Anfänger geeignet ist. Sie hat was gerade so für kleinere Bildschirme.

      Von Upstart bekommt der absolute Normalnutzer ja nichts zu sehen. Diese Art von Alleingängen und Inkompatibilitäten sind unsympathisch aber okay.

      Die Patchpolitik kann einem auf den Keks gehen das stimmt. Aber dem absoluten DAU macht auch das nicht so viel aus.

      Zumindest sind das so meine Erfahrungen.

      Für mich selbst ist Ubuntu etwas zu langsam und mir ist die Oberfläche auch etwas zu unkontrolliert und schick.

      Meine Eltern kommen aber mit Ubuntu ganz gut aus und man muss auch sagen, dass es eine Menge Details gibt wo dem Anfänger gut geholfen wird. Zum Beispiel bei der Treibersuche für Drucker, oder Codecinstallationen, wenn doch mal noch keiner installiert ist.

      Was würdest du als Alternative vorschlagen?
      Debian wäre meines erachtens da nicht so gut geeignet.

      13.09.2012, 00:20 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Debian sicher nicht. Im Grunde openSUSE. Mint zähtl ja nicht, bzw. wenn, dann Mint Debian. Ich wünschte mir mal eine bessere binäre Gentoo-Distri als Sabayon. Vor allem das Sabayon-Modding sieht aus als hätten 15jährige nen Mofa lila-metallic lackiert.

      13.09.2012, 07:47 von quatzat
    • 0

      :D was ist denn mit Arch-Linux. Das könnte doch etwas für dich sein.

      openSUSE habe ich mir noch nicht angesehen. Aus irgend einem Grund fand ich das mal unsympathisch, aber ich denke das werde ich einfach noch mal nachschauen.

      13.09.2012, 15:50 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Falls du openSUSE mal zu 10er Zeiten angeschaut hast, dann wird dich zypper entsetzt haben. Damals bin ich von SuSE weg, nachdem ich seit 6.4 SuSE genutzt hatte. Über Debian und andere Distris bin ich letztendlich bei Gentoo gelandet.

      Arch habe ich auch mal ne Zeit ausprobiert, aber letztendlich hab ich da auch wieder die Hälft kompilieren müssen/wollen, sodass ich wieder zu Gentoo zurück bin.

      Bei Gentoo nervt mich neben der Kompiliererei (manchmal) nur weniges. Z.B. die Implementiereung der 32bit librariers ist binär gelöst, was ich total scheiße finde, weil dann z.B. ein 64bit 8.0 Mesa neben einem 32bit 7.3 Mesa installiert ist. NAtürlich gibts Overlays mit entsprechenden ebuilds, die Lösungen anbieten, aber das sind meist inoffizielle Frickellösungen, die alle paar Monate broken sind.

      Ich schreib zwar auch meine ebuilds, aber an sowas zentralem will ich nicht rumpfuschen.

      13.09.2012, 15:56 von quatzat
    • 0

      Achsoja, openSUSE und zypper habe ich an der Uni zuletzt auf jeden Server drauf geknallt und es gut. Einfacher zu konfigurieren als Debian oder Ubuntu. Zypper ist seeeehr mächtig und inzwischen auch schnell. Ist halt doch die beste Balance zwischen Serversysten und Desktop.

      13.09.2012, 15:58 von quatzat
    • 0

      Dann werde ich mir das defintiv mal ansehen. Wäre eventuell mal eine gute Gelegenheit für meine Schäfchen, von Ubuntu weg zu kommen.

      Ach ja Gentoo. Immer gibt es was zu frickeln :D

      13.09.2012, 16:06 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Deswechen isses ja so schön. Nur das Gentoo meiner Mutter läuft auf stable. Das ist langweilig.

      13.09.2012, 16:08 von quatzat
    • 0

      Kann sie damit umgehen oder kümmerst du dich da um updates?

      Ich erinner mich daran dass sie sich vor zwei Jahren oder so dazu entschlossen haben das alle X-libraries xcb als library referenzieren sollten. Der Code war aber anscheinend an den meisten Orten mit reinkopiert worden, wo er gebraucht worden ist.

      Das war ein geiles durcheinander. Gabs natürlich extra wieder so Skripte und tools um das System zu "säubern", also auf einen einheitlichen Stand zu bringen.

      13.09.2012, 16:15 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Nein, ich kümmere mich darum. Per ssh oder vnc.

      13.09.2012, 16:35 von quatzat
    • Kommentar schreiben
  • 1

    Das ist irgendwie echt süß :)


    Hab noch nie so gern einen Text über Betriebssysteme gelesen - ach was, ich hab sowieso noch nie einen zu diesem Thema gelesen. wozu auch?

    11.09.2012, 09:20 von Herzgesteuert
    • 0

      Finde es um so schöner, das du etwas davon hattest.

      12.09.2012, 03:59 von WieSieSehnSehnSieNix
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Bahahaha so true. Windows, der alte Nörgler und trotzdem...

