Patrick_Bauer 30.11.-0001, 00:00 Uhr 12 9

Der öffentliche Mord

Meredith Kercher, die gerne Partyfotos auf »Facebook« stellt, wird ermordet. Liegen alle SPUREN IM INTERNET? Die Geschichte des ersten Web-2.0-Mordes.

Plötzlich wird aus der Ausgelassenheit Angst. Normalerweise sollen die Handy-Kurzmitteilungen des örtlichen Veranstaltungsmagazins die Erasmus-Studenten von Perugia über das Nachtprogramm informieren. »Lady’s Night« im Merlin Pub. »Student Happy Hour« im La Tana Dell’Orso. Irgendein Konzert im netten Café Morlacchi. Am Abend des 2. November aber wird nicht viel geschrieben. Nur das: Eine englische Erasmus-Studentin wurde in ihrer Wohnung vergewaltigt und erstochen. Was nicht in der SMS steht: Meredith Kercher heißt die Studentin, 21 Jahre alt, University of Leeds, noch keine drei Monate in Perugia, 188 Freunde bei facebook.com. Jemand hat Meredith während sexueller Handlungen ein Messer an die Kehle gehalten, ihr Gesicht zu Boden gedrückt. Das Messer stach sie in den Hals, ein Mal, zwei Mal, der dritte Stich war tödlich. Das Blut spritzte zwei Meter die Wand hoch. Nach zehn Minuten war Meredith Kercher verblutet. Todeszeitpunkt: Zwischen 20.30 Uhr und 22 Uhr, es war der 1. November 2007. Am nächsten Morgen wird sie halb entkleidet, von einer Steppdecke bedeckt, auf dem Boden ihres WG-Zimmers gefunden. Via della Pergola 7, von der Università per Stranieri nur etwa 150 Meter über die Piazza Grimana das Kopfsteinpflaster hinunter. In einem Haus, das wie ein Ferienquartier aussieht und von dem aus man herrlich weit blicken kann über das Tal und die Zypressen.

Schnell hört auch Lara am nächsten Tag von der toten Engländerin. Lara, 20 Jahre, aus Bergheim bei Bonn, Politik-, Geschichts- und Literaturwissenschaft, 119 Freunde auf studivz.de, wohnt ebenfalls noch keine drei Monate in der Altbauwohnung, die sie sich mit einer Finnin teilt, ganz oben auf dem Hügel, auf dem Perugia, Hauptstadt der Region Umbrien, liegt, umrandet vom massiven, kalten Stein der Stadtmauer. Im Herbst pfeift der Wind durch die engen Gassen. Große Gruppen, die englisch sprechen, italienisch oder deutsch oder alles durcheinander, lärmen nach Einbruch der Dunkelheit über die Piazza IV Novembre und sitzen auf den grauen Stufen zur Kathedrale San Lorenzo. Lara hat bis dahin schon viele Leute kennen gelernt, so ist das in einer Stadt mit 150 000 Einwohnern und 40 000 Studenten, von denen pro Jahr etwa 6000 für einen Auslandsaufenthalt kommen. Lara hat wie sie alle viel gefeiert zu Beginn, als all das noch neu war und aufregend, im Shamrock, im Domus oder im Rock Castle, wo vier große Biere vor 23 Uhr fünf Euro kosten und auf der Tanzfläche Blurs »Song 2« mitgeschrien wird. In Laras eigener Bildergalerie in der Studentencommunity studivz.de und in denen ihrer virtuellen Freunde finden sich von diesen Nächten unzählige Fotos. Es sind die typischen Erasmus-Fotos, wie sie jedes Jahr überall in Europa entstehen, in Städten, die Perugia gleichen, aufgenommen mit Digitalkameras, im nebligen Dunkel großräumiger Kneipen. Fotos von jungen Leuten, die eng umschlungen posieren, die Gesichter gerötet, lachend. Fotos, wie sie auch zuhauf existieren im Profil von Meredith Kercher auf facebook.com, der internationalen Variante von studivz.de. Schnell sieht Lara so, dass ihre ersten Monate in Perugia nicht anders waren als die von Meredith. »Der erste Mord der Facebook-Generation« schrieb eine italienische Gazette und hatte Recht: Kurz bevor Meredith Kercher starb, wurden auf Facebook mehrere Bilder von ihr veröffentlicht, die sie als Vampir verkleidet, mit blutverschmiertem Mund und schwarzem Umhang auf der Halloweenparty im Merlin Pub zeigen. Neben ihr steht ein Junge mit Scream-Maske. Es sind unheimliche Zeugnisse von Merediths letztem unbeschwerten Abend. Früher las man über Mordopfer in der Zeitung höchstens, welchen Beruf sie ausgeübt hatten. Im Fall von Meredith Kercher reichten einige Mausklicks, um intime Einblicke in ihr Leben zu bekommen. Die unglückliche Öffentlichkeitsarbeit der Polizei und die scheinbare Transparenz des Mordfalls durch das sogenannte »Web 2.0« sorgten für beispielloses Interesse und grenzenlose Spekulationen.

