Gesichtsbuch.
Zeilen über eine reale, virtuelle Ambivalenz.
Ich hasse Facebook so sehr. Ich hasse es so sehr, dass es mir nicht gelingt, meinen Feind jede Stunde nicht auszuspionieren, zu wissen, was er gerade tut. Facebook verbindet Menschen. Facebook ist der Autounfall, es ist der Mord an einer unschuldigen Seele, es ist das zweite Männchen im Kampf um das Weibchen. Es verbindet Menschen, die sich nicht verbinden sollen, die sich nicht VERBINDEN sollen.
Ich liebe Facebook so sehr. Ich liebe es so sehr, dass ich jede Stunde damit verbringe, mindestens einmal hinein zu schauen, zu wissen, was es gerade tut. Facebook verbindet Menschen. Facebook ist die Erinnerung an Geburtstage, es ist die Verbindung zu anderen unschuldigen Seelen, es ist deine Bühne, dein Applaus, wenn du es schaffst. Es verbindet Menschen, die sich verbinden sollen, die VERBUNDEN sind.
Ich liebe und hasse meine Angst, mich völlig darin zu verlieren, mich zu verlieben, völlig zu verfallen, dem Ganzen aus dem nicht aus dem Weg gehen zu können. Ich verfluche es, sozial sein, obwohl ich es nicht möchte. Ich liebe es, von meinem Sofa aus sozial sein zu können. Ich kann sogar Herzen verschicken! Ja wohl! Herzen! Mit vielen Ausrufezeichen!!!!
Ich danke dir Facebook, dass du das Buch bist, das wohl nie das letzte Wort haben wird. Ich hasse dich dafür Facebook, dass du das Buch bist, das am Ende eines Tages immer das letzte Wort haben wird.
Ich war heute an der frischen Luft. Ich habe mich nicht verlinkt. Denn schließlich gibt es eben doch Dinge, die du nicht an dich reißen kannst. Meinen Atem, meine reale Liebe und meine virtuelle Ambivalenz, die ich für dich empfinde.
Du und ich, wir lieben uns. Du und ich, werden uns auf ewig hassen und verfolgen.
Tags: Hass Liebe Angst


Kommentare
Ein virtueller Daumen. Weil ein Herz zu viel des Guten wäre ;)
01.02.2012, 00:34 von nottambulagefällt mir sehr! (:
31.01.2012, 19:47 von JulahzumJott