    11.09.2012, 08:41 von LeyluraLegbreaker
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Jetzt weiß ich endlich mal, wer dieser Linux ist !!!

    10.09.2012, 17:44 von cosmokatze
    • 1

      Ja,  Linus Torvalds Betriebssystem Linux ist eine gute Sache, und die Idee es frei für alle verfügbar zu machen und Geschäftemacherei, also kommerzielle Verwertung zu verbieten, extrem sympathisch.
      Ich bewundere den Menschen, der sich im Studium hinsetzte und den Kern für ein Betriebssystem, später ein vollständiges Betriebssystem entwickelte, das auch heute noch immer kostenlos von vielen Menschen weiterentwickelt wird und zur Verfügung steht.


      10.09.2012, 19:02 von Cyro
    • 0

      Ernsthaft ?

      Adieu Window 7, ich hab Dich eh von Anfang an gehasst !!!

      11.09.2012, 08:33 von cosmokatze
    • 0

      Ja, aber der Haken bei de Sache ist ja, dass viel Software für Windows entwickelt wird, aber Linux zieht nach, nur als Zocker ists das mit den Windows-Spielen unter Linux nicht ganz so einfach.

      11.09.2012, 08:41 von Cyro
    • 0

      Ich zocke nicht.
      Allein bei dem Begriff krieg ich Akne.

      Aber danke für die beschreibung.

      11.09.2012, 08:43 von cosmokatze
    • 1

      Dann wäre Linux wirklich eine Alternative.

      11.09.2012, 10:49 von Cyro
    • 0

      Linux ist kein Betriebssystem.

      12.09.2012, 11:40 von quatzat
    • 0

      Och, leute.
      Das ist doch kein Glaubenskrieg hier.

      Quatze...alles, wirklich alles kann NUR besser sein, als Windows 7 !!!

      12.09.2012, 17:34 von cosmokatze
    • 0

      ^^

      Es ist immer noch keinn Betriebssystem. Aber das ist Termklauberei. Ich benutze es ja sebst. Und soweit ich weiß sind Windows Vista und Me schimmer als 7.

      12.09.2012, 18:36 von quatzat
    • 0

      Ich wollte hier nicht mit Distributionen etc. anfangen. Die meisten von ihnen haben bestimmte Eigenschaften gemein (und technisch gesehen natürlich den Kernel vor allem) und deswegen sprechen sie bei mir auch gleich (obwohl mein Gentoo eigentlich deutlich kritischer mit mir umgeht als mein Debian).

      Und ja. Windows 7 ist mit XP bisher das zufriedensstellende Windows das ich kenne.

      Vista war eine Katastrophe.

      13.09.2012, 00:12 von WieSieSehnSehnSieNix
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Linux ist wirklich sympathisch, und trotzdem hapert es bei der Zusammenarbeit. Schon vor Jahrzehnten endete mein Versuch, mit Kernel 0.9.x zu arbeiten damit, dass es mir an wissen und Geduld fehlte mir Informationen über meine Hardware zu beschaffen.  Viele Jahre später war mir die SuSe Distribution sympathisch, das Installieren lief fast von selbst.  Doch die Beziehung zwischen dem Computer und mir bzw. dem Betriebssystem und mit ist getrübt, denn ich bin ja so ein Zocker, der  Spiele, die ja meist leider nur für Windows hergestellt werden, auch spielen will. Was mich davon abhält, vollständig auf Linux umzusteigen. Linux ist aber klug und freundlich, und bietet Wine zur Lösung des Problems an. Dennoch habe ich weder WoW noch Skyrim zum Laufen gebracht mit Wine 1.4. Mittlerweile gibt es ja eine neuere Version, jetzt warte ich nur noch auf den Motivationsschub für einen neuen Versuch.
    Der Gedanke ist schon alt, geht zurück in die 80er, wo Windows noch auf einer Handvoll 3,5“ Disketten zu haben war und Microsoft damit warf, schon 8 Millionen Kunden zu haben.  Ich war der Typ, der unter das Werbeplakat schrieb „Und wieviele davon sind zufriedene Kunden ?“.   
    Trotz diverser Unzulänglichkeiten, Angst vor Viren, vor Spionage und schlechten Erfahrungen (irgendwie hat es mal jemand geschafft einen nicht unerheblichen Betrag von meinem Konto abzubuchen) freut sich Windows also seines Lebens, beschert mir nach dem Einschalten rund 20 Hook-Prozesse und anderen Krams, den ich nicht verstehe; wenn ich ihn unbeaufsichtigt lasse, weil ich im Nebenraum bin rödelt er so lange vor sich hin (Plattenzugriffe) bis ich dem Einhalt gebiete, und es ist scheinbar nicht immer der Virenscanner, der da in meiner Abwesenheit zum Leben  erwacht.