Meredith Kercher war im August nach Perugia gekommen, ein Jahr wollte sie bleiben. Sie zog mit einer 20-jährigen Sprachstudentin aus Seattle und zwei Italienerinnen zusammen. Amanda Knox, die Amerikanerin, hatte Meredith ihrem Vater gegenüber als »selbstsicher« und »ein wenig exzentrisch« beschrieben. Sie hatte sich darüber lustig gemacht, dass Amanda nach so kurzer Zeit schon einen festen Freund gefunden hatte, den Italiener Raffaele Sollecito, 23. Sie hatte sich auch über Amandas mangelnde Putzbereitschaft und die vielen Besucher geärgert. Irgendwelche Typen, die Meredith nicht kannte, hingen fast jeden Abend in der Küche herum, coole Typen, die Gras mitbrachten. Anscheinend wurde viel Marihuana geraucht in der WG. Doch wenn man gemeinsamen Bekannten glaubt, dann war Meredith das Gegenteil von Amanda. Verantwortungsvoll, vorsichtig, nicht übermäßig am Feiern interessiert. Der junge Italiener, mit dem man sie sah: nur ein zaghafter Flirt. Es war eine reine Zufallsbekanntschaft, die die beiden Mädchen verband, in ihrem Haus wohnten ständig wechselnde Auslandsstudenten – was die Ermittlungen der Polizei später erschweren sollte. Über hundert verschiedene DNASpuren fand man in der Wohnung.

Aus den ersten Tagen nach dem Tod Merediths kursieren Fotos, sie zeigen die bleiche Amanda Knox, wie sie neben den Fahrzeugen der Ermittler steht, sie blickt ihrem Freund Raffaele fragend in die Augen, dann küssen sich die beiden. Zunächst gab Amanda an, sie habe die Nacht reichlich bekifft bei Raffaele verbracht und sei dann in der Frühe nach Hause gekommen, um zu duschen. Die Fensterscheibe zu Merediths Raum habe sie eingeschlagen vorgefunden, die Zimmertür von innen verriegelt. Später dann gibt Amanda zu, am Abend des 1. November zu Hause gewesen zu sein. Sie beschuldigt Diya »Patrick« Lumumba, einen 44-jährigen Kongolesen, Vater eines sechzehn Monate alten Sohnes, Betreiber des beliebten Lokals »Le Chic«, in dem sie ab und an gearbeitet hatte, mit Meredith im Zimmer gewesen zu sein. Sie, Amanda, habe in der Küche gesessen. Nach einer Weile habe sie Meredith schreien gehört und solche Angst bekommen, dass sie sich die Ohren zuhalten musste. An alles, was danach geschehen sei, könne sie sich nicht mehr erinnern. Sie wisse auch nicht mehr, ob Raffaele in der Wohnung gewesen sei. Am nächsten Morgen will sie aber bei ihm aufgewacht sein. Später bestreitet Amanda wieder, am Tatort gewesen zu sein. Raffaele, der Sohn eines prominenten Arztes, kurz vor seinem Diplom als Ingenieur, stützt zunächst ihr Alibi, gibt aber später an, alleine zu Hause im Internet gesurft zu haben. Die Untersuchung seines Computers ergibt, dass dieser die ganze Nacht nicht benutzt wurde. Unterdessen bezeugen mehrere Personen, Patrick Lumumba, von dem bei Meredith keine DNA-Spuren gefunden werden, zur Tatzeit hinter seiner Theke gesehen zu haben, doch am 6. November, eine Woche nach dem Mord, werden alle drei Verdächtigen festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft rekonstruiert, dass Amanda, Raffaele und Patrick Lumumba Meredith zu Sex zwingen wollten, zu perversen Spielchen, zu einer Orgie, Meredith habe sich verzweifelt gewehrt. Amanda und Raffaele hätten im Vollrausch gehandelt. Der Barbesitzer in sexueller Gier. Es heißt weiter, Amanda und Raffaele hätten nach »intensiven sexuellen Erlebnissen« gesucht, um »der Monotonie des Alltags zu entfliehen.« Zu diesem Zeitpunkt ist Amanda Knox für die schockierte italienische Öffentlichkeit ohnehin nur noch: »Foxy Knoxy«. So nannte sie sich auf myspace.com, unter diesem Pseudonym verfasste sie dort eine merkwürdige Vergewaltigungsfantasie. Bilder tauchen aus dem Internet auf, die sie in einem Museum grinsend an einem Maschinengewehr zeigen, YouTube- Filmchen lassen Amanda als aufgedrehtes Mädchen erscheinen. In der Untersuchungshaft sagt Raffaele aus, seiner Freundin, die aus gutem Hause stammt, sei es in jedem Moment nur um ihr Vergnügen gegangen. Trotzdem traue er ihr den Mord an Meredith nicht zu. Seinem Vater verspricht Raffaele, den Freunde als schüchtern beschreiben, nie wieder zu kiffen. In seinem eigenen Blog hatte Raffaele vor dem Mord an Meredith geschrieben, er sehne sich nach »extremen Empfindungen, die der Sex auslöst.« Er stellte dazu ein Foto online, auf dem er als »irrer Doktor« in Klopapier gewickelt ein Messer schwingt.

Aber es sind nicht nur Spuren aus dem Internet, die die Studenten zunehmend belasten: Eine Sicherheitskamera hatte Amanda am Tatabend beim Betreten des Hauses gefilmt. An einem siebzehn Zentimeter langen Messer, das Raffaele gehört, werden an der Klinge Blutspuren von Meredith und am Griff DNA-Spuren von Amanda gefunden. Im Bad von Raffaeles Wohnung finden Polizisten zwei Kanister Bleichmittel, Schwämme und Putzlappen. Offenbar hatte das Paar versucht, Spuren zu verwischen. Auf Merediths Daunendecke wird ein Abdruck von Nike-Schuhen gefunden, Größe 42, wie sie auch Raffaele besitzt. Bei ihm wird später außerdem ein Kassenbon über die Bleiche entdeckt, ausgestellt am Vormittag nach der Tat. Der Inhaber eines Modegeschäfts will gehört haben, wie Amanda und Raffaele nicht einmal 48 Stunden nach dem Mord beim Kaufen von Dessous über »wilden Sex« sprachen. Zwei Männer bezeugen, Amanda am 3. November mit einem unbekannten Schwarzafrikaner in einem Waschsalon gesehen zu haben, beim Reinigen von beschmutzter Kleidung und Turnschuhen. Auf Merediths Körper werden Spuren einer vierten Person gefunden – ein weiterer Tatverdächtiger scheint also flüchtig zu sein. Ohnehin heißt es in den Kneipen und Cafés von Peru- Haagia, Patrick Lumumba, der immer guten Reggae auflegte und für jeden Neuankömmling da war, sei unschuldig. Natürlich, man habe ihn schon mal gesehen, spätnachts, mit jungen Schönheiten knutschend. Aber das? Niemals. Lumumba sei wie Meredith das Opfer einer Irren. Und »Foxy Knoxy« sei eine Irre, »offenbar «, sagt ein Professor der Universität inmitten des Entsetzens, »gibt es im Internet nur noch Irre.« Bruno Vespa, Italiens berühmtester Talkmaster, fragt ungläubig: »Kennen wir unsere Kinder noch?«

»Ich konnte es nicht glauben, als ich gehört habe, dass Patrick festgenommen wurde«, sagt Lara jetzt. Sie mochte Patrick. Er war das Ge sicht von ganz Erasmus-Perugia. Lara sagt auch: »Selbst in Bergheim bei Bonn gab es schon einen Mord, Perugia bleibt trotzdem eine sichere Stadt.« Am Tag nach dem Mord flehten die Eltern einer Schweizer Kommilitonin noch: Kommt zurück! Doch außer den engsten Freundinnen von Meredith ist kein Erasmus-Student abgereist. Und auch Laras Vater sagte schnell nach der Tat am Telefon: Bleib ruhig. Das kann nur ein Einzeldrama sein.

Als Zachary Nowak, den alle nur Zach nennen, von seinem Mitbewohner hörte, eine Erasmus- Studentin sei ermordet worden, schmerzte ihm der Kopf noch schwer. Bis in den frühen Morgen hatte er zwei Tage zuvor im »Merlin« Halloween gefeiert. »Hör auf mit dem Scheiß«, sagte Zach, der alles für einen schlechten Scherz hielt. In sieben Jahren in Perugia hatte Zach nur von einem einzigen lokalen Mord gehört. Der hatte sich im Drogenmilieu der Schwarzafrikaner und Osteuropäer abgespielt, in einem Außenbezirk, weit vor den Mauern der Altstadt. Zach ist Autor von »The Little Blue«, einer Anleitung zum Spaßhaben und Italienverstehen für ausländische Studenten. Und nur weil Zach dachte, dass Mord und Perugia nicht zusammenpassen, hatte er sein neues Buch »Murder in Perugia« genannt. Es handelt vom Verschwinden eines Erasmus- Studenten und hätte eigentlich am 3. November, zwei Tage nach Meredith Kerchers Tod, gedruckt werden sollen, aber Zach zog das Buch zurück. Nun sitzt er in seiner Lieblingspizzeria, bestellt gekonnt auf Italienisch und erzählt dann auf Deutsch von diesen verrückten Wochen. Mit seinen schulterlangen Haaren und dem weiten Wollpulli sieht Zach, der aus dem Bundesstaat New York stammt, eher wie ein Europäer aus. Er sagt, er sei einst in Perugia hängen geblieben, weil das Leben gut und die Mädchen locker waren. Aus seiner Umhängetasche holt er ein Musterexemplar des Krimis. Auf dem Cover: die Fontana Maggiore, Perugias Wahrzeichen. Eine rote Fontäne sprudelt aus dem Brunnen. So wurde Zachs kleiner Roman in der italienischen Presse zum »Giallo di Perugia«. »Giallo«, wie gelb, heißen in Italien hanebüchene Thriller.
»Langsam wird es hier wieder normal«, sagt Zach. »Es muss ja weitergehen. Dieses eine Mal nur ist der Rausch eskaliert.« Meredith ist sozusagen der Kollateralschaden einer großen Erasmus-Maschinerie, welche jedes Jahr jungen Leuten viel Spaß garantiert. »Wenn es immer um Saufen und Ficken geht«, sagt Zach, »dann lockt das auch mal die Falschen an.«

Am 20. November wird nach einer Schwarzfahrt in einem Intercityzug am Mainzer Hauptbahnhof der in Italien aufgewachsene Rudy Hermann Guede festgenommen, dessen Eltern von der Elfenbeinküste stammen. Auf Merediths blutigem Kopfkissenbezug und auf Toilettenpapier in ihrem Badezimmer wurden Fingerabdrücke von ihm sichergestellt. DNA-Tests beweisen, dass Guede in der Nacht des Mordes Sex mit Meredith hatte. Guede, 20 Jahre alt, soll Drogendealer sein, er habe immer die Nähe zu angelsächsischen Studentinnen gesucht, sagen Leute, die ihn kennen. Auf seinem Facebook-Profil finden sich sechzig Bilder, die eine ausgelassene Zeit in Perugia zeigen, auf vielen ist Guede mit hübschen Mädchen zu sehen. Als »religious views« hat er »peace« an - gegeben, »looking for: whatever I can get«. Auf YouTube hatte Guede im Februar 2007 ein Video veröffentlicht, in dem er wilde Grimassen schneidet und auf Englisch schwer verständlich etwas von Vampiren und Blut erzählt. Guede sagt laut italienischen Medien aus, er sei am 1. November mit Meredith in ihrem Zimmer gewesen. Als er auf der Toilette gewesen sei, habe er Meredith schreien gehört, auf dem Flur sei ihm dann ein großer Italiener begegnet, der ihm gesagt habe: »Der Schwarze ist immer der Schuldige!« Guede behauptet weiter, er habe die schwer verwundete Meredith noch im Arm gehalten, sei dann in Panik geraten und davongerannt.

Patrick Lumumba wird nach Guedes Festnahme aus der Haft entlassen. Er verkündet, dass »Foxy Knoxy« wahnsinnig eifersüchtig auf Meredith gewesen sei, weil er der Engländerin Amandas Job anbieten wollte. »Sie hatte Angst, nicht mehr die Königin zu sein.«

Zachary Nowak erzählt, eine Literaturprofessorin habe ihm geraten, den Fall ganz genau zu beobachten. Und dann einen Roman nach Vorbild von Truman Capotes »Kaltblütig« zu schreiben. »Es ist verrückt«, sagt Zach, »diese Tat ist nicht nur ein Erdbeben für Perugia, sie ist auch ein Vorgeschmack auf jeden Kriminalfall der Zukunft, egal wo.« Bilder und Meinungen, auch Gewaltfantasien, die im Internet veröffentlicht werden, beeinflussen nicht nur die öffentliche Meinung, sondern auch die Fahndungsarbeit der Polizei. Rudy Hermann Guede, der nun Hauptverdächtige, konnte von den Ermittlern nur dank eines glücklichen Zufalls in Deutschland geortet werden. Er loggte sich auf der Flucht in Düsseldorf auf facebook.com ein.


Für immer online

Im Internet ist die Trauer groß – und die Sensationsgier. »Mez war ein großartiges, unschuldiges, lächelndes Mädchen «, schreibt eine Be kannte auf facebook.com. Die mittlerweile gelöschte Gruppe »Nobody should die in his/her Erasmus (Meredith Kercher RIP)« hat rasch fast 3000 Mitglieder. Fotos wie das von Meredith im Vampirkostüm aus ihrer privaten Bildergalerie verbreiten sich schnell. Eine Freundin Merediths schreibt an die vielen Voyeure: »Bitte lasst uns endlich auch online in Frieden trauern!« Merediths Familie war für zwei Tage nach Perugia gereist. Die Eltern der Tatverdächtigen Amanda Knox waren Ende November noch immer in Italien. Mit dem Motto »mmm… life…« beginnt die bunt gestaltete Myspace-Seite von Knox. »I’m twenty years old and I like new things«, schreibt sie dort. Mittlerweile füllt sich ihr Gästebuch mit Einträgen, von denen die harmloseren ihr wünschen, im Gefängnis von Perugia vergewaltigt zu werden.

9

Diesen Text mochten auch

12 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    Durch diesen Artikel wurde ich damals auf den Fall aufmerksam.

    15.10.2011, 11:08 von ViaMe
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 1

    Ich wundere mich immer wieder, wie viele Menschen über einen Prozess oder einen Fall eine "Meinung" abgeben oder über Schuld und Unschuld debattieren. Genau wie im Fall Kachelmann. Was passiert ist, können nur die Beteiligten wissen. Und die Ermittler, die der Wahrheit so nah wie möglich versuchen zu kommen. Merke: Das Äussere eines Menschen verrät nicht, ob jemand schuldig ist oder nicht.

    06.10.2011, 21:51 von hortyculturist
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    Der Patrick sieht auf dem Bild da aber auch nicht so gesund aus.

    Ist das eigentlich der Text von damals? Überarbeitet, oder nur aktualisiert?

    06.10.2011, 12:33 von Tanea
    • Kommentar schreiben
  • 1

    Die Beweise reichten immerhin im ersten Prozess aus. Mir stößt daran auf, dass 4 Jahre später, nachdem Amandas Vater, so kam es gestern in den Nachrichten, über eine Millionen Dollar ausgegeben hatte, für PR-Maßnahmen , für ... ja, für was auch immer, damit seine Tochter wieder freikommt.
    Ja, es ist einfach, sich hier eine Meinung bilden zu wollen, aber andererseits scheint mir dieser Freispruch eher der Beweis dafür zu sein, dass, falls genug Macht und Geld vorhanden sind, das Gesetz außer Kraft tritt.

    06.10.2011, 12:17 von Cyro
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Ich tu mich schwer in diesem Falle eine Meinung zu äussern. In dubio pro reo halt, obwohl...naja.

    06.10.2011, 11:11 von LeyluraLegbreaker
    • Kommentar schreiben
  • 2

    In dubio pro reo: Auch wenn ewig Zweifel und ungeklärte Fragen zurückbleiben werden, so muss man doch anerkennen, dass die Justiz in einem Rechtsstaat (wir wollen an dieser Stelle mal alle Berlusconi- und Mafia-Debatten außen vor lassen) in der Lage ist, ihr Urteil zu revidieren um lieber eine vielleicht unschuldige Person laufen zu lassen als eine vielleicht Schuldige zu bestrafen.

    Was mir aber brutal aufstößt, ist der Empfang (der in meinen Augen nebenbei bemerkt nicht unschuldigen) Amanda Knox am Flughafen bereitet wird. Eine verlorene amerikanische Tochter kehrt heim. Dass man einer potentiellen Mörderin zujubelt scheint niemanden zu stören. Gleichzeitig beglückwünschen amerikanischen Medien und Politiker die italienische Justiz für ihr faires Urteil.

    Immerhin, es gibt aber auch dort ein paar Stimmen, die aussprechen, was ich persönlich denke, seitdem sich ein Freispruch abzuzeichnen begann:
    In den USA wäre Amanda bereits auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung, verurteilt allein auf Grundlage obskurer Indizien und ohne Chance auf eine zweite Verhandlung.

    06.10.2011, 11:09 von kleiner_knig
    • 0

      so "obskur" waren die indizien nicht - bis sich mehr und mehr ausgerechnet konservative medien eingeschaltet haben. es ist auch seltsam, dass nun 54 ermittlungsfehler als grundlage herhalten. das spricht dafür, dass es keine schweren ermittlungs-sondern eher übliche, bürokratische formfehler gewesen sind die nur über die summe und über den öffentlichen druck geltend gemacht werden konnten. dna spur ist dna spur. mal abgesehen von ihren x versionen der geschichte, zwischen denen sich knox verstrickt hat.

      06.10.2011, 11:23 von hairtrryer
    • 0

      Das eben meine ich ja, in den USA genügen bereits ein paar obskure Indizien für die Giftspritze, da hätte es, überspitzt formuliert, die in diesem Fall eindeutigen DNS-Spuren gar nicht benötigt.

      06.10.2011, 12:05 von kleiner_knig
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Ich bobachte auch eine Menge Leute mit komischen Usernamen und beginne mir grad dezent Sorgen zu machen... wann ist das erste Neon-Opfer fällig?

    06.10.2011, 10:47 von EliasRafael
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      @EliasRafael: Soon. :-p

      06.10.2011, 11:14 von LeyluraLegbreaker
    • 1

      Na ja, was weiss ich denn wann Du und vielleicht 2 oder 3 andere sich zusammentun und Amok laufen ... die Frage ist eher ob es einen schnellen Tod oder einen langsamen, quälenden gibt... für alle, die irgendwelche Texte über Liebe schreiben, für alle, die irgendwie was positives schreiben, für alle ... was auch immer, wenn Du und ein paar andere erstmal Gefallen dran gefunden hast andere zu killen wird es wohl kein Halten mehr geben.
      Na, vielleicht ergibt sich dann noch die Frage nach der Begründung .,. der norwegische Mörder wollte wohl die Welt von den Sozialisten befreien, den Nachwichs an der Wurzel ausrotten ... für die Neon-Kreuzzügler wäre dann das Motto, alle, die naiv sind und irgendwie an das Gute oder die Liebe glauben, auszumerzen ?

      06.10.2011, 12:27 von Cyro
    • 0

      Im Gegenteil, ich mag positive Texte, ich glaub ich würd mich eher an den depressiven Jungspunden gütlich tun die über allerschwerste Traumata's und Depressionen berichten nur weil ihre Mutti sie gebeten hat (Mit Nachdruck!) die Spühlmaschine auszuräumen. Keine Sorge, ich bin mitnichten dazu instande.

      06.10.2011, 12:32 von LeyluraLegbreaker
    • 0

      Huch, ein Problem der Einrückung des Kommentarstrangs .... ich hatte Elias im Sinn beim Schreiben meines Kommentars (na gut, und 2 oder 3 andere, die hier gar nicht vorkommen)
      Nein, Frau Legbreaker, Deinen Namen nehme ich mal nicht wörtlich und ich mag Dir auch keinen Kreuzzug gegen alles, was jung oder naiv oder noch nicht vom Leben gezeichnet ist, gar ans Gute oder die Liebe glaubt, unterstellen.

      06.10.2011, 13:00 von Cyro
    • 0

      @Cyro - Wie Bitte? Woher weißt du denn bitte, ob ich nicht an das Gute und die Liebe glaube? Ich bin nur nicht so ein Freund der naiven Schleimspur, die sich bei genauer Betrachtungsweise schnell ins Gegenteil verkehrt. Und mein Username zeigt doch wohl meine eher engelhafte Gesinnung, wie Soulsuffering richtig erkannt hat.

      06.10.2011, 13:18 von EliasRafael
    • Kommentar schreiben
Seite: 1 2

NEON im Netz

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare