Weltschachtel 30.11.-0001, 00:00 Uhr 1 12

Wir hatten ja Zeit

Bleib doch noch ein bisschen. Oder einfach für immer

Das Zimmer ist dunkel, aber ich höre deinen Atem. Wenn nebeneinander liegen nicht genug ist, legst du dich so hin, dass mein Kopf in die perfekte Körperkuhle passt. Ich hatte ja Zeit mir eine Lieblingsstelle zu suchen. Wenn ich flüstere, dass ich dich liebe, bekomme ich selbst im Schlaf eine Antwort, die akustisch nicht immer leicht zu verstehen ist, aber ihre Resonanzen bis zum Herz schickt. Wir hatten ja Zeit unsere Instrumente aufeinander zu stimmen. Greife ich deine Hand, weiß deine, dass sie meine umschließen soll. Wir hatten ja Zeit zu lernen einander immer festzuhalten. Drehe ich mich weg, drehst du dich mit. Wir hatten ja Zeit zu verstehen, dass Liebende in die gleiche Richtung schauen. Fang ich an dich zu küssen, bist du in Sekundenschnelle bei Bewusstsein. Wir hatten ja Zeit zu begreifen wie wir unsere Liebe in Berührungen verwandeln können. Spürst du, obwohl du träumst, meine Tränen, murmelst du tröstende Worte und schließt mich in deine Arme. Du hattest ja Zeit zu lernen mich zu heilen. Sind meine Füße kalt, wissen deine Beine was zu tun ist. Sie hatten ja Zeit zu lernen zu wärmen.
Wie kommt es, dass dein ganzer Körper im Schlaf weiß, was er will, selbst jetzt wo die Zeit abgelaufen ist, du es aber nichtmals wach verstehst?

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1 Antworten

Kommentare

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  • 0

    das ist so wundervoll einfach.
    oder genau deswegen so wundervoll.
    und es trifft.
    ich hab irgendwie das talent solche texte immer dann zu finden wenns mir eh schon furchtbar geht wegen solchen geschichten ;)

    18.02.2010, 01:52 von Mle_Ann
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