    Was ich aber an sämtlichen Betriebssystem gar nicht mag, ist die strikte Einhaltung des ersten Gebots „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“.  Jedes Sytem will sich auf der Ersten Platte im ersten Sektor breit machen, und auch die Verwendung diverser Bootmanager hat sich langfristig nicht als wirklich hilfreich erwiesen, obwohl es das sollte.
    Das Ergebnis nun ist, dass auf meinem alten Rechner Ubuntu läuft, und auf dem neuen Windows.  Doch irgendwann, irgendwann  wird der freundliche Linux auch ohne komische Ausgaben beim Installieren von Windows-Spielen mit Wine bzw. dem Versuch, diese zu starten, Erfolg melden, statt komische ausgaben zu produzieren. Dieser Tag, den ich seit Jahrzehnten herbeiwünsche, wird mir eine Genugtuung sein.

    10.09.2012, 16:09 von Cyro
    • 0

      Agreed. Der einzig wirklich benutzbare Boot Manager Grub2 ist leider auch recht kompliziert zu konfigurieren. Aber wenn er erstmal läuft, dann auch zuverlässig.

      Linux läuft wenigstens brav auf jeder Partition.

      Windows MUSS auf der ersten Partition der ersten Platte liegen. Wenn es anders ist, musst du Grub sagen, dass es so tun soll als läge es dort, damit es startet.

      Ansonsten habe ich es eigentlich recht gut hinbekommen Windows und Linux in Eintracht nebeneinander her laufen zu lassen.

      10.09.2012, 16:14 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      PS: Was mir unter Linux ebenfalls behagt ist die Kontrolle. Keine Zugriffe ohne das ich weiß warum.

      Spielen tue ich dann mit dem Windows. Fahre dazu eben neu hoch.

      10.09.2012, 16:15 von WieSieSehnSehnSieNix
    • Kommentar schreiben
  • 1

    Vergiss nicht die kleine Stiefschwester von Maccie: ihre Autokorrektur. Selten so etwas Stures erlebt.

    10.09.2012, 15:18 von Max-Jacob_Ost
    • 0

      Oh interessant! Ich verwende hier ein OSX 10.5.8
      bin also nicht so wahnsinnig up to date und bin der Autokorrektur noch nicht so begegnet.

      Welche Anwendungen betrifft das? Oder ist das Systemweit?

      10.09.2012, 15:23 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Soweit ich das sehe alle Office-Anwendungen. Die Autokorrektur sagt: nach einem Punkt wird groß weitergeschrieben. Korrigierst du das und machst den Fehler, via Tastenkombination oder Pfeiltasten wieder zum Ende des Satzes zu springen, macht er es dir beim nächsten Leerzeichen wieder groß. Sinnvoll bei Datumsangaben im Satz. Bezieht sich auf 10.6.8.

      10.09.2012, 15:25 von Max-Jacob_Ost
    • 0

      Ach ja. Wenn Systeme besser wissen was man möchte. Endlose Geschichte.

      Bei Apple eben besonders beliebt.

      Soll aber kein Apple bashing sein. Sie folgen ja zumeist dem Kundenwunsch.

      Lieber in einer Vierspännigen Kutsche mit angezogener Handbremse, als in einer Seifenkiste mit Motor. Oder so.

      10.09.2012, 15:31 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      ich mag an windows, dass ich weiß, an welchen stellschrauben ich selbst drehen kann. ist aber ein sozialisationsding, denke ich. (und mr. google hilft einem eh in 98 Prozent der Fälle)

      10.09.2012, 15:34 von Max-Jacob_Ost
    • 0

      Naja das ist quasi der selbe Grund wegen dem ich Linux mag. Aber das ist schon eine fiese Umgewöhnung. War bis 2007 auch reiner Windowsnutzer.

      Das mit dem Sozialisationsding stimmt schon. Es ist meiner Ansicht nach tatsächlich so, dass Mac-Nutzer eher unselbstständig bleiben, weil ihnen nur ein unkomplizierter Weg offen bleibt, Dinge zu tun.

      Bei 10.8. Also Lion, sollen die Programme auch für den Mac nur noch vom Shop kommen. Also nicht mehr extern installierbar.

      Das ist extrem "angenehm" für die Benutzer. Wie beim iPhone eben. Aber damit lernen sie auch nie wie das geht und was die Vorteile an selbstgewählter Software sind.

      Von Zensur und gelenktem Anwenderverhalten in der App-Welt muss ich ja nicht anfangen zu reden.

      Um es mit Kant zu sagen: Der Benutzer begibt sich bei Apple in die selbstverschuldete und bequeme Unmündigkeit.

      10.09.2012, 15:46 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      ...und bequem siegt immer über vernünftig.

      10.09.2012, 15:47 von Max-Jacob_Ost
    • 0

      So ist es. "Schwupps" kostet der Laptop über 1000 euro, wo es auch einer für 300 tun würde.

      10.09.2012, 15:49 von WieSieSehnSehnSieNix
    • Kommentar schreiben

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare